DDR-Erfahrungen machten kreativ

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Nach der Wende hatte sich in Mecklenburg-Vorpommern der erste Kfz-Landesverband organisiert. Zur 25-Jahr-Feier erinnerte Präsident Rainer Schlorf an alte und neue Herausforderungen.

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Gastgeber der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Kfz-Gewerbes Mecklenburg-Vorpommern: Rainer Schlorf.
Gastgeber der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen des Kfz-Gewerbes Mecklenburg-Vorpommern: Rainer Schlorf.
(Foto: Zietz)

Deutschland feiert 25 Jahre Wiedervereinigung und das Kfz-Gewerbe das 25-jährige Bestehen verschiedener ostdeutscher Landesverbände und Innungen. Nach der Wende wurde als erster Landesverband das Kfz-Gewerbe Mecklenburg-Vorpommern im März 1990 gegründet. Das 25-jährige Bestehen nahm der Landesverband nun zum Anlass für eine große Feier.

Bei der Gründung hatte der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern kräftige Unterstützung: Von der ersten Stunde an war das Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein als Partner an der Seite und half beim Aufbau neuer Strukturen. Das eint die beiden Landesverbände bis heute: Sie betreiben noch immer eine gemeinsame Wirtschaftsgesellschaft.

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Mit 200 Autohäusern und Werkstätten hatte der Verband einst begonnen. Das hat sich längst geändert. Mittlerweile hat sich die Zahl der Mitgliedsbetriebe mehr als verdreifacht: auf über 650. Doch auch in Norddeutschland steigt der Druck auf die Autohäuser und Werkstätten, denn Betriebsaufgaben und Zusammenschlüsse führen zu sinkenden Unternehmenszahlen.

Doch die Kfz-Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern seien es nicht erst seit kurzem gewohnt, Schwierigkeiten die Stirn zu bieten, bilanzierte Harry Glawe, Wirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommern. Die Unternehmer hätten sich 1990 der neuen Zeit gestellt. „Durch die Erfahrungen in der DDR war man kreativ und ließ sich so leicht nicht unterkriegen. Dadurch konnten viele Betriebe am Markt bestehen.“

Eine der größten Herausforderung war von Beginn an der demografische Wandel. Viele Fachkräfte suchten ihr Glück im Westen, zudem gingen die Schülerzahlen zurück. Doch noch immer macht mehr als jeder fünfte Jugendliche, der sich für eine Ausbildung im Handwerk entscheidet, eine Lehre im Kfz-Gewerbe.

Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass das Kfz-Gewerbe seit der Gründung den Fokus auf Nachwuchskräfte richtete. „In den vergangenen 25 Jahren haben die Autohäuser und Werkstätten mehr als 50.000 junge Menschen ausgebildet“, lobte Rainer Schlorf, Präsident des Kfz-Gewerbes Mecklenburg-Vorpommern und Gastgeber der Jubiläumsfeier in Rostock.

„Diese beeindruckende Ausbildungszahl kann nur ein starker Verband mit einem dualen Ausbildungssystem leisten“, betonte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski. Das duale System bremse nicht, wie es einige Politiker meinen, sondern es bringe vielmehr Wissen und Qualität in den Markt.

Erfolgreich ist man in Mecklenburg-Vorpommern auch in der Öffentlichkeitsarbeit. Der erste je vom ZDK vergebene blaue Kalligraph in Gold ging 2007 an die Kfz-Innung Rügen für die monatliche Verlagsbeilage der Innung in der Ostseezeitung.

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