Premiere Der überarbeitete Volvo XC60 ist schon fast ein Elektroauto

Von sp-x 3 min Lesedauer

Volvo verpasst dem XC60 Plug-in-Hybrid im Rahmen eines Facelifts 200 Kilometer elektrische Reichweite. Auch beim Design und der Sicherheit seines wichtigsten Modells hat der Hersteller angesetzt.

Bei den Design-Überarbeitungen am XC60 fällt vor allem das Front- und Hecklicht ins Auge. Thors Hammer wurde abgespeckt.(Bild:  Volvo)
Bei den Design-Überarbeitungen am XC60 fällt vor allem das Front- und Hecklicht ins Auge. Thors Hammer wurde abgespeckt.
(Bild: Volvo)

Bis zu 200 Kilometer elektrische Reichweite sind bei einem Plug-in-Hybriden ungewöhnlich. „Wir bauen Menschen, die noch unsicher sind, eine Brücke zur Elektromobilität“, sagt Olof Landin, Produktmanager bei Volvo. Mit 41,2 kWh verdoppelt sich die Energiemenge im Vergleich zum Vorgänger. Darum bekommt der Volvo XC60 den Zusatz „Long Range PHEV“. Die Schweden sind von ihrem Angebot so überzeugt, dass es auch im XC90 angeboten wird. Allerdings liegt die elektrische Reichweite im größeren SUV bei 164 Kilometer. Der 68 Liter fassende Tank und die vergrößerte Batterie sind im Boden untergebracht. Letztere bringt 120 kg zusätzliches Gewicht, doch konnten die Ingenieure die mögliche Zuladung im XC60 um 38 auf 548 Kilogramm erhöhen.

Der XC60 ist das meistverkaufte Modell der Schweden und wird nun in drei Varianten mit Allradantrieb angeboten. T6 und T8 sind Plug-in-Hybride. Der T6 bringt es mit einem 132 kW/180 PS Verbrennungsmotor sowie dem Elektroantrieb auf 1.240 Kilometer Gesamtreichweite. Beim T8 liegt die Gesamtreichweite bei 1.230 Kilometern, was rund zehn Kilometer weniger elektrische Reichweite als im T6 bedeutet. Dafür leistet der Benzinmotor 184 kW/250 PS. Doch auch hier endet die Geschwindigkeitsanzeige, wie für alle Volvos, bei 180 km/h. Dritter im Bunde ist der Mild-Hybrid B5. Diese Variante nutzt ebenfalls den Vierzylinder-Benzinmotor mit 184 kW/250 PS. Das Mild-Hybrid-System speichert Energie beim Bremsen, die später der Fahrleistung zugutekommt.

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Die Plug-in-Hybride gewinnen im Fahrmodus D ebenfalls Energie beim Bremsen zurück. Im Fahrmodus B fällt die sogenannte Rekuperationsleistung her aus, sobald der Fahrer seinen Fuß vom Fahrpedal nimmt. Neu im XC60 ist der sogenannte One Pedal Drive. Dabei fällt die Verzögerung, sobald man den Fuß vom Fahrpedal nimmt, so stark aus, dass der Wagen zu einem kompletten Stopp kommt. Das Bremspedal wird dabei nicht benötigt.

Von den 41,2 kWh lassen sich 37,9 kWh für die Fahrt nutzen. Mit der Energiemenge erhöht Volvo auch die Ladeleistung. Sie steigt mit der Modellauffrischung von 6,4 auf 11 kW. Bei der vergrößerten Reichweite ist die Frage erlaubt, warum kein CCS-Anschluss für Schnellladen mit Gleichstrom montiert wird. „Das kostet zusätzlichen Bauraum und erhöht den Preis“, so Landin. Viele der Käufer eines XC60 mit Plugin-Hybrid-Technik hätten Zugang zu einer Wallbox. Dort lädt der XC60 die Batterie innerhalb von vier Stunden vollständig auf. Wer an seinem Zielort elektrisch fahren möchte, legt den gewünschten Prozentsatz der Batteriefüllung im Menü fest. Eine weitere Option ist die Hold-Funktion. Damit hält das Auto den aktuellen Ladestand. Während des elektrischen Fahrens erzeugt der Verbrennungsmotor elektrische Energie und leitet sie in die Batterie.

Front- und Heckdesign modernisiert

Bei den Design-Überarbeitungen am XC60 fällt vor allem das Front- und Hecklicht ins Auge. Thors Hammer wurde abgespeckt. Das Werkzeug des Donnergottes besteht jetzt nur noch aus zwei schmalen Linien. Dieses Weniger passt gut zum schlanker gewordenen Kühlergrill sowie den neu geformten Kotflügeln, Stoßfängern und der Motorhaube. Das Design der Heckklappe und der hinteren Stoßfänger wurde ebenfalls modernisiert. Auch die geschwungene Zeichnung der roten Lichtlinie des Rücklichts ist schmaler geworden. Dennoch erkennt man weiterhin, von welchem Hersteller das vorausfahrende Auto stammt.

Es werden neue 20- und 21-Zoll-Felgen angeboten. Ebenfalls neu ist die die Außenfarbe Heidekraut. Je nach Lichteinfall schimmert die Metallic-Lackierung in Violett bis Bronze. Mit dem belüfteten Nappaleder in der neuen Farbe Kardamom zusammen mit Holzdekoren strahlt der Innenraum eine ruhige Atmosphäre aus – typisch für skandinavisches Design. Zudem bekommt der Innenraum bekommt eine neue Anmutung durch eine Veränderung im Armaturenbrett. Der zentrale Bildschirm mit 11,2 Zoll Bildschirmdiagonale sitzt jetzt leicht versetzt, als ob es vor dem Armaturenbrett schweben würde. Das Infotainmentsystem nutzt Googles Gemini als künstliche Intelligenz. In Verbindung mit dem Sprachassistenten bekommt man damit auf alle erdenklichen Fragen eine Antwort.

Das Sicherheitssystem wurde um einen Türöffnungswarner erweitert. Nähert sich nach dem Parken am Fahrbahnrand von hinten ein Rad- oder Autofahrer, ertönt ein Warnton und die Fahrertür lässt sich nicht öffnen. Volvo hat das gesamte Sensorset im XC60 aufgewertet. So wurde der Fahrassistent um einen Überholassistenten auf der Autobahn ergänzt und die optionale 360-Grad-Kamera bekommt eine neue 3D-Ansicht, die beim Einparken hilfreich ist.

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Die überarbeitete Version des XC60 wird im schwedischen Volvo-Werk Torslanda bei Göteborg gebaut. Der Preis beginnt bei 69.990 Euro für den T6 in der Core-Ausstattung und 78.990 Euro für den T8 in der Plus-Ausstattung. Der XC90 in der Version T8 Long Range startet ab 90.990 Euro. Die Mild-Hybrid Variante B5 des XC60 beginnt bei 59.990 Euro.

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