BGH konkretisiert Restwertrechtsprechung

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Um offensichtlich Bestrebungen vorzubeugen, diese Entscheidung als Abkehr von der bisherigen Restwertrechtsprechung zu interpretieren, führt der BGH explizit aus, dass an der bisherigen Restwertrechtsprechung festgehalten wird, soweit es um Geschädigte geht, die nicht über diese Sonderkenntnisse verfügen. Da der „Normalverbraucher“ eben nicht über Kenntnisse des Sondermarktes verfügt und sich an seinen vertrauten Vertragshändler wenden können soll, ist bei der Restwertermittlung ausschließlich der allgemeine regionale Markt zu berücksichtigen.

Die Entscheidung des BGH ist im Wesentlichen nachvollziehbar. Es ist allgemein bekannt, dass Autohäuser die von Privatkunden angekauften Unfallfahrzeuge am sogenannten Sondermarkt weiterveräußern. Insoweit wäre es geradezu nicht nachvollziehbar, wenn in den Fällen, in denen das Autohaus selbst Geschädigter ist, das Autohaus so behandelt würde, als wäre es der unbeholfene private Geschädigte.

Das Urteil in der Praxis

Für den Sachverständigen ändert sich im Wesentlichen nichts. Er ist weiterhin verpflichtet, den Restwert auf dem allgemeinen regionalen Markt – also dem Markt der örtlich ansässigen Vertrags- und seriösen Gebrauchtwagenhändler – zu ermitteln.

Lediglich in Fällen, in denen der Geschädigte ein Autohaus ist oder zumindest ein Unternehmen, das mit dem Handel von Gebrauchtfahrzeugen befasst ist, hat er den Restwert auch unter Berücksichtigung des Sondermarktes zu ermitteln.

Selbstverständlich ist auch hier der Sachverständige gehalten, die Plausibilität der Angebote des Sondermarktes mit Sachverstand zu überprüfen.

(ID:46083517)