ZDK fordert freie Fahrt für nachgerüstete Diesel

Autor: Christoph Baeuchle

Die ZDK-Fachgruppe Fabrikatsvereinigungen fordert Klarheit über die Zukunft des Diesels. Während in dieser Frage die Händler auf die Politik warten müssen, wachsen im Markt die Alternativen zu den zuletzt massiv kritisierten Gebrauchtwagenbörsen.

Firmen zum Thema

Autohändler leiden unter den Ungewissheit über die Zukunft von Euro-5-Diesel-Fahrzeugen.
Autohändler leiden unter den Ungewissheit über die Zukunft von Euro-5-Diesel-Fahrzeugen.
(Bild: Promotor)

Der Preisdruck auf die Dieselfahrzeuge zwingt zum schnellen Handeln. Für Fahrzeuge mit Euro-6-Dieselmotoren müsse weiterhin überall freie Fahrt gelten, fordert die im ZDK organisierte Fachgruppe Fabrikatsvereinigungen. Gleiches habe für ältere Diesel zu gelten, deren Stickoxidausstoß im Wege der Nachrüstung auf Euro-6-Niveau gebracht werden könne.

Auf der Sitzung in Bonn betonte ZDK-Vizepräsident und Fabrikatssprecher Thomas Peckruhn, dass das gute Neuwagengeschäft des vergangenen Jahres nicht über die ungelöste Dieselfrage hinwegtäuschen dürfe. Der Dieselanteil an den Pkw-Neuzulassungen war 2017 auf nur noch 38,8 Prozent gesunken. Ein Jahr zuvor machten die Dieselerstzulassungen 45,9 Prozent aus.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

„Der Handel sitzt auf mehreren Hunderttausend Euro-5-Diesel-Pkws, die quasi unverkäuflich sind“, so Peckruhn. Das führe in den Kfz-Betrieben zu teilweise existenzbedrohenden Belastungen. Massiv erhöhte Standzeiten und einige Tausend Euro Wertverlust pro Fahrzeug würden ebenso dazu beitragen wie weitere zigtausend Leasingrückläufer, mit denen in diesem Jahr zu rechnen sei. Die Hersteller und Importeure seien dringend gefordert, ihre Händler in dieser prekären Situation als Zeichen gelebter Partnerschaft wirtschaftlich zu unterstützen.

„Die Dieselfahrer in unserem Land brauchen dringend Rechtssicherheit für die Benutzung ihrer Fahrzeuge“, sagte Thomas Peckruhn. Aber auch die Händler benötigten sehr schnell eine verlässliche Perspektive. Daher sei es umso wichtiger, dass auf politischer Ebene endlich klare Entscheidungen getroffen würden. Alle Euro-6-Diesel müssten generell von möglicherweise drohenden Fahrverboten ausgenommen werden. Hinzu kommen müsse eine Richtlinie für die Hardwarenachrüstung älterer Diesel, insbesondere für Modelle der Emissionsklasse Euro 5. Die Nachrüstung solle entsprechend gefördert werden und nicht auf Fahrzeuge von privaten Haltern beschränkt sein.

Ein weiterer Schwerpunkt auf der Agenda der Fabrikatsgruppe war der Umgang mit Gebrauchtwagenplattformen. Wie bereits im vergangenen Jahr berichtet, sorgen aus Händlersicht überzogene Preiserhöhungen und Preisbewertungen – zuletzt bei Mobile.de – für massive Unzufriedenheit im Kfz-Gewerbe. „Es kann nicht sein, dass die Börsen durch ihre Bewertungstools in die Preispolitik der Markenhändler eingreifen“, stellte Peckruhn klar.

Händler wollen dies nicht einfach hinnehmen. Die Entwicklungen auf dem Markt der Gebrauchtwagenbörsen schaffen nun Alternativen. Anthony Bandmann (Sprecher der Geschäftsführung Volkswagen Leasing) sowie die Heycar-Manager Daniel Welberts (Geschäftsführer) und Marc Schiekofer (Vertriebschef) stellten ihr neues Produkt vor. Bei den Teilnehmern der Fachgruppe Fabrikatsvereinigungen kam dies gut an.

(ID:45095728)

Über den Autor

 Christoph Baeuchle

Christoph Baeuchle

Chefreporter Automobilwirtschaft & Politik/Verbände