Skoda Deutscher Handel stemmt sich gegen weltweiten Negativtrend

Von Andreas Grimm

Anbieter zum Thema

Der tschechische Autobauer ist weiter im Abwärtsstrudel. Im laufenden Jahr sackte der Skoda-Absatz nochmals um ein Fünftel ab. Doch nicht überall läuft es so schlecht. Und die Bearbeitung des indischen Marktes trägt erste Früchte.

Skoda steht angesichts der weltweiten Ereignisse beim Absatz noch immer im Regen, die Auslieferungen sanken um ein Fünftel.(Bild:  Grimm – »kfz-betrieb«)
Skoda steht angesichts der weltweiten Ereignisse beim Absatz noch immer im Regen, die Auslieferungen sanken um ein Fünftel.
(Bild: Grimm – »kfz-betrieb«)

Der Neuwagenabsatz von Skoda bleibt unter dem Eindruck vielfältiger Krisen weiter unter Druck. Wie der tschechische Autobauer mitteilte, sind die Auslieferungen nach drei Quartalen nochmals um gut ein Fünftel hinter das bereits schlechten Ergebnis des Jahres 2021 zurückgefallen. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum weltweit 544.500 Neuwagen an Kunden übergeben (–22,3 %). Zum Vergleich: Vor der Krise hatte Skoda nach neun Monaten bereits 913.700 Einheiten ausgeliefert.

Wirtschaftlich hat die Absatz- und Produktionskrise allerdings weit weniger Spuren in der Bilanz hinterlassen, als erwartbar wäre. Nach Unternehmensangaben liegt der operative Gewinn nach drei Quartalen nur 4,9 Prozent hinter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums zurück. Insgesamt erwirtschaftete Skoda in diesem Zeitraum 856 Millionen Euro. Grund für das weitgehend stabile Ergebnis sei ein „konsequent weitergeführtes Effizienzprogramm“. Die Umsatzrendite lag bei 5,6 Prozent.

Die Skoda-Auslieferungen entwickelten sich dabei regional sehr unterschiedlich. Während der russische Markt wegen der Folgen des Angriffs auf die Ukraine weitgehend zusammengebrochen ist (–77 %), haben sich die Verkäufe im wichtigsten Einzelmarkt Deutschland weitgehend konsolidiert (–3,8 %). Insgesamt entwickelte sich der europäische Absatz etwas besser als der Skoda-Gesamtabsatz. Insbesondere in Westeuropa (–13,9 %) waren die Geschäfte stabiler, während sich Zentraleuropa (–19,9 %) und Osteuropa (–20,9 %/ohne Russland) nur leicht besser schlugen.

Weiter deutlich im Rückwärtsgang ist der Absatz in China (–31,2 %). Der weltgrößte Neuwagenmarkt war einst auch der wichtigste Absatzmarkt für die Tschechen, die dort in den ersten drei Quartalen 2019 noch fast 200.000 Einheiten loswurden. Aktuell sind es noch 36.300 Einheiten. Dagegen trägt die Fokussierung auf den indischen Markt inzwischen Früchte. Dort verkaufte Skoda 38.300 Einheiten (+187 %) – und damit wohl erstmals mehr als in China. Die Aufwärtsentwicklung in Indien zeigt sich auch an den Modellverkäufen der für den dortigen Markt konzipierten Modelle Slavia und Kushaq.

Mit den beiden indischen Modellen Slavia und Kushaq, die auch auf dem Subkontinent produziert werden, will Skoda weitere Märkte erschließen. Insbesondere Vietnam hat der Hersteller im Visier, wo der Verkauf 2023 starten soll, um ein Absatzpotenzial von rund 40.000 Einheiten zu erschließen.

Aktuell werde Skoda aber die „erfolgreiche Entwicklung auf dem indischen Markt vorantreiben und auf diesem wichtigen Wachstumsmarkt weiter Fahrt aufnehmen“, sagte Skoda-Vertriebsvorstand Martin Jahn. Er blickt angesichts einer „weiterhin hohen Nachfrage nach Skoda-Fahrzeugen“ grundsätzlich gelassen in die nähere Zukunft. Skoda werde auch im Gesamtjahr ein positives Ergebnis einfahren. Die Ursache für den Absatzrückgang sieht der Vertriebschef in der weiterhin angespannten Versorgungssituation aufgrund der globalen Ereignisse.

(ID:48712468)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung