Mögliche Undichtigkeiten Zwei Rückrufe für den Mercedes Citan

Autor / Redakteur: Niko Ganzer / Andreas Wehner

Bei einer Leckage der Spritleitung beim Mercedes Citan besteht erhöhte Brandgefahr. Feuchtigkeitseintritt in den Leitungssatz der Rückfahrkamera könnte außerdem die Heckklappe entriegeln.

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Der Mercedes Citan muss in die Werkstatt.
Der Mercedes Citan muss in die Werkstatt.
(Foto: Holz)

In den vergangenen Wochen meldete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zwei Rückrufe für den Mercedes Citan (Baureihe 415). Beide bewegen sich in ähnlichen Größenordnungen, obwohl die betroffenen Bauzeiträume höchst unterschiedlich sind. Weltweit rund 8.400 Exemplare aus dem Produktionszeitraum Februar 2018 bis April 2019 erhalten eine neue Kraftstoffleitung, die zusätzlich mit einer Hülle verstärkt ist. Grund hierfür ist eine mögliche Undichtigkeit, wenn das Bauteil in Kontakt mit der Kältemittelleitung kommt.

„Im Falle einer Leckage könnte es zu einer Zerstäubung von Kraftstoff kommen. Eine daraus resultierende Brandgefahr kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden“, erklärte eine Sprecherin der Konzernsparte auf Anfrage. Der deswegen nötige Werkstattaufenthalt läuft unter dem internen Code „C1LEITUBI“ und soll weniger als eine Stunde in Anspruch nehmen.

Ähnlich lang dauert die Aktion „C1HECKLAP (7493051)“ für 8.231 Mercedes Citan, gebaut zwischen Februar 2015 und November 2020. Hier muss der Leitungssatz der als Zusatzausstattung vorhandenen Rückfahrkamera durch eine besser abgedichtete Variante ersetzt werden. Eindringende Feuchtigkeit könnte sonst die Heckklappe während der Fahrt entriegeln. Wenn „gleichzeitig Gegenstände im Kofferraum des Fahrzeugs gegen die Heckklappe drücken, könnte nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Heckklappe öffnet“, erklärte die Sprecherin die möglichen Folgen.

Die erste Maßnahme ist für 4.660 deutsche Halter vorgesehen. Beim zweiten Rückruf ist ein Großteil der insgesamt betroffenen Fahrzeuge hierzulande gemeldet, nämlich rund 7.500 Einheiten. Für den zum Citan baugleichen Renault Kangoo seien in beiden Fällen keine solche Rückrufaktionen bekannt, teilte Martin Zimmermann, Vorstand Kommunikation der Renault Deutschland AG, auf Nachfrage mit.

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