ZDK-Präsident erwartet 2014 „etwas mehr Neuzulassungen“

Autor / Redakteur: Wolfgang Michel / Wolfgang Michel

Die vorläufige Bilanz des Autojahres 2013 von Robert Rademacher fällt überraschend positiv aus. Unter anderem seien die Bruttogewinne leicht besser als zunächst erwartet.

ZDK-Präsident Robert Rademacher (li.) zog eine weniger graue Bilanz des Autojahrs 2013, als bisher erwartet worden war. Stefan Fuchs sprach im Rahmen des 8. Mannheimer Kamingespräch über die Entwicklungen auf dem Markt der Schmierstoffe.
ZDK-Präsident Robert Rademacher (li.) zog eine weniger graue Bilanz des Autojahrs 2013, als bisher erwartet worden war. Stefan Fuchs sprach im Rahmen des 8. Mannheimer Kamingespräch über die Entwicklungen auf dem Markt der Schmierstoffe.
(Foto: Michel)

Sechs Wochen vor Jahresende geht Robert Rademacher davon aus, dass das deutsche Kfz-Gewerbe 2013 rund 2,9 Millionen Pkw-Neuzulassungen verzeichnen wird. „Es geht ein Autojahr zu Ende, welches schlussendlich doch noch ganz leidlich geworden ist“, sagte der ZDK-Präsident anlässlich eines gemeinsamen Pressegesprächs von ZDK und Fuchs Schmierstoffe am Dienstag in Mannheim.

In diesem Ergebnis für 2013 sieht Rademacher alles andere als eine Krise. Mit knapp drei Millionen Pkw-Zulassungen schließe das laufende Jahr letztlich als Normaljahr für den deutschen Automobilhandel ab. „Erst ab 2,7 Millionen Pkw-Neuzulassungen würde ich von einem Krisenjahr sprechen“, sagte der ZDK-Präsident. Erfreulich sei zudem, „dass die Bruttogewinne bei den Neuwagen etwas besser sind, als es angesichts des Preisdruckes aus dem Internet zum Jahresanfang zu erwarten war.“

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Ebenfalls positiv bewertet Rademacher das Gebrauchtwagengeschäft: „Bei den Besitzumschreibungen verzeichnen wir nicht nur ein mengenmäßiges Plus, sondern zudem eine bemerkenswerte Erholung der im Vorjahr völlig unzureichenden Bruttogewinne.“ Im Service verlaufe das Geschäft stabil auf Vorjahresniveau.

Unter dem Strich gibt Rademacher dem Autojahr 2013 die Schulnote „Drei minus“. „Die Bilanzen der Unternehmen liegen uns natürlich noch nicht vor. Ich gehe aber davon aus, dass die durchschnittliche Rendite im Automobilhandel oberhalb 1,0 Prozent liegen wird“, sagte Rademacher.

Auf das kommende Jahr blickt der ZDK-Präsident mit einer „gewissen Zuversicht“. Rademacher rechnet mit drei Millionen Pkw-Neuzulassungen. Selbst dann, wenn Hersteller und Importeure weniger Eigenzulassungen tätigten. Das Gebrauchtwagen- und Servicegeschäft 2014 dürfte sich seiner Meinung nach „auch wieder auf dem diesjährigen Niveau bewegen.“

Klare Absage an die Pkw-Maut

Bei allen Prognosen gehe der Verband jedoch davon aus, dass die Politik keine weiteren Belastungen für Unternehmen und Bürger verabschiedet. „Mit Verwunderung betrachten wir die Diskussion um die Pkw-Maut“, sagt Rademacher. Viel sinnvoller seien die Vorschläge der sogenannten Bodewig-Kommission. Im Kern gehe es hier darum, 15 Jahre lang einen Sonderfonds mit jährlich etwa 7,2 Milliarden Euro für die Sanierung aller Verkehrsträger in Bund, Ländern und Gemeinden zu schaffen.

„Damit ließe sich vernünftig arbeiten, weil für die dringend notwendige Sanierung unseres Verkehrsnetzes eine verlässliche fiskalische Größe über einen festen Zeitraum fixiert wäre“, so Rademacher. „Mit einer Pkw-Maut kämen wir nicht weit, und sie birgt viele rechtliche Probleme. Insofern sollte die Pkw-Maut rasch vom Tisch der Koalitionsverhandlungen verschwinden“, forderte der ZDK-Präsident.

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