Werkstattportale: Das Ende vom Anfang

Die Einstellung von Drivelog wirft zwei Fragen auf: Gibt es für Werkstattportale überhaupt ein funktionierendes Geschäftsmodell? Und haben Autofahrer und Kfz-Betriebe überhaupt Interesse daran?

| Autor: Jan Rosenow

(Bild: © Piman Khrutmuang - stock.adobe.com/Screenshot)

Vier Wochen vor dem Ende lächelten sie noch: Die beiden freundlichen Bosch-Mitarbeiter, die auf der Fachtagung Freie Werkstätten und Servicebetriebe in Würzburg ihr Portal Drivelog und dessen Dienstleistungen für Kfz-Betriebe anpriesen. Die Ankündigung von Bosch kurze Zeit später, Drivelog zum 30. November einzustellen, dürfte sie genauso überrascht haben wie den Rest der Kfz-Branche. Denn wenn es schon der weltgrößte Teilehersteller nicht schafft, erfolgreich ein Werkstattportal zu etablieren – wer dann? Bedeutet das Aus von Drivelog nun den Anfang vom Ende für alle anderen Anbieter auf dem Markt? Oder handelt es sich eher um das Ende des Anfangs, also den Übergang vom investorfinanzierten Start-up zum „normalen“, wirtschaftlich arbeitenden Unternehmen, den eben nicht jede Neugründung hinbekommt?

Bei näherer Betrachtung der speziellen Situation von Drivelog kam das Aus vielleicht doch nicht so überraschend. Olaf Dicker, Geschäftsführer der Agentur 5W-50 und Experte für Onlinemarketing, fasst das Dilemma so zusammen: „Bei Drivelog habe ich mich immer gefragt: Wo ist eigentlich die Monetarisierung?“ Kein Wunder, dass die fehlende geschäftliche Basis zur Entscheidung führte, das Experiment zu beenden. Wie eine Sprecherin von Bosch Mobility Solutions auf Anfrage von »kfz-betrieb« mitteilte, konnte die Plattform „aufgrund zu geringer Konversionsraten nicht wirtschaftlich betrieben werden“.

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