100 Jahre Mazda: Wie Phönix aus der Asche

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Chronik: 100 Jahre Mazda im Überblick

1920: Am 30. Januar erfolgt die Gründung der Toyo Cork Kogyo Co. Ltd. (wörtlich übersetzt: Manufaktur des Ostens) in Hiroshima, aus der später die Mazda Motor Corporation hervorgeht. Erstes Produkt des Unternehmens ist industriell genutzter Korkersatz

1921: Der Industrielle Jujiro Matsuda wird Präsident der Toyo Cork Kogyo und transformiert das Unternehmen zum Maschinenbauspezialisten nachdem der Markt für Korkersatz zusammenbricht

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1927: Das Wort „Cork“ wird aus dem Firmennamen gestrichen

1930: Toyo Kogyo entwickelt ein motorisiertes Lastendreirad, von dem 30 Prototypen in einen Feldversuch gehen

1931: Unter dem Namen Mazda GO geht das Nutzfahrzeug in Serie und avanciert schon 1932 zum Exportschlager. Der Vertrieb erfolgt anfangs durch Mitsubishi, zu erkennen am Mitsubishi-Logo auf dem Mazda GO

1938: Das Modell Mazda GA zählt zu den erfolgreichsten japanischen Dreirad-Transportern und trägt das 1936 entwickelte erste Mazda Logo

1940: Mazda präsentiert einen zweitürigen Pkw, dessen Serienfertigung durch den Zweiten Weltkrieg verhindert wird

1945: Am 6. August wird Hiroshima durch einen Atombombenabwurf verwüstet, aber schon im Dezember läuft bei Mazda die Nachkriegsproduktion an

1958: Erstes vierrädriges Fahrzeug der Marke ist der Lastwagen Romper, insgesamt umfasst das Modellprogramm 30 verschiedene Nutzfahrzeuge

1960: Am 23. Mai geht der Mazda R360 Coupé als erster Mazda-Pkw in Produktion. Zeitweise erzielt das technisch innovative Kleinstfahrzeug für Familien im Kei-Car-Segment 65 Prozent Marktanteil. Die japanische Regierung reguliert den Automarkt und fordert Mazda zu einer Fusion mit einem anderen Unternehmen auf. Tsuneji Matsuda, Sohn des Unternehmensgründers, weigert sich und schließt mit dem deutschen Autobauer NSU einen Lizenzvertrag zur Entwicklung und Produktion von Kreiskolben-Motoren. Bereits im November präsentiert Mazda einen Prototypen des ersten eigenen Wankelmotors

1961: Mit praktischen und flotten Pick-ups punktet Mazda bei den leichten Nutzfahrzeugen. Zuerst startet die bis ins 21. Jahrhundert gebaute Mazda B-Serie und 1973 folgt ein Rotary Pick-up mit Wankelmotor

1962: Der Mazda Carol wird als erste Familienlimousine der Marke lanciert und läuft im März 1963 als ein-millionster Mazda Pkw vom Band

1963: Auf der Tokyo Motor Show präsentiert Mazda den weltweit ersten Zweischeiben-Kreiskolbenmotor während NSU den Wankel Spider mit Einscheiben-Wankel vorstellt. Der neue Mazda Familia in stilprägendem Bertone-Design entwickelt sich zum Bestseller in der unteren Mittelklasse. Als Mazda 1000/1300 sind die Typen in zweiter Generation ab Mitte der 1970er Jahre auch in Deutschland lieferbar

1966: Zur ersten fernöstlichen Designikone in der Mittelklasse avanciert der Mazda Luce. Mit italienisch leichten Linien und markanten Doppelscheinwerfern erzielt der bei Bertone designte Luce als Mazda 1500/1800 auch in Europa Erfolge. Der neue Mazda Bongo ist ein Transporter und Familienvan, der in Japan Kultstatus erringt ähnlich wie in Europa der VW Bulli

1967: Mazda startet den Export nach Europa, ein Jahr später erfolgt die Gründung von Mazda Motor Europe. Im Mai debütiert der futuristische Mazda Cosmo Sport 110 S als weltweit erster Serienwagen mit Zwei-Scheiben-Kreiskolbenmotor und damit noch vor dem NSU Ro 80

1968: Der Mazda Cosmo Sport 110 S brilliert beim 84-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring, der Beginn der Motorsportaktivitäten von Mazda. Als globaler Wankelbotschafter macht das R100 Coupé die Marke Mazda im Export bekannt

1969: Auf der Frankfurter IAA werden mögliche Mazda Modelle für den deutschen Markt gezeigt und bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps sorgen drei Wankel-Mazda vom Typ R100 für Furore. Nicht nach Europa kommt der Luce R130 als erster Mazda mit Vorderradantrieb

1970: Exportbeginn in die USA, vor allem mit Modellen mit Wankelmotor, die bald einen Anteil von 50 Prozent am Vertrieb haben. Dabei der neue Mazda RX-2 (Limousine und Coupé), der mit Hubkolbenmotor und der Typenbezeichnung 616 später in Deutschland zum Startaufgebot zählt

1972: Am 23. November erfolgt die Gründung der Mazda Motors Deutschland GmbH mit Handelsregistereintrag in Düsseldorf. Der Vertriebsstart geschieht im nächsten Jahr mit den Modellen 616, RX-3 und 818. Neues Mazda Flaggschiff RX-4 bzw. 929 (mit Hubkolbenmotor). Als 929 wird dieser Typ ab 1977 in Deutschland verkauft

1974: Der Parkway verfügt als erster Bus über einen Wankelmotor

1975: Staatslimousine Mazda Roadpacer AP auf Basis des australischen Holden HJ Premier kann sich trotz Wankelmotor nicht durchsetzen. Das erfolgreiche Kei-Car Mazda Chantez darf nach Protesten der Konkurrenz nicht mit Wankelmotor verkauft werden. Auf der Frankfurter IAA debütiert der Gran Turismo RX-5 als Vorbote einer neuen Generation von Modellen mit Kreiskolbenmotor. Als erstes Auto mit Abgasreinigung erfüllt der RX-5 die damals global strengsten japanischen Emissionsvorschriften, in Deutschland bleibt er wegen schwülstiger Formen im US-Stil ein Außenseiter

1977: Mit einer Marathon-Tour von Hiroshima zur Frankfurter IAA demonstriert der Mazda 323 sein Potential im Golf-Segment. Tatsächlich zählt er in den 1980er Jahren zu den meistverkauften importierten Kompaktklassemodellen in Deutschland und sogar die DDR ordert daraufhin in Japan ein Kontingent Mazda 323

1978: Mazda 626 (Mittelklasse) und RX-7 mit Wankelmotor entwickeln sich auf Anhieb zu Bestsellern

1979: Ford kauft 25 Prozent der Anteile an Mazda, eine dringend erforderliche Kapitalspritze für das finanzschwache japanische Unternehmen. Neues Spitzenmodell in Deutschland ist der 929, erhältlich als Limousine und Kombi

1982: Wie im Vorjahr ist der Mazda 323 das meistverkaufte japanische Auto in Deutschland

1983: Mazda 626 gewinnt als erster Japaner einen Vergleichstest gegen ein Mercedes-Modell. Mazda 323 und 626 zählen in Deutschland zu den populärsten Importmodellen

1984: Toyo Kogyo ist Geschichte, denn das Unternehmen benennt sich um in Mazda Motor Corporation. Mit der Mazda E-Serie kommen Transporter nach Deutschland

1986: Kleinwagen Mazda 121 debütiert, später auch baugleich als Kia Pride und Ford Festiva im Angebot

1987: In Flat Rock, USA, wird das erste amerikanische Mazda-Werk eröffnet, dort werden auch Ford-Modelle wie der Probe produziert. Das Mazda RX-7 Cabriolet debütiert als weltweit erstes Kreiskolbenmodell mit Verdeck

1988: Der Mazda 626 ist in dritter Generation Pionier einer elektronisch geregelten Allradlenkung und auch ein Allradantrieb wird angeboten

1989: Der Mazda MX-5 debütiert im Februar. Ein Jahr später beginnt der offizielle Import nach Deutschland. Während die anderen klassischen und bezahlbaren Roadster fast ausgestorben sind, gelingt es Mazda dieses Segment zu revitalisieren und vom MX-5 weit mehr als eine Million Einheiten zu verkaufen. In Deutschland erreicht Mazda mit rund 90.000 Neuzulassungen erstmals 3,2 Prozent Marktanteil

1990: In Oberursel bei Frankfurt wird ein europäisches Mazda-Entwicklungszentrum eröffnet. Eunos Cosmo als erstes Serienfahrzeug mit Dreischeiben-Kreiskolbenmotor

1991: Als erster japanischer Hersteller gewinnt Mazda den Langstreckenklassiker von Le Mans und dies mit dem Typ 787B mit Vierscheiben-Wankelmotor

1992: Auf dem Genfer Salon debütiert das Premiummodell Xedos 6, gefolgt 1995 vom Xedos 9 mit revolutionärem Miller-Cycle-Motor

1999: Mazda Premacy als erster Kompaktvan und Mazda MPV als großer Van

2000: Seit den 1990ern beabsichtigt US-Autobauer Ford eine Multimarkenstrategie bei der Volvo und Jaguar den Premiumbereich abdecken sollten, Ford und Mazda das Volumensegment. Mazda wurde aber heruntergewirtschaftet und zielt seitdem auf Unabhängigkeit

2002: Mit dem im Vorjahr kommunizierten Slogan „Zoom-Zoom“ beginnt bei Mazda ein neuer Aufschwung. Dazu zählt eine Modelloffensive, die mit dem Mazda6 beginnt und fortgesetzt wird mit dem kompakten Mazda3, dem kleinen Mazda2, dem Kompaktvan Mazda5, dem SUV Mazda CX-7 und dem Mazda RX-8 mit Kreiskolben-Motor

2006: Mazda RX-8 mit Wasserstoffantrieb im Feldversuch und Leasingprogramm

2008: Ford verkauft 20 Prozent des 33,4 Prozent umfassenden Pakets an Mazda-Stammaktien

2012: Die neue Designsprache Kodo und effiziente Skyactiv-Motoren werden im SUV Mazda CX-5 eingeführt. Nach nur zwei Jahren Produktionszeit sind bereits eine Million Mazda SKYACTIV Modelle verkauft

2013: In Japan wird der Mazda3 Vollhybrid vorgestellt mit einer Kombination aus Benzin- und Elektroantrieb

2014: Mazda MX-5 geht in vierte Generation. Von 2016 bis 2019 wird als Parallelmodell der Fiat 124 Spider gebaut. Mazda CX-3 ergänzt das SUV-Portfolio

2015: Ford verkauft die verbliebenen 2,1 Prozent des Aktienpakets an Mazda

2017: Mazda und Toyota künden ein Joint Venture an, das in den USA Fahrzeuge produziert, sowie bei der Entwicklung von Elektroautos und vernetzten Fahrzeugen und bei Sicherheitstechnologien zusammenarbeitet. Mazda Classic – Automobil Museum Frey wird in Augsburg eröffnet

2018: Neuer Mazda3 mit Skyactiv-X-Motor vereint die Vorteile von Benzin- und Dieselmotoren

2019: Neu ist der Mazda CX-30 mit coupéartigen Linien. Debüt des batterieelektrischen Mazda MX-30, der im Folgejahr seinen deutschen Markstart feiert. Das Jahrzehnt geht für Mazda Deutschland mit einem guten Ergebnis zu Ende. 71.630 Neuzulassungen sind das beste Jahresergebnis der abgelaufenen Dekade, kommen aber noch nicht an die fast 90.000 Einheiten von 1989 heran

2020: Mazda feiert 100 Jahre Unternehmensgeschichte mit vielen Events im Augsburger Mazda Classic - Automobil Museum Frey, darunter eine Klassiker-Rallye mit 100 historischen Mazda

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