Fiat Chrysler: Deutschland-Chef abgelöst

Giorgio Gorelli wechselt innerhalb des Konzerns

| Autor: Jens Rehberg

Giorgio Gorelli ist nicht mehr FCA-Deutschland-Chef.
Giorgio Gorelli ist nicht mehr FCA-Deutschland-Chef. (Bild: Uwe Noelke)

Die FCA-Europazentrale in Turin hat Giorgio Gorelli aus Deutschland abberufen. Wie »kfz-betrieb« aus mehreren voneinander unabhängigen Quellen erfahren hat, wurde die Ablösung des 58-Jährigen am Donnerstag in der Frankfurter Importeurszentrale intern kommuniziert. Er soll einen anderen Job innerhalb des Konzerns übernehmen. Auch Gorellis Nachfolger kommt offenbar aus der FCA-Organisation im Wirtschaftsraum Europa-Arabien-Afrika (EMEA), soll den Posten als Deutschland-Chef dem Vernehmen nach aber zunächst nur interimsweise übernehmen.

Giorgio Gorelli hatte die FCA Germany AG erst seit Mitte Februar 2016 als CEO geleitet. Auch sein Vorgänger Henrik Starup-Hansen hatte sich lediglich zwölf Monate an der Spitze von FCA Deutschland halten können.

Unter Gorellis Führung erreichte die Stimmung insbesondere im Fiat-Netz und offenbar auch in der Belegschaft des Importeurs einen neuen, bis dahin noch nicht gekannten Tiefpunkt. Noch bis vor kurzem bestand der Italiener darauf, seine offenbar nicht erreichbaren Absatzplanzahlen in den FCA-Partnernetzen kompromisslos durchzusetzen. Zahlreiche personelle Veränderungen in der Importeurszentrale, eine Umstrukturierung des Außendienstes und eine eigentümliche Kommunikationsstrategie machten das Tagesgeschäft für die Händler nicht einfacher.

Dennoch stiegen die Verkaufszahlen – wenn auch mit zum Teil ungesunden Methoden und auch nicht ansatzweise im geplanten Maße. So hätten beispielsweise die Fiat-Vertriebspartner nach ursprünglicher Planung in diesem Jahr rund 90.000 Pkw vermarkten sollen – per Ende Mai registrierte das KBA allerdings lediglich rund 24.600 Fiat-Pkw-Neuzulassungen in Deutschland.

Und auch bei Jeep, dem Shooting Star des FCA-Portfolios, lief es zuletzt nicht mehr so rund wie gewohnt. Das Absatzniveau des Vorjahreszeitraums konnte im ersten Halbjahr 2017 nur durch starke taktische Aktivitäten erreicht werden. Der Eigenzulassungskanal des Fabrikats schwoll seit Jahresbeginn immer weiter an und erreichte im Mai einen Anteil von knapp 60 Prozent am gesamten deutschen Jeep-Neuzulassungsvolumen. Der neue kompakte Tiguan-Angreifer Compass, der in diesen Tagen in die Schauräume kommt und der das Verkaufsjahr eigentlich herausreißen sollte, ist nach Aussagen aus dem Handel zunächst nur sehr eingeschränkt verfügbar.

Immerhin konnte Alfa Romeo mit den beiden neuen Modellen Giulia und Stelvio seine Stückzahlen in Deutschland im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in etwa verdoppeln.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 44774260 / Wirtschaft)

Plus-Fachartikel

Tradus: „Für große Börsen sind Nutzfahrzeuge Nebensache“

Tradus: „Für große Börsen sind Nutzfahrzeuge Nebensache“

Auch unter den Spezial-Fahrzeugbörsen beleben neue Wettbewerber den Markt. Nadja Sörgel von der Plattform Tradus spricht im Interview darüber, wo der Marktplatz aus ihrer Sicht im Vergleich zu den Platzhirschen die Nase vorn hat. lesen

Garantiezusage: Brisante rechtliche Folgen

Garantiezusage: Brisante rechtliche Folgen

Die Finanzgerichte befassen sich regelmäßig mit der Frage der korrekten Versteuerung von Garantiezusagen für Gebrauchtwagen. Ein aktuelles BFH-Urteil gibt wichtige Hinweise für Autohäuser, die zusätzlich zum Kfz-Verkauf auch Eigengarantien anbieten. lesen