Kfz-Gewerbe Niedersachsen-Bremen Betriebe sollen sich um den Bestand kümmern

Von Holger Zietz 2 min Lesedauer

Die Situation der Betriebe, der Fachkräftemangel und ein Instrument dagegen; das unter anderem waren Themen der Mitgliederversammlung des Kfz-Gewerbes Niedersachsen-Bremen in Verden.

Der Landesverband Niedersachsen-Bremen präsentierte stolz den umgebauten Messebus: Geschäftsführer Christian Metje, Vorstandsmitglieder Lothar Freese und Arnulf Winkelmann, Präsident Karl-Heinz Bley, sowie die Vorstandsmitglieder Thorsten Brändle, Thomas Schacht und Hans-Jörg Koßmann. 	(Bild:  Holger Zietz - VCG)
Der Landesverband Niedersachsen-Bremen präsentierte stolz den umgebauten Messebus: Geschäftsführer Christian Metje, Vorstandsmitglieder Lothar Freese und Arnulf Winkelmann, Präsident Karl-Heinz Bley, sowie die Vorstandsmitglieder Thorsten Brändle, Thomas Schacht und Hans-Jörg Koßmann.
(Bild: Holger Zietz - VCG)

Die Gewinnung von Nachwuchskräften und die Zukunft des Verbrennungsmotors standen am Dienstag, 9. Juni, im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung des Landesverbandes Niedersachsen-Bremen des Kfz-Gewerbes in Verden. Ein besonderes Augenmerk galt dem neuen „bus2kfz“, der den Innungen des Landesverbandes offiziell vorgestellt wurde. Sein Debüt hatte das Fahrzeug bereits im Mai auf der Nordic-Motorshow Nordic-Motorshow in Neumünster gefeiert. Künftig soll es bei Veranstaltungen und Messen für die Ausbildung im Kfz-Gewerbe werben und junge Menschen für die Branche begeistern.

Erster Auftritt von „bus2kfz“

„Schon der erste Auftritt hat gezeigt, dass der Bus Publikum anzieht“, berichtete Projektbetreuer Thorsten Brändle. Innerhalb von acht Monaten wurde das amerikanische Fahrzeug gekauft, restauriert, umgebaut und neu lackiert. Dabei stellte insbesondere die Beschaffung von Ersatzteilen eine Herausforderung dar.

Für das Ergebnis erhielt Brändle viel Anerkennung von Landesverbandspräsident Karl-Heinz Bley, dem Vorstand sowie den Obermeisterinnen und Obermeistern der Mitgliedsinnungen.

Hintergrund des Projekts ist der anhaltende Fachkräftemangel in der Kfz-Branche. Gleichzeitig sehen sich viele Betriebe mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert. Bley appellierte an die Unternehmen, weiterhin sämtliche Potenziale im Servicegeschäft auszuschöpfen.

Sowohl im Fahrzeughandel als auch im Werkstattbereich seien Kunden deutlich preissensibler geworden. Zudem setze die zunehmende Elektromobilität das klassische Ölgeschäft unter Druck, das für viele Betriebe bislang eine wichtige Ertragsquelle darstelle.

Umso wichtiger sei die Betreuung des bestehenden Fahrzeugbestandes. Gerade ältere Fahrzeuge benötigten weiterhin regelmäßige Wartung, Inspektionen und Schmierstoffe. Chancen sieht Bley zudem in neuen Fahrzeugmarken auf dem deutschen Markt. Die Offenheit der Verbraucher gegenüber chinesischen Herstellern habe in den vergangenen Monaten spürbar zugenommen. Daraus könnten sich sowohl für den Handel als auch für die Werkstätten neue Geschäftsmöglichkeiten ergeben.

Formel 1 als Entwicklungsplattform für neue Antriebstechnologien

Dass auch der Verbrennungsmotor noch nicht abgeschrieben sein muss, verdeutlichte ein Vortrag von Volker Strycek. Der Motorsportdirektor von Opel präsentierte den Teilnehmern die Formel-1-Power-Unit der neuen Fahrzeuggeneration ab 2026. Das Antriebssystem kombiniert einen 1,6-Liter-V6-Verbrennungsmotor mit einem integrierten Elektromotor und erreicht eine Gesamtleistung von rund 1.000 PS.

Dabei dient der Verbrennungsmotor nicht als Stromerzeuger, sondern liefert seine Leistung direkt an den Antrieb. Parallel dazu unterstützt der Elektromotor die Kraftübertragung. Die Energie stammt aus einer vergleichsweise kleinen Batterie, die durch Rekuperation kontinuierlich geladen wird und dadurch dauerhaft leistungsfähig bleibt.

Nach Einschätzung Stryceks erlebt die Formel 1 derzeit eine Renaissance als Entwicklungsplattform für neue Antriebstechnologien. Mehrere Hersteller seien wieder in die Königsklasse des Motorsports eingestiegen, darunter auch ein amerikanischer Automobilhersteller.

Damit erfülle der Rennsport erneut eine seiner wichtigsten Aufgaben: Innovationen für die Serienentwicklung vorzubereiten. Als Beispiel nannte Strycek Fortschritte in der Gusstechnik für Motorblöcke, die in der Vergangenheit innerhalb kurzer Zeit den Weg von der Rennstrecke in die Großserienfertigung gefunden hätten. Wann Technologien aus der neuen Formel-1-Power-Unit in Straßenfahrzeugen zum Einsatz kommen könnten, ließ der Motorsportexperte offen.

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