Bundesverkehrsminister Wissing erteilt E-Fuels für Pkw eine klare Absage

Die FDP galt vor der Wahl als Partei, die sich für E-Fuels stark macht. Im Pkw-Bereich macht der neue Verkehrsminister Volker Wissing Anhängern synthetischer Kraftstoffe nun aber keine Hoffnung. Er setzt voll auf Elektromobilität – und nimmt die deutschen Autobauer in der Pflicht.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing setzt im Pkw-Verkehr auf Elektroautos.
Bundesverkehrsminister Volker Wissing setzt im Pkw-Verkehr auf Elektroautos.
(Bild: Bundesparteitag 2021 / Freie Demokraten / CC BY-ND 2.0)

Dass er im Pkw-Verkehr voll auf Elektromobilität setzen will, hatte Bundesverkehrsminister Volker Wissing zuletzt bereits im „ARD Morgenmagazin“ verdeutlicht. In einem Interview mit „Tagesspiegel Background“ verlieh er seiner Position nun Nachdruck. „Wir müssen die verschiedenen Energieträger dort einsetzen, wo sie am effizientesten sind. Das ist beim Pkw der E-Antrieb“, erklärte Wissing.

Autofahrern, die noch auf den Durchbruch synthetischer Kraftstoffe im Pkw-Bereich hoffen, erteilte Volker Wissing eine Abfuhr. „Wir werden E-Fuels vor allem für den Flugverkehr brauchen. Auf absehbare Zeit werden wir nicht genug E-Fuels haben, um die jetzt zugelassenen Pkw mit Verbrennungsmotor damit zu betreiben“, sagte er. Das bedeute allerdings nicht, dass es in Zukunft keine Innovationen mehr im Pkw-Umfeld geben werde.

Mit seiner E-Fuels-kritischen Haltung schlägt Wissing einen anderen Kurs ein als sein Vorgänger Andreas Scheuer (CSU). Dieser hatte bis zuletzt auch auf den Einsatz sogenannter synthetischer Kraftstoffe (E-Fuels) gesetzt. Gleichzeitig sieht sich der Minister nicht zuletzt im Einklang mit internationalen Vorgaben: „Wenn man sich die EU-Regulierung anschaut, sieht man, dass die Entscheidung für die E-Mobilität längst gefallen ist.“ Mit einem forcierten Umstieg will er zudem das von der neuen Bundesregierung angestrebte Ziel von mindestens 15 Millionen vollelektrischen Pkw bis 2030 schaffen.

Für den Minister und sein Team ist nun vorrangig, Autofahrern die Stromer weiter schmackhaft zu machen. „Der Erfolg der Elektromobilität basiert letztlich auf den Entscheidungen der Autokäuferinnen und -käufer“, so Wissing. Ein Umstieg müsse als Fortschritt empfunden werden. Der Druck auf Fahrer von Autos mit einem Verbrennungsmotor wird in jedem Fall weiter steigen. „Die Nutzung fossiler Kraftstoffe wird in Zukunft teurer werden“, kündigte Wissing an.

Wissing will private Wallbox-Förderung nicht ungeprüft wieder einführen

Daneben brauche es eine bessere Ladeinfrastruktur. Die Wallbox-Förderung für Privathaushalte, die nach großem Andrang kürzlich ausgelaufen war, will der neue Verkehrsminister aber nicht ohne Prüfung wieder einführen. „Mir ist es zu wenig, einfach nur bestehende Programme zu verlängern, ohne zu analysieren, was die Menschen vom Umstieg abhält“, sagte der FDP-Politiker.

Doch nicht nur die Politik, auch die Industrie sei weiter gefordert, um die Attraktivität ihrer Elektroautos zu steigern. „Tesla ist es gelungen, mit seinen Modellen viele Käuferinnen und Käufer zu begeistern, dies würde ich mir auch für die deutschen Automobilhersteller wünschen“, so Wissing. Tesla hatte mit dem Model 3 beispielsweise das meistzugelassene E-Auto im Jahr 2021 gestellt. Bei den absoluten E-Zulassungszahlen hatte VW mit seinen Modellen E-Up, ID3 und ID4 aber vor den Kaliforniern gelegen.

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