Aussortiert Autos, die 2020 ihren Abschied nehmen

Autor / Redakteur: sp-x / Viktoria Hahn

Von groß bis klein: In diesem Jahr wurden die unterschiedlichsten Fahrzeugtypen in den Ruhestand verabschiedet. Die Gründe sind vielfältig, vor allem traf es nicht nur konventionell angetriebene Modelle.

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Die Mercedes X-Klasse hat nach nur drei Jahren ausgedient.
Die Mercedes X-Klasse hat nach nur drei Jahren ausgedient.
(Bild: Mercedes)

Das Auto-Jahr 2020 war spannend. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sorgten für Schwierigkeiten und ließen so manche Markteinführung verspätet erfolgen. Für das Aus vieler Modelle in diesem Jahr ist das Virus aber nicht verantwortlich. Der Verkauf von E-Autos boomt dank der Innovationsprämie. Ihr Marktanteil ist in diesem Jahr auf 12 Prozent gestiegen. Das Angebot wächst stetig, als Folge werden aber auch alte Möhrchen aussortiert.

Nachdem Mitsubishi seinen i-MiEV bereits vor zwei Jahren ausgemustert hat, ziehen Citroen und Peugeot nach und schicken C-Zero und Ion in Rente. Ihr Debüt hatten die baugleichen Drillinge bereits vor zehn Jahren, die nun doch in die Jahre gekommenen Fahrzeuge konnten weder aufgrund ihrer Leistung (49 kW/67 PS) noch der Reichweite (150 Kilometer) mit den aktuellen Offerten mithalten. Außerdem müssen die Fabrikate Platz schaffen für neuere Modelle wie den Peugeot 208e und auch kommende wie den Citroën Ami.

Autos, die 2020 ihren Abschied nehmen
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Doch nicht nur kleine E-Mobile verschwinden, auch ein Luxusgefährt hat ausgestromert. Der Hybridsportler BMW i8 ist seit April Geschichte. Mit seinem ungewöhnlichen Design sowie einem 262 kW/356 PS starkem Plug-in-Hybridantrieb sorgte der seit 2014 angebotene 2+2-Sitzer für Aufsehen. Er sollte das Flaggschiff der 2010 gegründeten Submarke BMW i werden. Trotz seines hohen Preises (Coupé ab 138.000 Euro, Roadster ab 155.000 Euro) sind rund 20.000 Einheiten des i8 in den vergangenen sechs Jahren in Leipzig handgemacht vom Band gerollt. Ob der E-Flitzer irgendwann zum Kultmobil aufsteigt und sich neben 507, M1 und Z8 einreiht, wird sich zeigen.

Eine Ikone der Hybridtechnologie hat es ebenfalls erwischt. Nach rund zwei Jahrzehnten hat Toyota den Hybrid-Pionier Prius in Deutschland im Sommer vom Markt genommen. Lediglich die optisch eigenständige PHEV-Variante mit extern aufladbarer Batterie bleibt im Programm. In puncto Sparsamkeit konnte dem Prius so schnell kein Fahrzeug das Wasser reichen, allerdings war sein Design gewöhnungsbedürftig. Mit zunehmender ansehnlicher Hybrid-Konkurrenz auch im eigenen Haus wie etwa mit RAV4, Corolla oder Yaris sank seine Popularität bis zur Bedeutungslosigkeit.

Lexus IS geht in ganz Europa

Ebenfalls nach 20 Jahren muss der Lexus IS seinen Hut nehmen. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa wird die neue, vierte Generation des Mittelklassemodels nicht mehr auf den Markt kommen. Vom bärenstarken Konkurrenten zu BMW 3er und Audi A4 mutierte der Japaner über die Jahre zur braven Limousine, die nur mit Hybridantrieb zu haben war. Immerhin: Bislang hält Toyota an seiner Edelmarke Lexus in Europa fest.

Anders ist es in diesem Jahr Infiniti ergangenen. „Infiniti – wer?“: Die Fragestellung ist Teil des Problems des Luxusablegers von Nissan. Zwar konnte die Marke, die 2008 in Europa gegen die Premiumkonkurrenz um Audi, BMW, Mercedes und Porsche startete, zu Beginn mit schwungvollem Design, VIP-Service und Formel-1-Engagement bei Sebastian Vettels Rennstall einen gewissen Bekanntheitsgrad erringen, aber viel mehr auch nicht. Auch die Verwendung von herausgeputzten Ablegern der Mercedes A-Klasse und des GLA gab nicht den erhofften Verkaufs- und Prestigeschub. Somit haben sich die Japaner nun aus Europa zurückgezogen und konzentrieren sich auf die USA und China.

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