Studie Flotten sind offen für BYD statt BMW

Von Julia Mauritz 2 min Lesedauer

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Rund sechs von zehn Mitarbeitern aus Unternehmen mit einem eigenen Fuhrpark können sich einer Befragung zufolge chinesische Marken in der eigenen Flotte vorstellen – bei den Entscheidern sind es sogar 79 Prozent. Gleichwohl herrscht bei einigen Aspekten noch Skepsis.

Einer Befragung des Mobilitätsspezialisten MHC Mobility zufolge könnten chinesische Modelle wie der BYD Seal 6 DM-i Touring vor allem dank ihres attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnisses im Laufe der nächsten drei Jahre Einzug in Fuhrparks halten. (Bild:  Mauritz – VCG)
Einer Befragung des Mobilitätsspezialisten MHC Mobility zufolge könnten chinesische Modelle wie der BYD Seal 6 DM-i Touring vor allem dank ihres attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnisses im Laufe der nächsten drei Jahre Einzug in Fuhrparks halten.
(Bild: Mauritz – VCG)

Anfang dieses Jahres war der Anteil der chinesischen Hersteller im Flottengeschäft einer Dataforce-Analyse zufolge mit 1,4 Prozent noch verschwindend gering. Doch das könnte sich einer aktuellen Studie des Umfrageinstituts Omniquest im Auftrag des Mobilitätsspezialisten MHC Mobility zufolge schon bald ändern. Das Umfrageinstitut hatte dafür im Juli gut 600 Menschen befragt, die in Unternehmen mit Firmenfahrzeugen arbeiten – gut jeder Zweite zählt dabei zu den Fuhrpark-Entscheidern.

Konkret können sich 58 Prozent der Befragten in den nächsten drei Jahren Fahrzeuge chinesischer Hersteller als Firmenfahrzeuge in ihrem Unternehmen vorstellen. Nur 25 Prozent schließen das aus, 17 Prozent sind unentschieden.

Besonders offen für Chinamarken sind dabei die Befragten, die über die Fahrzeugbeschaffung mitbestimmen. In dieser Gruppe liegt die Zustimmung bei 79 Prozent. Ein Viertel plant die Aufnahme chinesischer Fahrzeuge bereits konkret. Bei Befragten ohne Entscheidungsbeteiligung zeigen sich nur 34 Prozent offen für BYD& Co – ebenso viele antworten hier mit „weiß nicht“. Das zeigt: Zurückhaltung liegt vor allem an der fehlenden Nähe zum Thema. Zugleich sind die jüngeren Befragten offener für Chinamarken: Bei den 30- bis 39-Jährigen können sich 77 Prozent chinesische Fahrzeuge in der Flotte vorstellen, bei den 60- bis 69-Jährigen sind es nur 42 Prozent.

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Als zentrale Gründe für chinesische Fabrikate im eigenen Fuhrpark nennen 29 Prozent den Preis und die Gesamtbetriebskosten. 27 Prozent verweisen auf Technologie und Ausstattung, 19 Prozent auf die Elektro-Kompetenz der Hersteller.

Bei den Vorbehalten zeigt sich ein klares Muster: Am häufigsten genannt werden das Service- und Werkstattnetz (26 Prozent), politische Unsicherheit wie etwa Zölle (22 Prozent) sowie Datenschutz und IT-Sicherheit (20 Prozent). Es folgen die Ersatzteilversorgung (13 Prozent) und das Restwertrisiko (10 Prozent).

„Die Frage ist offenbar nicht mehr, ob chinesische Fahrzeuge in deutsche Fuhrparks kommen, sondern unter welchen Bedingungen. Die Marke allein entscheidet nicht mehr. Entscheidend ist, ob das Fahrzeug seine Aufgabe erfüllt, ob die Kosten kalkulierbar sind und ob im Alltag alles funktioniert – von der Werkstatt bis zum Ersatzteil“, sagt MHC-Mobility-CEO Rainer Thies.

An den Tag bringt die Studie auch, dass das Markenimage der deutschen Premiumhersteller in der betrieblichen Mobilität an Bedeutung verliert. 43 Prozent der Befragten sind offen dafür, ihren BMW oder Audi gegen einen BYD oder Xpeng umzutauschen, und antworten: „Kein Problem, Hauptsache das Auto ist gut.“ Nur für 22 Prozent der Befragten aus Unternehmen mit Firmenfahrzeugen fühlt sich ein solcher Wechsel wie ein Abstieg an.

Vier von fünf Befragten nennen den attraktiven Preis als wesentlichen Grund für den Wechsel zu einer Chinamarke. Stimmt dieser, schließen lediglich 19 Prozent aller Befragten einen Wechsel aus. 32 Prozent würden zu einem chinesischen Modell wechseln, wenn es 10 bis 20 Prozent günstiger wäre, 26 Prozent fordern mehr als 20 Prozent Preisvorteil. „Ein Preisabstand von zehn bis zwanzig Prozent ist im Flottengeschäft keine utopische Größe. Entscheidend ist aber, dass Unternehmen diesen Vorteil auch tatsächlich realisieren und ihn nicht durch Restwertrisiken oder Serviceaufwand wieder verlieren“, sagt Thies.

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