Fiat-Händlerverband: Bonten geht, Blöbaum kommt

Redakteur: Julia Mauritz

Auf der Mitgliederversammlung wurde der neue Vorstand des Verbands gewählt. Im Fokus der Veranstaltung stand die Frage, wie der Handel angesichts der geschrumpften Produktpalette und der Kürzungen von Fiat Geld verdienen soll.

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Der alte und der neue Vorsitzende des Fiat- und Lancia-Händlerverbands: Friedrich-Karl Bonten und Wilfried Blöbaum.
Der alte und der neue Vorsitzende des Fiat- und Lancia-Händlerverbands: Friedrich-Karl Bonten und Wilfried Blöbaum.
( Archiv: Vogel Business Media )

Wilfried Blöbaum ist auf der heutigen Mitgliederversammlung in Sulzbach/Taunus zum neuen Vorsitzenden des Fiat- und Lancia-Händlerverbands gewählt worden. Zu seinem Stellvertreter wurde Karl Kleba bestimmt. Das dritte Vorstandsmitglied ist Horst Hohlheimer.

Karl-Friedrich Bonten, der 22 lange Jahre an der Spitze des Händlerverbands gestanden war und ihn maßgeblich mitgeprägt hatte, verabschiedete sich auf der Veranstaltung unter stehendem Applaus von seinen Händlerverbandskollegen und der Geschäftsführung von Fiat Deutschland und der FGA-Bank.

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Garantieleistungen gekürzt

Die Frage, die die teilnehmenden Händler auf der Veranstaltung am meisten beschäftigte, war, wie sie mit gerade einmal drei Volumenmodellen (Fiat 500, Panda und Punto) genug Geld verdienen sollen, um auch künftig überleben zu können.

In der Kritik standen unter anderem die unbeständigen Verkaufsprogramme, die vom Importeur deutlich heruntergefahrenen Garantieleistungen, die aus Händlersicht unfaire Abrechnung der Werbekostenzuschüsse, überteuerte Leihgebühren für Werkzeuge und die befürchtete Kürzung der Transportschadenvergütung.

„Wir bekommen für die gleistete Arbeit zu wenig Geld vom Importeur“, so der Tenor der teilnehmenden Händler. In allen Bereichen, in denen Fiat in finanzielle Leistung treten müsse, stoße man auf Widerstand. Der Händler widerum müsse speziell hinsichtlich der Standards Dinge vorhalten, die sich nicht rechneten.

Kritik an Verzichtserklärung

Nicht für alle rechnet sich nach Ansicht von Karl Kleba auch der Vertrieb von Lancia: „Der Vertrieb von Lancia macht aus betriebswirtschaftlicher Sicht nur als Zusatzmarke Sinn und wenn ein Händler nicht in die CI investieren muss“, riet er den teilnehmenden Händlern. Der Händlerverband begrüßte, dass der Importeur bei den New-Lancia-Serviceverträgen die umstrittene Verzichtserklärung zurückgezogen hat und bedauerte zugleich, dass er bei den Vertriebsverträgen weiterhin an der Verzichtserklärung festhält.

Branchenanwalt Prof. Dr. Christian Genzow kritisierte die Subventionen , die Fiat im Rahmen der New-Lancia-Verträge nur ausgewählten Chrysler-Partnern, und nicht den bisherigen Lancia-Partnern, angeboten hatte. Es sei im Rahmen des Gleichheitsgrundsatzes rechtlich nicht tragbar, dass der Importeur Subventionen nach dem Gießkannenprinzip verteile.

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