Suchen

Erfolg der Digitalisierung hängt am Faktor Mensch

| Redakteur: Christoph Baeuchle

Damit die Digitalisierung in Autohäusern und Werkstätten erfolgreich Einzug hält, ist vor allem ein Faktor entscheidend: der Mensch. Mitarbeiter, Kunden, Geschäftspartner – alle gilt es in dem Prozess zu berücksichtigen.

Firmen zum Thema

Gemeinsame Veranstaltung: (v. li.) Thomas Wagner (Orth Automobile), Matthias Neumann (Fuchs Schmierstoffe), Falk Ebert (Liganova), René Gravendyk und Johannes Bömken (beide Kfz-Gewerbe NRW).
Gemeinsame Veranstaltung: (v. li.) Thomas Wagner (Orth Automobile), Matthias Neumann (Fuchs Schmierstoffe), Falk Ebert (Liganova), René Gravendyk und Johannes Bömken (beide Kfz-Gewerbe NRW).
(Bild: Baeuchle/»kfz-betrieb«)

Wer fit für die Zukunft sein will, der kommt an einer Digitalisierung nicht vorbei. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine große Autohausgruppe oder kleine Werkstatt handelt. Mit rund 80 Mitarbeitern ist Orth Automobile aus dem hessischen Besselich weder das eine noch das andere. Der Familienbetrieb, der 2018 den Service Award des »kfz-betrieb« gewonnen hat, gehört zu den Vorreitern.

Die richtige Information muss zum richtigen Zeitpunkt beim richtigen Mitarbeiter sein. So lautet die Vision des Autohauses, das die Marken Mercedes-Benz, Volkswagen und Seat vertritt. Dafür reicht es natürlich nicht, die Mitarbeiter mit Smartphone und I-pad auszustatten.

Um Digitalisierung umzusetzen, „muss man bereit sein, alte Zöpfe abzuschneiden und die Serviceprozesse im Autohaus kritisch hinterfragen“, betonte Serviceleiter Thomas Wagner bei der Veranstaltung „Erfolgreich in Personalführung und Digitalisierung“, die das Kfz-Gewerbe Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit Fuchs Schmierstoffe veranstaltet hat.

Mitarbeiter frühzeitig einbinden

Für Orth Automobile war das Thema Digitalisierung mit einer Neustrukturierung verbunden. Statt einem Info-Zentrum im Autohaus führte der Betrieb ein Front- und Backoffice sowie neue Arbeitsplätze für die Servicemeister hinter einer Trennwand ein. Dadurch wurden die Kundenströme neu gelenkt.

Nach rund 18 Monaten zieht Wagner ein positives Fazit von der Umstellung. Aus Sicht des Serviceleiters gab es verschiedene wichtige Aspekte: Ein ganz wesentliches sei ein einheitliches CRM-System über die Systeme der einzelnen Marken hinweg. „Zudem haben wir die Mitarbeiter frühzeitig in die Umgestaltung eingebunden“, so Wagner. Dinge, die sich als falsch erwiesen hätten, seien vom ersten Tag an korrigiert worden.

Gerade bei der Umsetzung solcher Projekte spielt die Aufstellung des Unternehmens eine wesentliche Rolle. In Zeiten großer Unsicherheit sind statische Unternehmen aus Sicht von Professor Armin Trost (Hochschule Furtwangen) falsch aufgestellt. Klare Hierarchieausprägungen mit einem Chef, wo das Denken der Mitarbeiter eher vertikal ausgeprägt ist und eine große Konformität vorherrscht, können bei Änderungen eher hemmend wirken.

(ID:46117219)