Audi-Zentrum Ingolstadt passt die Prozesse an

Autor / Redakteur: Christopher Kampfmann / Ottmar Holz

Das Audi-Zentrum Karl Brod weiß, was die Markenfans wünschen. Doch dafür mussten die Abläufe geändert werden. Nun kommt der Händler aus Ingolstadt auf Platz neun des Service Awards.

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Das Audi-Zentrum Ingolstadt weiß, was Fans der Marke wollen.
Das Audi-Zentrum Ingolstadt weiß, was Fans der Marke wollen.
(Foto: Kampfmann)

Es hört sich fast wie ein Witz an: Ein Audi-Betrieb in der Audi-Stadt Ingolstadt, den gerade der Standort – wohl behütet unter der Hand des Herstellers – vor Herausforderungen stellen soll? Aber es stimmt: Ingolstädter sind eben anspruchsvoller als andere Kunden, wenn es um die Fahrzeuge ihrer Automarke geht. Das Audi-Zentrum Karl Brod GmbH muss darum in Sachen Service mehr bieten als andere Autohäuser. Nur so gelingt dem Unternehmen der Sprung aus dem Schatten des Herstellers. „Wir merken, dass wir anders sind als andere Audi-Betriebe“, erklärt Geschäftsführer Christian Meyer-Günderoth, „und wir sind stolz darauf, dass wir hier fast alles bieten können.“

Tatsächlich hat der Ingolstädter Betrieb einiges auf Lager, was die Herzen der Audi-Fans höher schlagen lässt. Dank Motorsportpartnerschaft ziehen in dem modernen Ausstellunghangar regelmäßig die neusten R8- und RS-Modelle neugierige Blicke auf sich, und als E-tron-Partner bleiben bei Brod auch für die Fans der Elektromobilität keine Wünsche mehr offen. Der Betrieb ist Audi pur. Hierzu passt auch die enge Zusammenarbeit, die das Audi-Zentrum mit dem Hersteller pflegt. In einer separaten Werkstatt kümmert sich ein eigenes Team um Montage- und Wartungsarbeiten an Vorserienmodellen aus der Entwicklung. „Nicht jeder bekommt zu sehen, was bei uns täglich in den Betrieb kommt“, erzählt Meyer-Günderoth. „Viele Fahrzeuge sind mit Technik ausgestattet, die noch gar nicht auf dem Markt ist oder die es nur als Prototypen gibt.“

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40 Minuten für die Annahme

Etwas mehr bietet das Audi-Zentrum Ingolstadt auch, wenn es um den Service geht. „Unseren Betrieb macht aus, dass wir trotz unserer Größe die Kunden noch persönlich betreuen können“, meint Meyer-Günderoth. Weil der Kontakt zum Kunden wichtig ist, plant man in Ingolstadt für die Fahrzeugannahme ganze 40 Minuten ein. 90 Prozent nehmen das Angebot der Dialogannahme an. „Unsere Kunden kennen sich sehr gut aus und lassen sich von unserem Servicemitarbeiter oft ganz genau erklären, was an ihrem Fahrzeug zu erledigen ist“, erklärt Jürgen Hörmann, Serviceleiter des Audi-Zentrums Ingolstadt.

Seit dem letzten Jahr erfolgt die Annahme per iPad. So kann der Servicemitarbeiter die fälligen Reparaturen und Maßnahmen direkt mit dem Kunden am Fahrzeug einbuchen und Schäden mittels Foto festhalten. Mit dem iPad lassen sich Maßnahmen sofort am Fahrzeug abklären. Der Kunde kann den Auftrag direkt auf dem iPad signieren und bekommt das Dokument per E-Mail zugeschickt.

Weil für Arbeitnehmer und Geschäftskunden Mobilität gerade unter der Woche wichtig ist, bietet der Betrieb in seinem Service die Wochenendinspektion. Am Freitag abgegeben, ist das Fahrzeug bis Montag fertig. Ein Bonbon für den Kunden: Falls er an den Tagen auf ein Ersatzfahrzeug verzichten kann, darf er am Ende zehn Prozent vom Rechnungsbetrag abziehen. Das Angebot bringt auch dem Betrieb Vorteile, denn so lässt sich die Auslastung unter der Woche entzerren.

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