Pkw-Neuzulassungen Elektroboom verschiebt die Marktanteile deutlich

Von Andreas Grimm 4 min Lesedauer

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Das Interesse an reinen BEV wächst immer weiter, während die Plug-in-Hybride stagnieren. Der Nachfrageboom wirbelt inzwischen die Marktanteile durcheinander – mit einem Überraschungsgewinner aus den USA.

Der deutsche Neuwagenmarkt wächst anhaltend, aber letztlich nur wegen der hohen Elektroauto-Nachfrage.(Bild:  Rehberg / »kfz-betrieb«)
Der deutsche Neuwagenmarkt wächst anhaltend, aber letztlich nur wegen der hohen Elektroauto-Nachfrage.
(Bild: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Der deutsche Neuwagenmarkt bleibt allen äußeren Widrigkeiten zum Trotz auf einem deutlichen Wachstumskurs. Wie aus den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts hervorgeht, legten die Neuzulassungen im September um 9 Prozent zu. Getragen wird der Nachfrageschub weiterhin vom Boom der Elektrofahrzeuge.

Im September kamen den Angaben zufolge 256.774 Neufahrzeuge auf die deutschen Straßen. Es ist der dritthöchste prozentuale Anstieg in diesem Jahr nach dem März (+16,0 %) und dem Juni (+15,7 %). Nach neun Monaten ist der Neuwagenmarkt mit gut 2,22 Millionen Einheiten um 5,3 Prozent im Plus.

Im September 2026 wurden 88.599 BEVs neu zugelassen, das entspricht einem Anstieg um 94,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der BEV-Gesamtmarktanteil lag im September 2026 bei 34,5 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen, rund 15,2 Prozentpunkte höher als im Vorjahresmonat. Das sei der höchste statistisch bislang erfasste Wert, meldet der Importeursverband VDIK.

Dabei scheinen sich die Käufer vor allem für die Elektromobilität in Reinform zu interessieren, denn der Absatz der Plug-in-Hybride stagnierte im September im Vergleich zum Vorjahresmonat: 27.681 Fahrzeuge sind in etwa so viele wie im Vergleichsmonat, jedoch sank der Marktanteil um rund einen Prozentpunkt auf 10,8 Prozent.

Die dynamische Entwicklung der E-Mobilität gebe dem Gesamtmarkt spürbar Rückenwind und eröffnet den Kfz-Betrieben zusätzliche Verkaufschancen, ist der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe überzeugt. „Die Förderung erleichtert die Kaufentscheidung, das größere Modellangebot schafft mehr Auswahl und die gestiegenen Kraftstoffpreise machen die Betriebskosten stärker zum Thema. Für unsere Betriebe ist das ein wichtiger Impuls“, erklärte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn.

Die Zulassungen steigen, die wirtschaftlichen Probleme bleiben

Gleichwohl bleibe die wirtschaftliche Lage im Autohandel insgesamt schwierig. „Unsere Betriebe verkaufen mehr E-Autos, auch der Gesamtmarkt zieht an. Das reicht vielfach aber noch nicht aus, um das weiterhin niedrige Verkaufsniveau bei Neuwagen im Vergleich zur Vor-Corona-Krisenzeit auszugleichen“, bilanzierte Peckruhn.

An der wirtschaftlichen Gesamtverfassung wird sich aus Sicht von Constantin Gall, Mobilitätsexperte bei der Unternehmensberatung EY, so schnell nichts ändern. Denn abgesehen von der Elektro-Prämie gebe es derzeit keine Impulse für den Neuwagenmarkt. „Die Konjunktur bleibt schwach, Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück, und viele Menschen machen sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz. Die Rahmenbedingungen könnten kaum ungünstiger sein“, analysiert er.

Dennoch dürfte der Elektroboom vorerst sogar noch kraftvoller werden, da immer mehr elektrifizierte Kleinwagen, speziell europäischer Hersteller, auf den Markt kommen. In diesem Segment senke die Prämie den Kaufpreis prozentual besonders stark – und macht die Fahrzeuge speziell für Privatkunden attraktiver. Gebremst werde das Wachstum im Elektrosegment eher durch begrenzte Verfügbarkeit und Lieferengpässe als durch fehlendes Kundeninteresse. Laut dem Verband der Automobilindustrie liegt der Auftragseingang der Inlandskunden derzeit vier Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Bei den BEV legte das Auftragsplus bei den deutschen Herstellern sogar um 79 Prozent zu.

Damit könnte sich der rasante Bedeutungsgewinn der chinesischen Hersteller abschwächen, weil die Kunden bei europäischen Herstellern konkurrenzfähige Modelle finden. Zuletzt war der Marktanteil der Chinesen in der EY-Zählung jedoch binnen eines Jahres von 5,1 auf 8,4 Prozent gestiegen.

In Summe der ersten drei Quartale 2026 wurden insgesamt 851.633 Elektrofahrzeuge – also BEV und PHEV zusammen – neu zugelassen. Ihr kumulierter Marktanteil beläuft sich damit auf 38,3 Prozent. Konkret waren es 604.144 BEV und 247.489 PHEV. Die Zahl der neu zugelassenen Benziner sank dagegen um 22,7 Prozent auf 589.951 Einheiten, bei den Dieseln ging es um 12,2 Prozent auf 308.001 Einheiten abwärts.

Tesla ist großer Gewinner

Blickt man auf die Entwicklung auf Markenebene, zeigt sich ebenfalls die große E-Auto-Nachfrage. Die prozentual größten Zuwächse sind bei Marken mit hoher oder vollständiger E-Auto-Fokussierung zu sehen. Allen voran zu nennen ist unter den Marken mit mindestens 0,5 Prozent Marktanteil im September Xpeng (+419 %). Doch auch der einstige E-Auto-Pionier Tesla feiert neue Erfolge. Die US-Marke steigerte den September-Absatz um 269 Prozent und kommt auf einen Marktanteil von 4,9 Prozent – doppelt so viel wie BYD. Leapmotor legte um 191 Prozent zu und knackt die Marke von 1,0 Prozent Marktanteil. Unter den Traditionsmarken ist Mini der Gewinner mit einem Plus von 34 Prozent.

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Traditionsmarken finden sich ebenfalls im Tabellenkeller. Toyota verlor 24 Prozent des Absatzes, für Porsche ging es 19 Prozent nach unten und Ford verlor 13 Prozent. Auch der VW-Absatz ist weiterhin unter Druck (-6 %).

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