Pkw-Neuzulassungen Elektroprämie hält Neuwagenmarkt im Plus

Von Andreas Wehner 2 min Lesedauer

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Der deutsche Neuwagenmarkt ist im August erneut gewachsen – getragen fast ausschließlich vom Elektroauto-Boom. Während chinesische Hersteller ihre Marktanteile steigerten, verloren die deutschen Konzerne an Boden. EY-Mobilitätsexperte Constantin Gall warnt vor einem teuren Strohfeuer.

Chinesische Hersteller legten in Deutschland beim Marktanteil zuletzt deutlich zu.(Bild:  Wehner - VCG)
Chinesische Hersteller legten in Deutschland beim Marktanteil zuletzt deutlich zu.
(Bild: Wehner - VCG)

Der deutsche Neuwagenmarkt zeigt sich im August robust: 212.563 Pkw wurden neu zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte. Das sind 2,6 Prozent mehr als im August 2025. Nach acht Monaten liegt der Markt kumuliert bei 1.965.024 Neuzulassungen – ein Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Treiber des Wachstums ist unübersehbar: 68.930 neu zugelassene batterieelektrische Pkw (BEVs) bedeuten ein Plus von 75,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der BEV-Marktanteil kletterte auf 32,4 Prozent. Zusammen mit den Plug-in-Hybriden, deren Zulassungen um 6,0 Prozent auf 25.406 Einheiten stiegen (Marktanteil 12,0 Prozent), kommen Steckerfahrzeuge auf einen Marktanteil von 44,4 Prozent.

Die übrigen Antriebsarten haben es schwer: Reine Benziner brachen mit minus 37,9 Prozent regelrecht ein und erreichten einen Anteil von 16,7 Prozent. Diesel-Pkw verloren 17,3 Prozent und kamen auf 10,6 Prozent Marktanteil.

„Die Elektro-Prämie hat einen kräftigen Nachfrageschub im Elektrosegment ausgelöst. Allerdings ist dieses Absatzwachstum zum einen teuer erkauft – und zwar mit Steuergeldern –, zum anderen wird die hohe Nachfrage nach Elektroautos nur so lange anhalten, wie die Förderung gewährt wird“, sagte Constantin M. Gall, Mobilitätsexperte der Unternehmensberatung EY. Danach werde es erneut einen massiven Rückgang der Zulassungszahlen geben – so wie es in der Vergangenheit bei E-Auto-Förderungen auch gewesen sei.

Deutsche Konzerne verlieren, Chinesen jubeln

Die Wachstumsfrüchte des Elektro-Booms ernten derzeit vor allem ausländische Hersteller. Der gemeinsame Marktanteil der deutschen Konzerne fiel im August um 4,6 Prozentpunkte, nach einem Minus von 0,9 Punkten bereits im Juli. Internationale Fabrikate erreichten dagegen einen Rekordmarktanteil von 47,0 Prozent.

Vor allem die chinesischen Konzerne legten zu. Ihr addierter Absatz inklusive europäischer Tochtermarken stieg im August um 89,7 Prozent auf 17.110 Einheiten. Der Marktanteil kletterte von 4,4 auf 8,0 Prozent – ebenfalls ein Rekordwert.

Gall führt die Entwicklung auf eine Verschiebung im globalen Wettbewerb zurück: „China exportiert mittlerweile nicht nur Autos, sondern auch seine Überkapazitäten. Weil der Heimatmarkt rückläufig ist und der Wettbewerb immer härter wird, drängen chinesische Hersteller mit Macht nach Europa – und Deutschland bietet mit der aktuellen Elektroprämie den Chinesen das perfekte Umfeld für ihre Marktoffensive.“

Rückenwind für deutsche Autobauer durch neue Einstiegsmodelle

Er rechnet jedoch damit, dass die deutschen Hersteller bald wieder zulegen können. Mit dem Marktstart neuer deutscher Elektro-Einstiegsmodelle rechnet Gall damit, dass der Marktanteil der heimischen Hersteller wieder steigt.

Für die kommenden Monate erwartet EY ein anhaltendes, subventioniertes Wachstum. Für das Gesamtjahr rechnen EY mit einem Plus von rund drei Prozent gegenüber 2025. Ein nachhaltiger konjunktureller Impuls ist für Gall aber nicht in Sicht: „Außer der Elektro-Prämie gibt es aktuell keine Impulse für den Neuwagenmarkt. Die Konjunktur bleibt sehr schwach, die Investitionsbereitschaft ist gering, Arbeitsplatzsorgen machen sich breit. Und die Elektro-Prämie wird sich als drei Milliarden Euro teures Strohfeuer erweisen, denn wenn sie voraussichtlich Anfang 2028 ausläuft, wird der Markt für E-Autos zusammenbrechen.“

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