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Ein Flüchtling als Kfz-Azubi

Autor / Redakteur: Johannes Büttner / Johannes Büttner

Während es für Viele schon Anfang August losging, legten andere erst in den letzten Tagen los: Tausende junger Menschen starten in diesem Jahr wieder mit einer Ausbildung im Kfz-Gewerbe ins Berufsleben. Einer von ihnen ist der afghanische Flüchtling Aref Sadeghi.

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Aref Sadeghi (li.), Flüchtling aus Afghanistan, hat bei Markus Schulligen eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker begonnen.
Aref Sadeghi (li.), Flüchtling aus Afghanistan, hat bei Markus Schulligen eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker begonnen.
(Bild: Dieter Ackermann)

Die unterschiedlichen Ferienzeiten in Deutschland wirken sich auch die Berufsausbildung aus: Während einige Kfz-Betriebe schon am 1. August ins neue Ausbildungsjahr gestartet sind, legten andere erst Mitte August oder Anfang September los. Eine winzige, nicht repräsentative Auswahl der neuen Kfz-Azubis finden Sie in unserer Bildergalerie.

Einer von ihnen ist Aref Sadeghi, der bei Markus Schulligen vom gleichnamigen Bosch-Servicebetrieb in Losheim am See seit dem 16. August eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker absolviert. Sein Weg zur Ausbildungsstelle war einerseits ein klassischer: Den Betrieb hatte er über ein Praktikum kennengelernt. Doch im Gegensatz zu vielen Tausend anderen Azubis, die direkt von einem Schulabschluss in die Ausbildung wechseln, hat der 22-Jährige einen längeren Weg hinter sich. Er ist als Flüchtling über die Balkanroute von Afghanistan nach Deutschland gekommen.

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Sadeghi wurde in Herat im Westen Afghanistans geboren. Vor drei Jahren floh er zusammen mit seinem jüngeren Bruder vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat zunächst in den Iran. „Von dort aus schafften wir 2015 mit viel Glück den schwierigen und gefährlichen Weg über die Balkanroute bis nach Deutschland, wo wir als Asylbewerber schließlich in einer Sammelunterkunft im saarländischen Lebach untergebracht wurden“, erzählt er.

Seit einigen Monaten ist er – inzwischen als Asylbewerber anerkannt – in der Umgebung von Losheim am See zu Hause. Die deutsche Sprache beherrscht er bereits besser als das im Iran erlernte Englisch. Von seiner beruflichen Zukunft hat er eine klare Vorstellung. Sie soll im Kfz-Handwerk liegen. Die Grundlagen dafür legt er nun mit seiner Ausbildung im Kfz-Betrieb Schulligen. Sein Ausbilder Markus Schulligen ist bereits voll des Lobes über die uneingeschränkte Bereitschaft seines neuen Lehrlings, sich mit seiner freundlichen Art ins Team zu integrieren.

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