Audi: „Bis Jahresende stehen die Zeichen eindeutig auf Wachstum“

Autor: Christoph Seyerlein

Gebetsmühlenartig hat Audis Vertriebsabteilung in den vergangenen Monaten betont, dass die Verkäufe im zweiten Halbjahr 2019 wieder anziehen würden. Zu sehen ist davon bislang nichts. In Ingolstadt bemüht man dennoch weiter die bekannten Parolen.

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Der Audi-Absatz in Deutschland ist in diesem Jahr bislang klar rückläufig.
Der Audi-Absatz in Deutschland ist in diesem Jahr bislang klar rückläufig.
(Bild: Seyerlein / »kfz-betrieb«)

Auch im August hat Audi ein Absatz-Minus eingefahren. Wie die Ingolstädter am Freitag mitteilten, lieferten sie im zurückliegenden Monat weltweit rund 150.100 Neuwagen aus – 2,5 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Dafür verantwortlich macht die Volkswagen-Tochter vor allem die WLTP-Sondereffekte aus dem August 2018. Im vergangenen Jahr hatten mehrere Hersteller Zulassungen in Europa wegen der neuen Abgas-Vorschriften zum 1. September vorgezogen.

Vertriebschefin Hildegard Wortmann betonte, dass „die ungewöhnlichen Schwankungen aus dem Vorjahr“ das Geschäft belastet hätten. Wie schon in den vergangenen Monaten hält Audi aber an der Ankündigung fest, den Schalter zeitnah umlegen zu können. „Bis Jahresende stehen die Zeichen für Audi aber wieder eindeutig auf Wachstum“, so Wortmann. Das wird auch höchste Zeit, will man in Ingolstadt das Jahr noch mit einem Absatzplus abschließen. Nach acht Monaten liegt der Hersteller mit 1.211.700 Auslieferungen klar hinter dem eigenen Vorjahresniveau zurück (-4,5 %). Und die Hauptkonkurrenten Mercedes und BMW sind auf das gesamte Jahr gesehen enteilt.

Hoffnung machen Wortmann dabei vor allem neue Modelle. „Unter anderem der neue Q3 oder der überarbeitete Q7 werden ihr volles Momentum entfalten“, zeigt sich die Vorständin für Vertrieb und Marketing optimistisch.

Deutschland und Europa schwächeln schon länger

Gut gebrauchen können neue Impulse auch die deutschen Audi-Händler. Hierzulande ging der Absatz im August um 3,3 Prozent zurück, im Gesamtjahr beträgt das Minus sogar 5,2 Prozent. Dazu ist die Stimmung zwischen Hersteller und Handel schlecht, zuletzt äußerte Händlerverbandspräsident Dirk Weddigen von Knapp harsche Kritik an Audi-Chef Bram Schot.

Auch in Gesamteuropa tut sich der Hersteller 2019 bislang schwer – und das wie in Deutschland nicht nur wegen des aktuellen WLTP-Sondereffekts. Der Rückgang von 4,7 Prozent auf dem Kontinent im August fiel prozentual geringer aus als der Käuferschwund im Gesamtjahr (-5,8 %).

Immerhin gab es in der August-Absatzbilanz der Ingolstädter aber auch den ein oder anderen Lichtblick. In den USA setzte Audi mit 21.531 Einheiten drei Prozent mehr ab als vor Jahresfrist. Und auch in China – der wichtigste Einzelmarkt für den Hersteller – wuchs die Marke mit 58.580 Auslieferungen um zwei Prozent.

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Fachredakteur Next Mobility