100 Jahre Citroën: Mehr als ein Automobil

Autor: Christoph Baeuchle

Seit 100 Jahren prägt Citroën die Automobilgeschichte mit. Der Hersteller war nicht nur hinsichtlich seiner außergewöhnlichen Modelle ein Pionier. So manches Unternehmen ist heute noch nicht so weit wie der Firmengründer André Citroën zu seiner Zeit.

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Citroën feiert hundersten Geburtstag.
Citroën feiert hundersten Geburtstag.
(Bild: Citroën)

Über Citroën kann man streiten. Heute mehr als früher. Doch bei aller Uneinigkeit stimmen viele Experten in einem Punkt überein: Citroën ist nicht wie viele anderen Automobilhersteller. Das galt früher noch mehr als heute. Doch den Kern seiner Historie hat der französische Hersteller nie vergessen.

Als André Citroën vor 100 Jahren des Unternehmen gründete, wollte er mehr als nur ein Auto bauen. Der Firmengründer war Pionier und Visionär. Er wollte die Demokratisierung des Automobils, es volkstümlich machen. Er konzentrierte sich auf das Wesentliche, verzichtete auf Spielereien. So sollte das Auto Einzug in den Alltag halten – bei der Arbeit und in der Freizeit.

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Doch wer Citroën allein auf den Autobau beschränkt, greift zu kurz. Mit seinen Ideen und Ansätzen hat der Pionier auch die Wirtschaft geprägt und war anderen Unternehmen oft weit voraus. Als einer der Ersten führte er vor einhundert Jahren die Fließbandproduktion in Europa ein, die er zuvor bei Henry Ford studiert hatte. Zwei Jahre später bot er als Erster Leasing- und Leihwagen an.

Nicht weniger wichtig waren Citroën seine Mitarbeiter. Als erster Unternehmer in Europa zahlte er 1927 seinen Mitarbeitern ein 13. Monatsgehalt. Er führte eine Krankenversicherung und eine Pension für die Mitarbeiter ein, gründete und unterhielt ein Betriebsorchester und eröffnete einen Betriebskindergarten. So weit sind viele Unternehmen heute noch nicht.

Auch die Werbung revolutionierte er. Er stellte 1921 rund 165.000 Straßenschilder und Wegweiser in Frankreich auf, alle mit dem Hinweis versehen: „Don de Citroën“ (Gestiftet von Citroën). In Frankreich beleuchtete sein Namenszug den Eiffelturm, in Köln schickte das Unternehmen die neuen Modelle als Werbeflotte auf die Straße.

Und neue Modelle kamen in den 100 Jahren des Bestehens viele. Einige davon prägten die Entwicklung des Automobils entscheidend mit. Mit dem Citroën 5HP vollzog der Unternehmer 1922 einen großen Schritt zur Demokratisierung des Automobils. Im Volksmund „Petit Citron“ (die kleine Zitrone).

Weitere Schritte folgten, spätestens mit dem Citroën 2CV, der in Deutschland besser unter dem Namen „Die Ente“ bekannt ist. Die Idee vom minimalistischen Kleinwagen verfolgte Citroën bereits Mitte der Dreißigerjahre, vorgestellt wurde das Auto dann 1948 auf dem Pariser Salon. Ein Jahr später ging es in die Produktion. Bis 1990 baute Citroën knapp 3,9 Millionen Einheiten davon.

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Über den Autor

 Christoph Baeuchle

Christoph Baeuchle

Chefreporter Automobilwirtschaft & Politik/Verbände