Nachfrageeinbruch, gekappte Lieferketten, geschlossene Werke: Die Corona-Pandemie drückt beim weltgrößten Autobauer erheblich aufs Geschäft. Inzwischen läuft die Produktion wieder an. Für den weiteren Jahresverlauf herrscht aber große Unsicherheit.
Für das zweite Quartal rechnet VW mit einem Verlust im Tagesgeschäft.
(Bild: Volkswagen AG)
Der VW-Konzern stellt sich wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf deutlich schlechtere Geschäftszahlen im laufenden Jahr ein. Man erwarte ein „im Vorjahresvergleich gravierend rückläufiges“ operatives Ergebnis, das aber noch im positiven Bereich landen werde. Für das zweite Quartal rechnet Volkswagen sogar mit roten Zahlen im Tagesgeschäft. Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch in Wolfsburg mit. Auch der Umsatz dürfte „voraussichtlich deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen“, hieß es.
Der größte Autokonzern der Welt gab zudem die detaillierten Zahlen zum ersten Quartal bekannt. Demnach sackte der auf die Hauptanteilseigner entfallende Nettogewinn im Vergleich zum ersten Jahresviertel 2019 um mehr als 86 Prozent auf 405 Millionen Euro ab. Der Gewinn vor Steuern sank von 4,1 auf 0,7 Milliarden Euro.
Audi schrammt knapp an roten Zahlen vorbei
Vorläufige Daten hatte Volkswagen bereits Mitte April genannt. Diese wurden nun bestätigt: Der Umsatz nahm zwischen Januar und März von 60,0 auf 55,1 Milliarden Euro ab, der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen von 4,8 auf 0,9 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatten etwa zusätzliche Kosten aus der Dieselkrise das Ergebnis noch mit 1,0 Milliarden Euro belastet.
„Die weltweite Covid-19-Pandemie hat unser Geschäft im ersten Quartal erheblich beeinträchtigt“, sagte Finanzvorstand Frank Witter. Der Konzern erlebe eine „beispiellose Krise“. So schrammte die Konzerntochter Audi knapp an den roten Zahlen vorbei: Das operative Ergebnis von 15 Millionen Euro lag im ersten Quartal deutlich unter dem Vorjahreswert von 1,1 Milliarden Euro.
Bei der Hauptmarke VW Pkw halbierte sich das Ergebnis im laufenden Geschäft im Vergleich zum Vorjahr fast, es sank von 821 auf 481 Millionen Euro. Nicht viel besser sieht es bei Porsche aus, wo der Betriebsgewinn mit 529 Millionen Euro im ersten Quartal über ein Drittel (36 Prozent) geringer ausfiel als im Vorjahreszeitraum.
Auslieferungen gingen konzernweit um rund ein Viertel zurück
Konzernweit gingen die Auslieferungen um 23 Prozent auf rund 2 Millionen Fahrzeuge zurück. Das Verkaufsminus erstreckte sich dabei über fast alle Marken, lediglich Bentley konnte leicht zulegen.
Die Nettoliquidität im Auto-Kerngeschäft sank in den ersten drei Monaten um 3,5 auf 17,8 Milliarden Euro - Ende Dezember 2019 hatte sie noch bei 21,3 Milliarden Euro gelegen. Damit sei die Zahlungsfähigkeit „weiter solide“, teilte VW mit. Konzernchef Herbert Diess hatte jüngst geschätzt, dass während des Corona-Lockdowns bis zu 2 Milliarden Euro pro Woche an Liquidität verloren gingen.
Finanzchef Witter erklärte, man werde wohl nicht in allen Märkten gleichermaßen zum Vorkrisen-Niveau zurückkehren können. Es sei aber schon möglich, von einer „gewissen Erholung“ zu sprechen. „Wir werden um jeden Kunden kämpfen. Wir werden das Jahr nicht abschreiben.“
„Das operative Ergebnis im zweiten Quartal wird negativ sein“
Für das zweite Quartal rechnet VW jedoch mit einem Verlust im Tagesgeschäft, wie Witter sagte: „Das operative Ergebnis im zweiten Quartal wird negativ sein.“ Die Zeit zwischen April und Ende Juni dürfte dem Finanzchef zufolge die schwierigste im Jahresverlauf sein.
Wegen der Corona-Krise hatte VW seine genaue Jahresprognose für 2020 vor zwei Wochen kassiert. Wie viele andere Hersteller hatte der Konzern den Betrieb in Werken und Autohäusern wegen Ansteckungsrisiken und fehlenden Nachschubs durch unterbrochene Lieferketten einstellen müssen. Zudem drückten Turbulenzen auf den Rohstoff- und Kapitalmärkten aufs Geschäft.
Das Unternehmen fährt nun nach knapp eineinhalb Monaten Stillstand die Produktion auch in Deutschland langsam wieder hoch. Nachdem vergangene Woche der Standort Zwickau neu anlief, kamen in dieser Woche der Stammsitz Wolfsburg und andere Werke hinzu – allerdings mit zunächst geringerer Kapazität und erhöhten Sicherheitsstandards.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Anfang Mai sollen Fabriken in den USA, Lateinamerika und Südafrika den Betrieb aufnehmen. In China, dem Ursprungsland der Pandemie, waren zuletzt fast alle Standorte zurück am Netz.