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Zerstrittener Peugeot-Verband wählt Vorstand

Autor: Christoph Baeuchle

In schwierigen Zeiten haben sich die Peugeot-Partner zu einer vorgezogenen Mitgliederversammlung getroffen. Der Einladung folgten nur wenige, obwohl die Wahl des Vorstands auf der Agenda stand.

Das Verhältnis zwischen Peugeot Deutschland und dem VPPD ist weiterhin angespannt.
Das Verhältnis zwischen Peugeot Deutschland und dem VPPD ist weiterhin angespannt.
(Bild: Peugeot)

Der Verband der Peugeot-Partner Deutschlands (VPPD) hat sich in turbulenten Zeiten getroffen und seine Spitze neu gewählt. Aufgrund der schwierigen Situation hatte der Verband die Versammlung vorgezogen: Die Mitglieder trafen sich Anfang Juli statt wie sonst üblich im November.

Ein wichtiger Punkt auf der Agenda: die Wahl des Vorstands. Die Teilnehmer bestätigten Albert Schwinn in seinem Amt, damit tritt der Präsident seine dritte Amtsperiode an. Zudem steht Schwinn nach dem Rücktritt von Ulrich Bebion Anfang des Jahres weiterhin dem Arbeitskreis Vertrieb & Marketing kommissarisch vor.

Die beiden Stellvertreter des Präsidenten wurden ebenfalls wiedergewählt, tauschten aber ihre Rollen: Sebastian Beck (Arbeitskreise Servicepartner und Informationstechnologie) ist nun erster Stellvertreter, Schatzmeister Detlef Algie (Arbeitskreis Betriebswirtschaft & Bank) zweiter Stellvertreter.

Nur wenige Mitglieder waren der Einladung gefolgt. VPPD-Geschäftsführer Herbert Kirst bedauerte gegenüber »kfz-betrieb«, dass die Versammlung „nicht üppig besucht worden ist“. Im Händlernetz kursieren verschiedene Besucherzahlen; die Rede ist von rund 40 Teilnehmern.

Aufgrund einer gleichzeitig stattfindenden Citroën-Veranstaltung zum 100-jährigen Jubiläum seien wohl weniger Besucher gekommen, so Kirst. Zudem hätten einige Bundesländer bereits Sommerferien.

Peugeot-Vertreter fehlen

Allerdings dürfte der eine oder andere Händler auch aus Protest ferngeblieben sein. Anfang des Jahres haben sich rund 70 Peugeot-Partner zusammengeschlossen und direkt das Gespräch mit dem Importeur gesucht.

Auch die Vertreter von Peugeot Deutschland folgten nicht der Einladung des Händlerverbandes und fehlten bei der Versammlung. Ein weiteres Zeichen, dass die Situation zwischen Verband und Importeur nach wie vor schwierig ist. Zur Wiederwahl der Verbandsspitze wollte sich der Importeur nicht äußern, da der Verband das Wahlergebnis offiziell bislang nicht mitgeteilt habe.

Peugeot-Deutschlandchef Steffen Raschig hatte Anfang des Jahres die Kommunikation mit der Verbandsspitze abgebrochen. Die Arbeit auf Ausschussebene läuft weiter. „An der Situation hat sich nach wie vor nichts geändert“, sagte eine Sprecherin von Peugeot Deutschland.

Dagegen sieht der Händlerverband eine Annäherung zum Importeur. „Der Verband arbeitet daran, die Kommunikation weiter zu intensivieren“, sagte VPPD-Geschäftsführer Kirst. Dies bestätigte Präsident Schwinn und betonte: „Wir brauchen noch ein klärendes Gespräch mit Peugeot Deutschland.“

Von der Mitgliederversammlung zog Schwinn ein positives Resümee: „Wir sind mit der Veranstaltung sehr zufrieden.“ Nun will sich die Verbandsspitze an die Arbeit machen: Auf der Agenda steht vor allem die Vertriebspolitik von Peugeot Deutschland und das umstrittene Margensystem.

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