ZKF-Bundesverbandstag 2023 Wie sich die Karosserie- und Fahrzeugbauer fit machen für den Wandel

Von Konrad Wenz 4 min Lesedauer

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Die Umwälzungen in der Kfz-Branche treffen neben dem Handel und den Werkstätten auch die Karosseriefachbetriebe. Mit welchen Mitteln die Branche die Zukunft gestalten will, zeigte der Bundesverbandstag des Zentralverbands Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) in Bremen.

Ein Thema unter vielen, aber ein wesentliches für die Zukunft: Wie muss ein Quarantäne-Platz für E-Fahrzeuge aussehen? Die Antwort gab es auf dem Bundesverbandstag des ZKF in Bremen.(Bild:  Klasing)
Ein Thema unter vielen, aber ein wesentliches für die Zukunft: Wie muss ein Quarantäne-Platz für E-Fahrzeuge aussehen? Die Antwort gab es auf dem Bundesverbandstag des ZKF in Bremen.
(Bild: Klasing)

Netzwerken, Informieren, Feiern – das Programm des Bundesverbandstags des Zentralverbands Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) in Bremen hatte vielfältige Facetten. Vom 22. bis 24. Juni informierte der Verband über Zukunftsthemen und Herausforderungen rund um das Automobil und bot den Mitgliedern passende Konzepte, wie sie die Veränderungen bestehen können.

(Bild:  Klasing)
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In seiner Grundsatzrede skizzierte der im Mai in der ZKF-Mitgliederversammlung zum vierten Mal wiedergewählte ZKF-Präsident Peter Börner einleitend die Veränderungen der Branche. „Tatsache ist, dass sich einiges in der Zukunft verändern wird – Technik im Auto, Antriebsart, Eigentum, Gesellschaft, Versicherung, Personal, Unternehmensübergaben, Nachhaltigkeit bei der Reparatur von Fahrzeugen und ein sich immer schneller verändernder Mobilitätswandel“, so der ZKF-Präsident.

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Der Wandel erfordere neue Konzepte und Strategien, was aber niemanden abschrecken oder resignieren lassen dürfe. Gleichzeitig betonte er die Ausrichtung des Verbandes auf eine gezieltere Ansprache der jüngeren Mitgliedsunternehmer und die daraus geplanten Kernaufgaben.

Bei recht stabilen Unfallzahlen, aber weniger verfügbaren Fachkräften für die Reparatur in den führenden Reparaturbetrieben ergibt sich nach Börners Interpretation eine neue Chance für die Betriebe. Es gebe kaum einen Weg an den Top-Betrieben vorbei, was für diese Betriebe eine neue Verhandlungsposition eröffne – weniger Fachkräfte seien gleichbedeutend mit geringeren Ressourcen für die Reparatur.

Sorgen macht sich Börner allerdings über die Lohn- und Gehaltsentwicklung in der Mitte der Gesellschaft: „Hier werden 3.500 Euro Nettogehalt für einen Lokführer geboten – das kann der handwerkliche Mittelstand kaum stemmen.“

Veränderte Bedingungen national und europäisch

Auch im Neubau und der Reparatur von Nutzfahrzeugen stehen die Zeichen laut Börner auf Veränderung, insbesondere bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen auf nationaler und europäischer Ebene. Es sollen Netzwerke an Betrieben entstehen, die Synergien für alle Beteiligten bereitstellen. Hierzu merkte der ZKF-Präsident an: „Wie wichtig auch im Nutzfahrzeugbereich die Zusammenarbeit mit den Verbänden und Institutionen, wie der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und VDA ist, zeigen die Diskussionen um zukünftige Entwicklungen.“

ZDK-Hauptgeschäftsführer Dr. Kurt-Christian Scheel informierte die Teilnehmer des Bundesverbandstags über das Thema „Das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe zwischen Handel, Werkstatt und freiem Markt unter den Veränderungen der Mobilität“. Der ZKF ist ordentliches Mitglied im ZDK und mit ZKF-Präsident Peter Börner im ZDK-Vorstand vertreten. Der Präsident der Handwerkskammer Bremen, Thomas Kurzke, erläuterte die Sicht der Handwerkskammern auf die zukünftige Fachkräftegewinnung und -sicherung und was die Kammern dazu beitragen können.

Antworten auf die Frage „Wie Betriebe mit Social Media Fachkräfte und Kunden gewinnen können?“ erhielten die Teilnehmer in der Talkrunde unter der Moderation der Agentur „Digital Buddies“ mit Teilnehmern der Branche: Carolin Ehmann (Karosseriebau Ehmann, Mörlenbach), Melina Stüting (Bollwinkel, Bremen), Hajo Willenbrock (Willenbrock, Sottrum) und Christoph Höhne (Höhne, Luckenwalde).

Abschließend brachten die aus Spiegel TV und NTV bekannte Journalistin Corina Lampadius gemeinsam mit Schauspieler und Vorleser Clemens von Ramin den Teilnehmern das Thema Kommunikation und erfolgreiches Auftreten näher.

Börner dankte abschließend den Sponsoren der diesjährigen Veranstaltung: Carlofon GmbH, DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH, Dekra Automobil GmbH., Eurogarant Auto Service AG und der Fachzeitschrift »Fahrzeug + Karosserie« (die gemeinsam mit »kfz-betrieb« bei der Vogel Communications Group, Würzburg, erscheint) für die finanzielle Unterstützung.

Reichhaltiges Programm über mehrere Tage

Bereits am Donnerstagabend (22. Juni) war der Bundesverbandstag des ZKF mit einem Get together für die über 300 Besucher im Bremer Maritim Hotel & Congress Centrum gestartet. In lockerer Atmosphäre startete der Austausch von Informationen in Begleitung von Musik und Snacks. Am darauffolgenden Tag eröffnete nicht nur die Fachausstellung ihre Pforten, sondern auch das Pkw- und Nutzfahrzeug-Symposium mit Workshops, Fachvorträgen und Podiumsdiskussionen.

ZKF-Vizepräsident Claus Evels eröffnete das Nutzfahrzeug-Symposium parallel mit dem langjährigen Vorsitzenden des ZKF-Ausschusses „Instandsetzung und Fahrzeugtechnik“ Markus Ehmann als Moderator des Pkw-Symposiums.

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Im Pkw-Symposium standen gleich mehrere Themen im Mittelpunkt:

  • neue Urteile und die Auswirkungen auf Klagen gegen Rechnungskürzungen,
  • Serma – Standardisierter Zugang zu diebstahl- und sicherheitsrelevanten Reparatur- und Wartungsinformationen der Fahrzeughersteller,
  • neue und effiziente Verfahrensweise zum Trennen von geklebten Bauteilen,
  • Nachhaltigkeit.

Eine Podiumsdiskussion mit vielen Fachreferenten moderierte ZKF-Hauptgeschäftsführer Thomas Aukamm. In diesem Zug erfuhren die Teilnehmer Neuigkeiten zur die Ausgestaltung von Quarantäneplätzen für die E-Mobilität und die Möglichkeiten, die Kosten für eine Quarantänisierung weiter zu berechnen.

Im Nutzfahrzeug-Symposium informierten die Fachreferenten unter anderem über die Themenbereiche:

  • Cyber Security,
  • Chancen für Aerodynamik,
  • die neue Ausbildungsverordnung mit den drei Fachrichtungen,
  • Wege zu den Fördermitteln sowie
  • über die Situation der Aufbauhersteller.

Gleich mehrere Jubiläen

Im Rahmen des Bundesverbandstags feierte der ZKF seinen 75. Geburtstag und gleichzeitig feierte die Eurogarant Auto Service AG ihr 25-jähriges Bestehen. Die Eurogarant Auto Service AG bietet markenunabhängigen Fachbetrieben für die anstehenden Herausforderungen der Zukunft zahlreiche Konzepte an,“ erklärte ZKF-Präsident und Vorstand der Eurogarant Auto Service AG Peter Börner.

Gerade mit der derzeitig neuen Dienstleistung „Service2muuv“ – dem digitalen Flottenmanagement für kleinere Fuhrparks mit digitalen Vertriebstool – werde es Betrieben ermöglicht, selbst Fuhrparkmanager zu werden und eine gute Alternative zur reinen Schadenlenkung zu entwickeln. Aber auch viele andere Dienstleistungen des Unternehmens, wie das Wissens-Portal für Karosserie- und Kfz-Fachbetriebe, „Repair-Pedia“, oder die Plattform „Numinos“ würden die Betriebe bei ihren täglichen Herausforderungen unterstützen.

Gemeinsam feierten der ZKF und die Eurogarant Auto Service AG im großen Hanse-Saal des Maritim Hotels. Gleichzeitig gab es einen weiteren Geburtstag zu würdigen: Die Karosserie- und Fahrzeugbauer Innung Berlin feiert als eine der ältesten und traditionsreichsten Innungen in diesem Jahr ihren 482. Geburtstag.

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