Automobilindustrie Die Ertragskraft der etablierten Hersteller fällt

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Laut einer Auswertung des Center of Automotive Management geht bei vielen Herstellern die Schere zwischen der Entwicklung von Umsatz und Ergebnis auseinander. Bei einigen Autobauern bleibt nicht viel Gewinn.

Die Überschüsse in der Automobilindustrie sprudeln bei vielen etablierten Herstellern nicht mehr. Das durchschnittliche Ebit ist im ersten Halbjahr stark gesunken.(Bild:  Audi)
Die Überschüsse in der Automobilindustrie sprudeln bei vielen etablierten Herstellern nicht mehr. Das durchschnittliche Ebit ist im ersten Halbjahr stark gesunken.
(Bild: Audi)

Im ersten Halbjahr 2026 hat sich die operative Ertragskraft vieler Automobilhersteller deutlich verschlechtert. Laut einer Auswertung der Geschäftszahlen von 15 Automobilherstellern durch das Center of Automotive Management (CAM) sank das durchschnittliche Konzern-Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) je ausgeliefertem Auto von 1.409 auf 1.187 Euro.

Insgesamt sank das operative Ergebnis der untersuchten 15 Hersteller laut Auswertung um 17,5 Prozent auf 35,6 Milliarden Euro. Der Rückgang fällt demnach wesentlich stärker aus als das Umsatzminus von 1,4 Prozent. Dies zeige, dass nicht in erster Linie der Umsatz, sondern die Fähigkeit zur Umwandlung der Erlöse in operative Ergebnisse unter Druck steht, heißt es in der Studie.

Allerdings ist die Entwicklung bei weitem nicht gleichförmig: Acht der 15 untersuchten Hersteller liegen oberhalb des Durchschnitts, sieben darunter. Damit treten die Unterschiede zwischen der Spitzengruppe, dem breiten Mittelfeld und den Herstellern mit geringer oder negativer Ergebnisleistung je Fahrzeug noch deutlicher hervor.

Im Herstellervergleich zeigt sich eine deutlich auseinandergezogene Ergebnisstruktur. Mercedes-Benz und BMW bilden mit 4.122 beziehungsweise 3.142 Euro eine klar abgesetzte Spitzengruppe und können ihre Position als Premiumhersteller halten. GM, Toyota, Hyundai-Kia, Volkswagen, Tesla und Ford bewegen sich dagegen in einer wesentlich engeren Bandbreite von 1.315 bis 1.694 Euro.

Unterhalb des Durchschnitts folgen Suzuki mit 1.059 Euro, Renault mit 966 Euro, Mazda mit 960 Euro, Mitsubishi mit 755 Euro, Nissan mit 525 Euro und Stellantis mit 471 Euro. Bei Mazda, Nissan und Stellantis ist der positive Wert gegenüber dem verlustreichen Vorjahr vor allem auf Kostensenkungen, Restrukturierungen und eine Erholung von schwacher Basis zurückzuführen.

Umsatz- und Ergebnisentwicklung ist „Alarmsignal“

„Die Schere zwischen Umsatz- und Ergebnisentwicklung ist das eigentliche Alarmsignal des ersten Halbjahres: Wenn das Ebit zwölfmal so stark einbricht wie der Umsatz, verliert die Branche nicht Marktanteile, sondern Ertragskraft“, sagte Studienleiter Stefan Bratzel laut Mitteilung.

Besonders unter Druck stünden Unternehmen, die stark vom chinesischen Markt abhängig sind und hohe Investitionen in Elektromobilität, Software und neue Produktionsstrukturen stemmen müssen. Entscheidend werde für diese Hersteller weniger die reine Absatzgröße sein als die Fähigkeit, Komplexität zu reduzieren, Kosten zu kontrollieren und technologisch attraktive Fahr zeuge mit ausreichender Preisdurchsetzung anzubieten, sagte Bratzel.

Die Auswertung beruht unter anderem auf bis zum 6. August 2026 veröffentlichten Geschäfts- und Quartalsangaben der betrachteten Automobilkonzerne. Große chinesische Hersteller wurden aufgrund fehlender vollständig vergleichbarer Halbjahresangaben in der Analyse nicht berücksichtigt. Für die zweite Jahreshälfte ist laut CAM keine breite Entspannung zu erwarten. Unter anderem US-Zölle und der intensive Preiswettbewerb in China dürften die Branche demnach weiterhin belasten.

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