Finanzielle Schwierigkeiten Autohaus König stellt Insolvenzantrag

Von Jens Rehberg und Andreas Grimm 2 min Lesedauer

Die Gerüchte in der Branche hielten sich hartnäckig - und wurden zuletzt vernehmlicher. Nun hat die Branche Gewissheit. Mit dem Autohaus König ist einer der größten Autohändler Deutschlands in finanzielle Schieflage geraten. Der Insolvenzantrag ist beim Amtgericht Berlin-Charlottenburg eingegangen.

Die Auto-König-Gruppe ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Jetzt ist das Unternehmen in eine finanzielle Schieflage geraten.(Bild:  Autohaus König)
Die Auto-König-Gruppe ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Jetzt ist das Unternehmen in eine finanzielle Schieflage geraten.
(Bild: Autohaus König)

Die Autohaus-König-Gruppe hat am beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde am 1. September 2026 Dr. Rainer Eckert von der Kanzlei Eckert Rechtsanwälte bestellt.

Ende letzten Jahres hatte Dirk Steeger im Gespräch mit »kfz-betrieb« 2024 und 2025 als „Überlebensjahre“ bezeichnet. Vor allem hohe Zinsen und sehr hohe Lagerbestände hatten den Berlinern zu schaffen gemacht. Mit Umstrukturierungen, Personalabbau und weiteren Sparmaßnahmen hielt Steeger die Handelsgruppe in der Spur. Um die Lagerbestände schnell auf ein akzeptables Maß zu reduzieren, mussten die Vertriebsteams allerdings auf Marge verzichten. Insgesamt ging zudem im letzten Jahr das Volumen zurück – für 2026 waren eigentlich wieder deutlich mehr als 50.000 Neu- und Gebrauchtwagenverkäufe vorgesehen.

Stellantis bedauert in einem Statement die Beantragung der Insolvenz durch die König-Gruppe. In den vergangenen Wochen seien gemeinsam mit dem Management, Finanzierungs- und Beratungspartnern intensive Anstrengungen unternommen worden, um eine tragfähige Restrukturierungs- und Finanzierungslösung zu ermöglichen und eine Insolvenz noch abzuwenden. Trotz der Prüfung verschiedener Optionen konnte kurzfristig keine nachhaltige Gesamtlösung aller Beteiligten erzielt werden.

Stellantis will den weiteren Prozess konstruktiv begleiten und gemeinsam mit der Stellantis Financial Services sowie dem Insolvenzverwalter eng zusammenzuarbeiten, um Fortführungs-, Sanierungs- oder Nachfolgelösungen zu prüfen. Stellantis bleibe dem deutschen Markt, seinen Kunden, Handelspartnern und Mitarbeitern grundsätzlich weiterhin uneingeschränkt verpflichtet.

Über die Autohaus-König-Gruppe

Im Frühjahr 1966 hatten Gotthard und Marianne König eine kleine Kfz-Werkstatt in der Dennewitzstraße in Berlin-Schöneberg eröffnet und damit den Grundstein für eine der zehn absatzstärksten Autohandelsgruppen Deutschlands gelegt. 2022 zog die Unternehmenszentrale von der Schöneberger Kolonnenstraße in einen Büro-Campus in Berlin-Adlershof um. Die Gruppe vermarktet elf Pkw-Fabrikate mit Schwerpunkt auf Volumenmodellen der Marken Renault, Dacia und Fiat. König beschäftigt aktuell über 1.100 Mitarbeiter an 80 Standorten in neun Bundesländern.

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