Wie erfolgreich ist der Golf 7 wirklich?

Autor / Redakteur: Wolfgang Michel / Wolfgang Michel

»kfz-betrieb« hat fünf VW-Händler zum neuen Golf befragt. Das Ergebnis: Nach dem ersten Verkaufsmonat des neuen Jahres überwiegt die Zufriedenheit. Teilweise lagen die Auftragseingänge im Januar deutlich über Plan. Es gibt aber auch kritische Stimmen.

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(Foto: VW)

Die VW-Händler sind mit der Performance des neuen Golf zum Jahresstart überwiegend zufrieden. „Verkauf und Auftragseingang laufen bei uns absolut im Plan. Wir haben die Jahreszielvorgabe für den Golf 7 bereits zu 25 Prozent erfüllt“, sagte Michael Eidenmüller von Auto-Scholz in Bamberg auf Anfrage von »kfz-betrieb«. Sehr zufrieden äußert sich auch VW-Händler Michael Ostermaier aus Vilsbiburg: „Wir haben unsere Jahresplanung derzeit um zirka zehn Prozent überschritten.“

Freuen darf sich auch Uwe Gehrmann vom VW-Autohaus Wicke in Bochum: „Der Golf 7 hat im Januar eingeschlagen. Der Auftragseingang lag zum Ende des Monats bei über 120 Prozent.“ Ebenfalls besser als erwartet verkauft sich der Golf 7 seit seiner Markteinführung in den Max-Moritz-Betrieben von Burkhard Weller. Erfreulich für ihn: „75 Prozent der Auftragseingänge kommen von Privatkunden.“

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Zu hohe Rabatte

Der Auftragseingang ist bekanntlich nur ein Aspekt. Ein weiterer, nicht minder wichtiger Aspekt ist der Ertrag: „Brutto verkaufen wir ihn auch nicht. Die Nachlässe für den Golf 7 sind etwas niedriger als der Gesamtrabattdurchschnitt“, sagt Weller. Händlerkollege Uwe Gehrmann bläst in ein ähnliches Horn: „Nach den hohen anfänglichen Rabatten hat sich bei uns die Situation deutlich entspannt. Sie liegen aber leider immer noch im niedrigen zweistelligen Bereich.“ Maximal zehn Prozent Rabatt bestätigt ebenfalls VW-Kollege Michael Ostermaier.

Von einer sich zuspitzenden Rabattsituation beim wichtigsten Volumenmodell geht Sabine Fremerey-Warnecke aus. Die Geschäftsführerin von Auto-Müller in Hüttenberg befürchtet aufgrund der vom Hersteller ausgelobten Zielerreichungsprämien eine weitere Verschärfung der Rabattlage. Ein Verkaufsschlager ist der Golf 7 in ihrem Unternehmen derzeit nicht. „Der Auftragseingang des Golf 7 blieb bisher leider deutlich hinter unseren Erwartungen zurück“, sagt Fremerey-Warnecke. Ihrer Meinung nach liegt das auch an einem „Golf-gesättigten Markt“. Jedoch verbessere sich die Situation zunehmend, die Nachfrage steige „glücklicherweise von Woche zu Woche“.

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Fazit: Besser als erwartet

Der Golf ist und bleibt das wichtigste Auto für die Volkswagen-Händler. Und auch der Hersteller beziehungsweise die Marke braucht einen erfolgreichen Golf 7. Im Großen und Ganzen ist Nummer 7 im Januar deutlich besser aus den Startlöchern gekommen als Ende 2012 noch erwartet. Zeit zum Ausruhen bleibt jedoch keine. Bestehen bleibt das Problem der zu hohen Rabatte. Daran gilt es zu arbeiten – sowohl aufseiten des Handels als auch aufseiten des Herstellers. Schließlich ist der Golf 7 derzeit alles andere als ein Auslaufmodell.

Zielgruppe Nummer 1 sind für die Autohaus-Chefin die Privatkunden. Auf die Frage, ob es bereits Verkaufsförderprogramme seitens des Herstellers gebe, sagt sie: „Der Golf 7 kann aktuell mit 1,9 effektivem Jahreszins finanziert werden. Zudem gibt es zielgruppenspezifische Ausstattungspakete mit attraktiven Preisvorteilen.“ Für den Handel selbst gibt es Zielvereinbarungen mit dem Hersteller. „Bei Erreichen der Ziele bis Ende Februar wird eine Stückprämie je Fahrzeug an den jeweiligen Händler ausgezahlt“, sagt Fremerey-Warnecke.

Im November letzten Jahres hat Volkswagen den neuen Golf in Deutschland eingeführt. Im Internet wurde der Neue bereits vor seiner Markteinführung mit Rabatten von rund 20 Prozent angeboten. Im Januar dann berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ von einem schleppenden Start des Volumenmodells. Volkswagen hingegen plante „aufgrund der europaweit guten Nachfrage mit über 100.000 Bestellungen“ im ersten Quartal 2013 Sonderschichten im Werk Wolfsburg ein und will 2.000 Einheiten zusätzlich produzieren.

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