Die Auswahl an Oldtimern steigt. Allein in diesem Jahr überschreiten 100 Modelle, Modell-Generationen und -Derivate die Grenze von mindestens 30 Jahren seit der Erstzulassung. Von der Kleinserie bis zum Alltagsfahrzeug ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Ein Exot, allerdings wohl mit beschränkter Fan-Gemeinde: Das Yugo Cabrio kam 1989 erstmals in Deutschland auf den Markt.
Die Liste der potenziellen H-Kennzeichen-Träger wird in diesem Jahr nochmals deutlich länger. Über 100 Modelle oder Modellgenerationen reihen sich ein in die Liste der Autos, die vor 30 Jahren erstmals auf den Markt kamen. Da fällt die Prognose leicht, dass am Ende des Jahres ein neuer Höchststand an H-Kennzeichen-Trägern feststehen wird.
Zum Jahresstart 2018 waren bereits knapp 480.000 H-Kennzeichen registriert, dazu kommen nochmals gut 200.000 Oldtimer, die auf diesen Status verzichten – aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor. Dabei wird die Chance, dass ein Auto drei Jahrzehnte überdauert, immer größer. Schließlich wurde Ende der 80er Jahre verstärkt in die Haltbarkeit investiert. Langzeit-Rostschutz, robuste Technik und die seit 1. Januar 1989 in der Bundesrepublik vorgeschriebene Katalysatortechnik für Benziner ermöglichten auch Volumenmodellen ohne Fangemeinde das Überleben.
Besonders die Fans sportlicher Oldtimer können sich freuen. Vor 30 Jahren sind Hingucker wie die Roadster Mercedes-Benz SL (R129) und Mazda MX-5 oder das Sportcoupé Opel Calibra auf den Markt gekommen. In der Mittelklasse stellte Mercedes-Benz 1989 eine überarbeitete E-Klasse (W124) vor, Citroën seinen XM und Subaru präsentierte den Legacy.
Daneben werden jetzt einige Modelle zu Oldtimern, die nur eingefleischte Automobilisten oder Marken-Fans noch kennen. Einige Beispiele sind etwa der Daihatsu Feroza 4WD, der Daewoo Nexia oder der Hyundai Pony. Gleichzeitig sind teure wie günstige Exoten dabei, etwa das Yugo Cabrio oder der Aston Martin Virage.
Der politische Wind of Change fegte vor 30 Jahren mit Sturmgewalt durch die Autolandschaft. Dort wirbelte er billige Ost-Modelle wie den tschechischen Skoda Favorit (Werbeslogan „Zum Küssen preiswert“), den sowjetischen Aleko alias Moskwitsch 2141 („Die Kraft des Ostens“) und auch den Wartburg 1.3 mit VW-Viertaktmotor in den Westen Deutschlands während er zugleich Opel den Weg frei machte für die Anfang 1990 startende Vectra-Fertigung in Eisenach. VW leistete derweil Pionierarbeit mit der Produktion des Polo im sächsischen Zwickau und Renault installierte für neue Modelle wie den R19 das erste flächendeckende Vertriebsnetz einer Westmarke in der DDR.
Modelle mit neuem Oldtimer-Status
Marktstart vor 30 Jahren
Rund 100 Modelle, die im Jahr 1989 auf den Markt kamen, werden im Laufe des Jahres – ab der Erstzulassung – zu Kandidaten für ein H-Kennzeichen. das sind (in alphabetischer Reihenfolge: Alfa Romeo Spider (Serie 4, letzte Version des 1966 lancierten Spider), Alfa Romeo S.Z., Aleko bzw. Moskwitsch 2141, Aston Martin Virage (Marktstart), Audi 100 TDI, Audi quattro 20V, Audi V8 Lang, Avanti Limousine, BMW 850i, Chevrolet Lumina, Chevrolet Caprice (vierte Generation, Serie 1B), Chevrolet Corvette ZR1, Chrysler Town & Country, Chrysler Imperial, Chrysler Saratoga Marktstart, Citroen AX Cabrio, Citroen XM, Cizeta-Moroder V16T, Daewoo Le Mans bzw. Nexia, Daihatsu Applause, Daihatsu Feroza 4WD (deutscher Marktstart), Daihatsu bzw. Bertone Freeclimber, Dodge Stealth R/T bzw. Mitsubishi 3000 GT, Dodge Spirit, Dodge Viper, Eagle Summit, Ferrari 348 tb, Fiat Uno (Serie 2), Ford Fiesta (dritte Generation), Ford Scorpio Stufenheck, Ford Capri (australischer Roadster, auch nach Deutschland exportiert), Ford Explorer, Geo Metro Convertible (Suzuki Swift Cabriolet), Ginetta G32, Honda Concerto, Honda NSX, Hyundai S-Coupé (Europastart), Hyundai Pony, Hyundai Sonata, Jaguar XJR-S, Infiniti M, Infiniti Q45, Lancia Dedra, Land Rover Discovery, Lexus ES 250, Lexus LS 400, Lotus Elan, Maserati Shamal, Mazda 323 (Serie BG) inklusive Mazda 323 F, Mazda 626 4WD, Mazda MX-5, Mazda RX-7 Cabrio, Mazda Eunos Cosmo, Mercedes-Benz W 124 Facelift, Mercedes-Benz SL (R129), Mitsubishi Space Wagon Allrad, Mitsubishi 3000 GT, Nissan Pao, Nissan Be-1, Nissan Maxima, Nissan Paririe Pro (Marktstart), Nissan Patrol GR (Y60, Marktstart), Nissan 200 SX Turbo (Marktstart), Nissan 240 SX (Neuauflage), Nissan 300 ZX Twin Turbo, Oldsmobile Bravada, Oldsmobile Silhouette, Opel Vectra 2000 4x4, Opel Calibra, (Opel) Lotus Omega, Peugeot 405 MI 16 4x4, Peugeot 605, Plymouth Laser, Plymouth Acclaim, Pontiac Grand Prix (fünfte Generation), Pontiac Transport, Porsche 944 S2 Cabriolet, Porsche 928 GT, Porsche 911 Carrera 2 (Typ 964), Renault 21 Fließheck, Renault 19 Chamade bzw. Bellevue, Rolls-Royce Corniche III, Rover 214/216, Skoda Favorit (Marktstart in Deutschland), Subaru Justy (Serie II), Subaru Legacy/Legacy Station, Suzuki Cappuccino, Suzuki Swift Stufenheck bzw. Suzuki Esteem (zweite Generation, Serie EA/MA), Tavria bzw. ZAZ 1102, Toyota MR-2 (zweite Generation), Toyota Celica (Serie T18), Toyota Land Cruiser HDJ 80, Toyota Previa, Toyota Starlet (P8), Toyota 4-Runner, Volkswagen Rallye Golf, Volkswagen Passat Variant Syncro (B3), Yugo Florida 1.3 EFI (Deutschland-Start), Yugo Cabrio.
Stand: 08.12.2025
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Wer einen Oldtimer besitzt, kann ein „H-Kennzeichen“ für sein Fahrzeug beantragen. Das kann sich steuerlich lohnen und vergünstigte Versicherungstarife bringen. Außerdem gelten bestimmte Ausnahmeregeln, etwa bei der Einfahrt in eine städtische Umweltzone. Allerdings hängt aktuell ein Damoklesschwert über der Szene, denn laut einem Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts sind sogar Fahrverbote für alte Benziner der Klassen Euro 1 (ab 1993) und Euro 2 (ab 1997) zulässig.
Das beste Auto der Welt kam übrigens seit Januar 1989 nicht mehr aus Süddeutschland oder Großbritannien, sondern aus Japan. Jedenfalls waren sowohl Lexus LS 400 als auch Infiniti Q45 unter diesem Anspruch entwickelt worden und in Nordamerika gelangen den eigens gegründeten Nobeldivisionen von Toyota und Nissan mit dem Luxusliner-Duo auf Anhieb Achtungserfolge. Gleiches galt in Europa für das vierblättrige Sportcoupé-Kleeblatt aus Nissan 200 SX Turbo, Toyota Celica Turbo und den Sechszylindern Nissan 300 ZX Turbo sowie Honda NSX.