500 Millionen für neue Skoda-CI sind gut investiert

Autor / Redakteur: Andreas Grimm / Andreas Grimm

Das Skoda-Vertriebsnetz ist bis auf begründete Ausnahmen auf das aktuelle Erscheinungsbild umgestellt. Netzentwickler Volkmar Junge bilanziert im Interview die Effekte der Investitionen der Händler und skizziert neue Aufgabenstellungen.

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(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Redaktion: Herr Junge, womit beschäftigen Sie sich jetzt als Netzentwickler, da die Skoda-Autohäuser nun alle mehr oder weniger umgestellt sind?

Volkmar Junge: In den nächsten drei Jahren werden wir uns fokussiert um die Prozesssicherheit im Autohaus und bei den Mitarbeitern kümmern. Die Infrastruktur mit annähernd 600 Betrieben steht, aber die Erwartungshaltung der Kunden wächst mit den Produkten – siehe Superb. Die neuen Modelle, aber auch die Autohäuser erzeugen bei den Kunden eine ganz neue Erwartungshaltung an die Betreuung. Wir wollen und müssen dem durch sichere und wertige Prozessabläufe in den Betrieben gerecht werden.

An welchen konkreten Punkten setzen Sie an?

Eine Idee des neuen Konzepts ist ja, Kunde und Verkäufer schneller in Interaktion zu bringen. Das erfordert von den Verkäufern und Serviceberatern eine Verhaltensveränderung. Sie müssen auf den Kunden noch viel unmittelbarer zugehen. Unsere Neu- und Umbauten sind auf diese Offenheit ausgerichtet, und die Kunden erwarten sie inzwischen auch. Parallel dazu sind viele Kleinigkeiten zu klären, wie zum Beispiel die Ordnung in der Warteecke. Was passiert zum Beispiel mit benutztem Geschirr? Das Spektrum reicht von simplen Themen bis zu Grundsatzfragen. Sie alle müssen angesprochen und dauerhafte Lösungen gefunden werden.

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Zum Beispiel …

Da ist die veränderte Aufstellung unserer Marke in Autohausgruppen durch die Weiterentwicklung zum Volumenfabrikat. Das erfordert die Steuerung der Prozesse über einen Markenverantwortlichen, eine enge Verbindung zwischen Vertrieb und Service oder klare Prozesse im digitalen Geschäft. Auch die Personalfindung und –entwicklung werden uns erheblich beschäftigen.

Hat das Auswirkungen auf neue Geschäftsfelder?

Das Flottengeschäft hängt eng an der Prozessfrage. In diesem Geschäftsfeld geht es nicht nur um Produkt, Kaufpreis und Versicherung. Vielmehr müssen die Betriebe mit 24-Stunden-Annahme und speziellen Services präsent sein und das nötige Know-how für kleinere und mittlere Flotten aufbauen. Dafür wird ein Teil unserer Partner zu Spezialisten für das Flottengeschäft qualifiziert. 139 Großkunden-Leistungszentren haben wir nun. Daran sieht man das Interesse seitens des Handels, mit Skoda nach vorne zu gehen. Ursprünglich waren wir von 100 Großkundenbetrieben ausgegangen.

Sie haben das digitale Geschäft erwähnt. Sind denn angesichts der Entwicklung Autohäuser noch zeitgemäß?

Keine Frage. Wir rechnen grundsätzlich damit, dass das Neuwagengeschäft und alle damit verbundenen Dienstleistungen auf absehbare Zeit im Autohaus stattfinden. Davon abgesehen haben wir versucht, in unserem Konzept eine Verbindung zwischen Online und Beratung vor Ort zu schaffen, etwa über den Car-Konfigurator. Das Autohaus wird also zur Schnittstelle zwischen virtueller und realer Welt. Unsere Aufgabe ist es, den stationären Handel attraktiver zu machen. Dann wird er auch in einer digitalen Welt gut funktionieren.

Die meisten Skoda-Betriebe sind ja inzwischen umgestellt. Stoßen sie auf eine höhere Kundenresonanz?

Ja, es hat sich schon in den Pilotbetrieben gezeigt, dass die Händler plötzlich mit neuen Kundengruppen zu tun haben, zu denen sie zuvor keinen Kontakt hatten. Das haben uns die Betriebe ganz klar bestätigt. Studien des Instituts für Automobilwirtschaft haben diesen Eindruck nochmals untermauert. Alle Analysen zeigen positive Effekte der CI-Maßnahmen auf Fahrzeugabsatz, Zubehörgeschäft und Kundenzufriedenheit, die über die ohnehin schon gute allgemeine Entwicklung hinausgehen.

Mit einem signifikanten Unterschied?

Durchaus. Der Neuwagenabsatz von Skoda legte im Untersuchungszeitraum um sieben Prozent zu, in den umgerüsteten Betrieben dagegen um 19 Prozent. Und der Verkauf von Originalteilen kletterte um 18 Prozent.

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