E-Mobilität ZDK fordert niedrigere Stromsteuer

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

Der ZDK fordert die Bundesregierung zur Senkung der Stromsteuer auf. Hohe Stromkosten könnten ansonsten die Elektromobilität ausbremsen, fürchtet der Verband.

E-Auto zu fahren ist angesichts der hohen Kraftstoffpreise noch günstiger. Wenn die Stromsteuer jedoch steigt, verliert die E-Mobilität einen wichtigen Vorteil, fürchtet der ZDK und erinnert die Bundesregierung an ihr Wahlversprechen. Danach sollten die Strompreise sinken und nicht steigen.(Bild:  Tesla Motors)
E-Auto zu fahren ist angesichts der hohen Kraftstoffpreise noch günstiger. Wenn die Stromsteuer jedoch steigt, verliert die E-Mobilität einen wichtigen Vorteil, fürchtet der ZDK und erinnert die Bundesregierung an ihr Wahlversprechen. Danach sollten die Strompreise sinken und nicht steigen.
(Bild: Tesla Motors)

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) warnt die Bundesregierung vor der Erhöhung der Stromsteuer und den Mitgliedstaaten auf EU-Ebene weiterhin Spielraum für eine höhere Besteuerung von Strom einzuräumen. Nach Einschätzung des Verbands wäre dies angesichts der zunehmenden Elektrifizierung des Verkehrs ein falsches Signal.

Hintergrund ist ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums an die Europäische Kommission, mit dem sich Deutschland auf EU-Ebene dafür einsetzt, dass die Mitgliedstaaten künftig weiterhin einen gewissen Spielraum bei der Besteuerung von Strom behalten. Damit würde sich Deutschland grundsätzlich die Möglichkeit offenhalten, Strom oberhalb des europäischen Mindeststeuersatzes zu besteuern.

ZDK: Kostenvorteil von E-Autos darf nicht schrumpfen

ZDK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Hasler erklärte, wer Elektromobilität wolle, müsse auch dafür sorgen, dass elektrisches Fahren wirtschaftlich attraktiv bleibe. Strom dürfe deshalb nicht immer weiter verteuert werden, da mit steigenden Stromkosten auch der Kostenvorteil eines Elektroautos gegenüber einem Verbrenner schrumpfe und die Entscheidung für ein E-Auto dadurch schwieriger werde.

Der Verband verweist darauf, dass die laufenden Energiekosten ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtkosten eines Fahrzeugs seien. Aktuelle Kostenvergleiche zeigten, dass der Kostenvorteil von Elektrofahrzeugen gegenüber vergleichbaren Verbrennern mit steigenden Strompreisen abnehme. Aus Sicht des ZDK gehe es dabei nicht nur um die Stromkosten von Autohäusern und Werkstätten selbst, sondern vor allem um den Fahrzeugmarkt: Werde Strom als Energieträger steuerlich stärker belastet, verschlechtere sich die wirtschaftliche Attraktivität des Elektroautos gegenüber konventionellen Antrieben, was die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen bremsen könne, so Hasler.

EU-Kommission will E-Mobilität weiter hochfahren

Die Europäische Kommission verfolgt nach Angaben des ZDK ein gegenläufiges Ziel: Sie will die Elektrifizierung des Verkehrs beschleunigen und verweist selbst darauf, dass das bestehende Preisgefälle zwischen Strom und fossilen Energieträgern diese erschwere. Auch für Elektrofahrzeuge sollen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen demnach verbessert werden.

ZDK verweist auf den Koalitionsvertrag

Der ZDK bewertet die Entwicklung insbesondere vor dem Hintergrund des Koalitionsvertrags kritisch. Darin hatten CDU, CSU und SPD vereinbart, die Stromsteuer für alle Unternehmen und Verbraucher auf das europäische Mindestmaß zu senken. Die Politik solle ihren eigenen Kurs konsequent verfolgen, so Hasler: Wenn die Elektrifizierung des Verkehrs gewollt sei, müssten Strom und elektrisches Fahren wettbewerbsfähig bleiben. Es brauche keine Debatte über zusätzliche Belastungen, sondern verlässliche und bezahlbare Rahmenbedingungen für die Transformation der Mobilität.

Der ZDK fordert vor diesem Hintergrund, auf zusätzliche Belastungen des Stroms zu verzichten und die Stromsteuer für alle Verbraucher auf das europäische Mindestmaß abzusenken.

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