Logistik Dürre verteuert die Kraftstoffpreise – Engpässe sind möglich

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Die Preise für Benzin und Diesel lagen bereits hartnäckig über der Zwei-Euro-Marke, jetzt explodieren auch noch die Transportkosten, weil Flüsse kaum mehr schiffbar sind. Und punktuell drohen noch weitere Probleme.

Die Pegel der Flüsse sinken weiter, der Gütertransport wird immer schwieriger. In der Folge steigen die Logistikkosten – nicht zuletzt für Benzin und Diesel.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die Pegel der Flüsse sinken weiter, der Gütertransport wird immer schwieriger. In der Folge steigen die Logistikkosten – nicht zuletzt für Benzin und Diesel.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die weiter fallenden Pegelstände am Rhein lassen die Spritpreise steigen. „Das derzeitige Niedrigwasser am Rhein wirkt preistreibend“, sagt der ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer. Zudem werden dadurch laut dem Wirtschaftsverband Fuels und Energie (en2x) regionale Versorgungsengpässe wahrscheinlicher. Hintergrund ist, dass der Rhein auch für Öl, Benzin und Diesel als Transportweg genutzt wird.

Nach Angaben des ADAC-Experten steigen durch das aktuelle Niedrigwasser „die Logistikkosten für den Transport von Kraftstoffen und einzelnen Vorprodukten teilweise deutlich an.“ Dies sei aber nur einer von mehreren Einflussfaktoren auf die aktuellen Spritpreise.

Zudem werde der deutsche Markt nicht ausschließlich über den Rhein, sondern über ein „Netzwerk aus Seehäfen, Raffinerien, Pipelines sowie den Schienen- und Straßenverkehr“ versorgt, sagt Laberer. „Daher dürfte das Niedrigwasser derzeit vor allem regional zu höheren Kraftstoffpreisen beitragen.“

Versorgungsengpässe sind denkbar

Grund zur Entwarnung gibt es aber nicht: Der en2x erklärte auf Anfrage: „Nach derzeitigen Prognosen sinken die Pegelstände weiter, wodurch sich die Wahrscheinlichkeit von vorübergehenden und regional beschränkten Versorgungsengpässen erhöht. Das gilt insbesondere, wenn es zusätzlich zu Verspätungen auf der Schiene, zu technischen Störungen oder anderen Einschränkungen in der Transportlogistik kommen sollte.“ Zuvor hatte die „Westdeutschen Allgemeine Zeitung (WAZ)“ über die drohenden Probleme berichtet.

In Köln wurde am Dienstag beim Rheinpegel ein historischer Tiefstwert gemessen, wie aus Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein hervorgeht. Nach der Prognose werden die Pegelstände zudem in Köln, Düsseldorf, Emmerich und Duisburg-Ruhrort bis Freitagabend noch deutlich gegenüber den derzeitigen Werten sinken.

„Man kann es kaum glauben, was man da sieht“, sagt Moritz Axt, Sprecher des Amtes. In der kommenden Woche sei ein leichter Anstieg der Pegelstände zu erwarten. „Das stellt noch keine Entspannung dar.“ Die Wasserstände des Rheins in NRW blieben auf sehr niedrigem Niveau.

Herausforderung für Logistik

Grundsätzlich sei der Umgang mit Niedrigwasser, gerade am Rhein, für die Unternehmen im Verband en2x nicht neu. „Dennoch stehen wir vor einer großen Herausforderung. Binnenschiffe müssen mit geringerem Frachtvolumen beladen werden – teils zu einem Viertel der Normalkapazität, oder sie mussten den Betrieb vorübergehend ganz einstellen“, heißt es vom Verband.

Der Transport werde – wo möglich – auf Züge oder Lastwagen verlagert. Allerdings seien auch deren Kapazitäten begrenzt. „Dadurch verzeichnen wir steigende Transportkosten. Dank laufender Anpassung der Logistik läuft der Tankstellenbetrieb bisher auf normalem Niveau – auch im gesamten Rheingebiet.“

Benzin in NRW und Hessen am teuersten

Die höheren Kosten machen sich auch in der regionalen Spritpreisverteilung bemerkbar, wir auf dem Spritpreisportal „Tankerkönig“ zu sehen ist. Die teuersten Bundesländer bei Benzin sind – zum Stand Dienstagmorgen – Nordrhein-Westfalen und Hessen vor Bremen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Bei Diesel liegen NRW und Hessen auf Platz zwei. Und auch auf Landkreisebene fällt auf, dass sich – insbesondere bei Benzin – die teuren Gegenden in der westlichen Hälfte Deutschlands ballen, während es in Bayern – vor allem in seiner südlichen Hälfte – am günstigsten ist. Die Unterschiede betragen dabei einige Cent – bei Benzin sind es zwischen Bayern und NRW beziehungsweise Hessen rund 7 Cent, bei Diesel rund 8.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger sieht vorerst kein rasches Ende der Beeinträchtigungen für die Binnenschifffahrt. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Niedrigwasserproblematik im gesamten August uns noch erhalten bleibt“, sagte der CDU-Politiker.

Am Mittwoch will Bilger mit seinen Amtskollegen in den Ländern über weitere Maßnahmen gegen die Folgen des Niedrigwassers beraten. Am Montag hatte er dazu gesagt: „Wir versuchen, so viel wie möglich umzusetzen, um jetzt für Entlastung zu sorgen.“ Man habe kurzfristig „doch einige Möglichkeiten, um hoffentlich gut über diese schwierigen Wochen im August zu kommen“, so der Minister weiter.

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