AU-Mängelquote legt 2018 deutlich zu

Mehr als 815.000 Fahrzeuge fallen zunächst durch die Abgasuntersuchung

| Autor: Timo Schulz

Die AU-Mängelquote lag 2018 bei 6,6 Prozent.
Die AU-Mängelquote lag 2018 bei 6,6 Prozent. (Bild: Promotor/Volz)

AU-Werkstätten haben bei der Abgasuntersuchung im Jahr 2018 deutlich mehr Fahrzeuge mit Mängeln gefunden als in den Jahren zuvor. Insgesamt prüften die Werkstätten mehr als 12,34 Millionen AU-pflichtige Kraftfahrzeuge (Pkws, Nutzfahrzeuge, Krafträder). Davon wiesen mehr als 815.000 Fahrzeuge Mängel auf. Dies entspricht einer durchschnittlichen Mängelquote von 6,6 Prozent. So lauten die Ergebnisse der aktuellen AU-Mängelstatistik, die der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe jedes Jahr veröffentlicht.

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen deutlich gestiegen: 2017 wiesen laut ZDK-Statistik knapp 751.000 Fahrzeuge Mängel auf, was einer Mängelquote von 6,1 Prozent entspricht.

Abgasuntersuchung: Abgask(r)ampf

Abgasuntersuchung: Abgask(r)ampf

07.11.19 - Seit Jahrzehnten ist sie integraler Servicebestandteil jeder Kfz-Werkstatt. Doch die Front derer, die die AU selbst durchführen, bröckelt. Einigen Betriebsinhabern erscheint sie zu teuer, zu bürokratisch. Kurz: Sie haben keinen Bock mehr auf die AU. Nicht-rechnen-Können und Bequemlichkeit waren allerdings noch nie zielführende Qualifikationen im automobilen Service. lesen

Wie im Jahr zuvor konnten auch 2018 mehr als die Hälfte der Fahrzeuge, die zunächst nicht in Ordnung waren, nach einer Reparatur die Untersuchung bestehen. Knapp 418.000 Fahrzeuge schafften es im zweiten Anlauf.

Bemerkenswert: Gerade bei Pkw mit OBD-System ist die Anzahl der abgasrelevanten Mängel sprunghaft angestiegen. Ihre Zahl ist gegenüber 2017 hat um mehr als 30 Prozent zugenommen. Den Grund dafür sieht der ZDK in der Wiedereinführung der generellen Endrohrmessung zum 1. Januar 2018. ZDK-Präsident Jürgen Karpinski: „Die verpflichtende Einführung der Endrohrmessung im Rahmen der AU hat sich damit schon ein Jahr nach deren Wiedereinführung bewährt und ist ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz. Denn entscheidend ist, was hinten rauskommt. Das hat der Abgas-Skandal der vergangenen Jahre gezeigt. Die modernisierte AU ist eine Konsequenz aus unseren Erfahrungen.“

Ottomotoren ohne Kat besonders schlecht

Ein genauerer Blick in die Statistik zeigt: Die Gesamtzahl der erfassten AU- und AUK-Mängel beträgt über 1,45 Millionen. Je nach Kategorie gibt es gravierende Unterschiede: Bei Krafträdern mit geregeltem G-Kat lag die Mängelquote lediglich bei 2,8 Prozent. Am anderen Ende der Liste standen Fahrzeuge mit Ottomotor, aber ohne Kat: Hier zeigte knapp jedes achte Fahrzeug (13,3 Prozent) entsprechende Mängel. Allerdings sind in dem Segment nur noch wenige Fahrzeuge unterwegs: Insgesamt prüften die Werkstätten bei weniger als 80.000 Fahrzeugen das Abgas.

Trotz fortschreitender Technologie belegt die Mängelstatistik aus Sicht des Deutschen Kfz-Gewerbes ein weiteres Mal den Nutzen der Abgasuntersuchung an Pkws, Nutzfahrzeugen und Krafträdern.

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