2024 hat vor allem VW Pkw die Schlagzeilen rund um den Volkswagenkonzern beherrscht. Doch Probleme gibt es auch an anderer Stelle. Ein Stück weit hat der Autobauer die Abhängigkeit von China reduziert.
Der Volkswagenkonzern hat global im zurückliegenden Jahr weniger Autos ausgeliefert als im Jahr 2023.
(Bild: Volkswagen)
Das schwache Abschneiden von Audi, die schleppenden Geschäfte in China, die Flaute bei E-Autos: Dem angeschlagenen Autobauer Volkswagen hat das Jahr 2024 auch konzernweit einen Absatzrückgang beschert. Weltweit wurden 2,3 Prozent weniger Autos aller Konzernmarken ausgeliefert als ein Jahr zuvor, wie die Wolfsburger mitteilten. Das selbst gesteckte Ziel von 9 Millionen Auslieferungen wurde trotzdem erreicht – wenn auch denkbar knapp: 9,027 Millionen Fahrzeuge wurden es am Ende.
„In einem anspruchsvollen Marktumfeld haben wir in 2024 insgesamt 9 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert“, sagte Konzernchef Oliver Blume. Audi-Vertriebschef Marco Schubert, der auch im Gesamtkonzern für das Ressort zuständig ist, sprach von einer „soliden Leistung“. Vor allem im Schlussquartal sei es wieder besser gelaufen als zuvor. Nachdem die Verkäufe bis Ende September schon fast 3 Prozent im Minus lagen, waren es in den drei Monaten danach nur noch 0,8 Prozent.
Flaute in China und bei E-Autos
Zur Last wird für den Konzern vor allem das China-Geschäft und die Flaute bei E-Autos. In China brachen die Verkäufe um fast zehn Prozent ein, der Absatz an Elektroautos schrumpfte weltweit um 3,4 Prozent, in den USA sogar um 30 Prozent. Weltweit wurden im vergangenen Jahr 745.000 Elektromodelle aller Konzernmarken ausgeliefert. Nur jeder zwölfte Neuwagen war damit ein reiner Stromer.
„In China ist der Wettbewerb weiterhin durch einen massiven Preiskampf bestimmt“, erklärte Schubert mit Blick auf den lange Zeit größten Markt der Wolfsburger. Im Schlussquartal habe man dort aber wieder fast auf Vorjahresniveau gelegen. Bei den Verbrennern sei Volkswagen mit über 20 Prozent Marktanteil dagegen weiter führend.
Bei den in China boomenden Elektroautos und auch insgesamt ist dagegen längst der örtliche Herausforderer BYD vorbeigezogen. Neue Modelle aus der Kooperation mit Xpeng sollen für VW nun die Wende bringen. 2025 rechne man in China aber mit einem weiter herausfordernden Markt, hieß es.
Der Heimatmarkt schrumpft
Auf dem deutschen Heimatmarkt büßte der Konzern 2,2 Prozent ein, in Westeuropa insgesamt blieb der Absatz mit minus 0,4 Prozent fast stabil. Spürbare Zuwächse gab es dagegen in Nord- (6 %) und Südamerika (15 %). In beiden Regionen zusammen verkauft VW bislang aber nur gut halb so viele Autos wie allein in China.
Vor allem die Kernmarke VW leidet unter hohen Kosten und geringer Auslastung seiner Werke. Unternehmen und Gewerkschaft hatten sich kurz vor Weihnachten nach langem Ringen auf ein Sanierungsprogramm geeinigt. In den deutschen VW-Werken soll die technische Kapazität um über 700.000 Fahrzeuge reduziert werden. 35.000 Arbeitsplätze fallen bis 2030 weg. Der Stellenabbau soll ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen.
Audi belastet das Gesamtergebnis
Schuld am Absatzrückgang war am Ende aber weniger die strauchelnde Kernmarke – sondern Audi. Die Ingolstädter VW-Tochter verbuchte einen Absatzeinbruch um 12 Prozent. Bei der Kernmarke Volkswagen Pkw, auf die mehr als die Hälfte aller Verkäufe entfällt, ging es um 1,4 Prozent nach unten, bei Porsche um 3 Prozent. Zuwächse meldeten dagegen Seat/Cupra (7,5 %) und Skoda (6,9 %). Die Einbrüche bei den anderen Marken konnte das aber nicht ausgleichen.
Bei den Marken der Nutzfahrzeugholding Traton (MAN, Scania, International, VW Truck & Bus) gingen die Verkäufe auf Jahressicht um 1,2 Prozent auf 334.200 Fahrzeuge zurück.
Konzernweit fiel der Rückgang aber geringer aus als bei anderen Herstellern. Bei BMW und Mercedes-Benz waren die Verkäufe 2024 jeweils um rund vier Prozent geschrumpft. 2023 hatte der VW-Konzern noch mehr als 9,2 Millionen Fahrzeuge aller Marken ausgeliefert, deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Das Ziel, diesen Wert 2024 um bis zu drei Prozent zu übertreffen, hatte VW jedoch bereits im September aufgegeben.
Von früheren Rekordwerten ist Europas größter Autobauer weit entfernt: 2019 war Volkswagen noch auf fast 11 Millionen Auslieferungen gekommen und damit sogar weltweit die Nummer eins vor Toyota. Den Kampf um die weltweite Marktführerschaft hat VW inzwischen aufgegeben. Wichtiger als die reine Stückzahl sei die Profitabilität, heißt es inzwischen in Wolfsburg.
Stand: 08.12.2025
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