Reifenmontage Achtung bei chinesischen Rädern mit Akustikschaum

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 2 min Lesedauer

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Geräuschdämpfende Schaumlagen im Rad sind nichts Neues – allerdings werden sie bei europäischen Produkten immer im Reifen angebracht. Aus China kommen nun OE-Räder, bei denen die Schaumlage im Felgenbett sitzt.

Chinesische Hersteller nutzen Räder mit aufgebrachtem Akustikschaum – hier gesehen bei einem Smart #5.(Bild:  Peter Deubzer/Reifen Deubzer)
Chinesische Hersteller nutzen Räder mit aufgebrachtem Akustikschaum – hier gesehen bei einem Smart #5.
(Bild: Peter Deubzer/Reifen Deubzer)

Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseurhandwerk (BRV) hat seine Mitglieder auf einen neuen technischen Trend hingewiesen, der aktuell bei chinesischen Autoherstellern zu beobachten ist: Leichtmetallräder werden auf der Felgenoberfläche mit einer Schaumstofflage versehen, die Geräusche dämpfen und damit den Innengeräuschpegel, vor allem bei Elektroautos, senken soll. Diese Bauweise wurde zuerst in einem Rad des Leapmotor B10 beobachten, mittlerweile zeigt sich aber, dass auch andere Hersteller wie Smart oder Zeekr darauf setzen.

Das Wirkprinzip ist das gleiche wie bei den bekannten Silent- oder -Akustik-Reifen. Allerdings ist bei denen die Schaumstofflage am Innerliner des Reifens verklebt und stört die Reifenmontage nicht. Bei der Variante mit dem Schaumstoff an der Felge ist das allerdings möglich – umso mehr, da von außen nicht ersichtlich ist, welche Räder mit diesem Konstruktionsmerkmal ausgestattet sind.

Der BRV gibt deshalb folgende Hinweise zur Reifendemontage und -montage an chinesischen Fahrzeugen:

  • Bei den aktuell von Mitgliedsbetrieben gemeldeten Fällen ist im Tiefbett auf beiden Seiten neben dem Schaumstoff noch ausreichend Platz, um den Reifenwulst dort bei der (De-)Montage zu positionieren, ohne auf dem Schaumring aufzusitzen. Der Bereich um die Ventil- und Sensorposition ist ausgespart. Damit ist eine Reifen - (De-)Montage bei sorgfältigem Handling grundsätzlich möglich.
  • Hierbei sollte nur Schmiermittel auf der Felgenschulter und im Bereich des Wulstsitzes, sowie auf beide Reifenwulste aufgetragen werden. Ein übermäßiger Auftrag ist zu vermeiden.
  • Demontage: Beide Reifenwulste sollten nur soweit abgedrückt werden, bis diese frei werden und möglichst nicht auf dem Schaumring aufsitzen. Beim Abheben der Wulste den Wulst auf der gegenüberliegenden Seite des Montagekopfes jeweils über dem Schaumring im freien Bereich des Tiefbetts positionieren. Dazu beim zweiten/unteren Wulst, den Reifen über den Schaumring heben.
  • Montage: Bei der Montage des ersten Wulstes ebenfalls den Wulst auf der gegenüberliegenden Seite des Montagekopfes über dem Schaumring im freien Bereich des Tiefbetts positionieren und dann die montierte Reifenseite über den Schaumring führen, möglichst ohne diesen zu berühren. Bei dem zweiten Wulst ebenfalls darauf achten, dass der Wulst auf der gegenüberliegenden Seite des Montagekopfes jeweils über dem Schaumring im freien Bereich des Tiefbetts bleibt.

Ob diese Vorgehensweise bei allen Reifenmontiermaschinen funktioniert, kann wohl nicht garantiert werden – dies sollte laut BRV jeder Betrieb selbst prüfen. Angesichts dieser Umstände ist wohl von einem Mehraufwand bei der (De-)Montage auszugehen.

Bei Beschädigung des Schaumringes, seien es mechanische Schäden durch die Montage oder eine Verunreinigung mit Montagepaste, kann es zu Beeinträchtigungen des Geräuschkomforts, aber auch zu Unwuchten kommen. Ob sich der Schaumring auf der Felge in solchen Fällen ersetzen lässt, ist dem Verband noch nicht bekannt.

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