Würzburger Karosserie- und Schadenstage Günstiger durch Gebrauchtteile?

Von Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz 2 min Lesedauer

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Die Reparaturkosten insbesondere in der Unfallschaden-Instandsetzung steigen immer weiter – in erster Linie durch höhere Preise für Originalersatzteile. Ob Gebrauchtteile hier eine Trendumkehr bringen können, diskutiert die Branche im März in Würzburg.

Live-Reparaturen haben bei den Würzburger Karosserie- und Schadenstagen Tradition.(Bild:  Stefan Bausewein)
Live-Reparaturen haben bei den Würzburger Karosserie- und Schadenstagen Tradition.
(Bild: Stefan Bausewein)

Die Ankündigung der Allianz, künftig bei der Unfallreparatur auch gebrauchte Ersatzteile einsetzen zu wollen, führte in der K&L-Branche zu konträren Diskussionen. Die Allianz will dadurch die CO2-Emissionen bei der Unfallinstandsetzung senken. Zudem reagiert der Versicherungskonzern damit auf die explodierenden Kosten in der Unfallreparatur, die zu einem Großteil auf exorbitante Preissteigerungen bei Ersatzteilen zurückzuführen sind. Beide Argumente sind in der Branche höchst umstritten.

Der Versicherer will den Gebrauchtteilemarkt für drei bis acht Jahre alte Fahrzeuge in Deutschland ankurbeln. Bei entsprechender Verfügbarkeit von Ersatzteilen ließen sich hierzulande pro Jahr bis zu 420.000 Tonnen CO2 einsparen, so die Versicherung. Sie hat das mithilfe des Allianz Zentrums für Technik (AZT) in Studien untersucht. Das Ergebnis der Studien ist wenig überraschend: Natürlich verursacht es mehr CO2-Emissionen, ein Neuteil herzustellen, als ein bereits vorhandenes Gebrauchtteil zu verwenden. Allerdings sind Fragen zur Logistik – wo kommt das gebrauchte Teil her? – sowie zum Mehraufwand in der Werkstatt derzeit noch ungeklärt. Denn auch hier gilt: Je mehr Energie die Werkstatt in die Behandlung des gebrauchten Ersatzteils investieren muss, desto schlechter steht es am Ende um die CO2-Bilanz.

Ob sich die Reparatur mit dem Gebrauchtteil kostenmäßig stark niederschlägt, darf zudem angezweifelt werden. Denn auch diese Teile haben ihren Preis und erfordern zudem einen höheren Reparaturaufwand, allein schon wegen des Lacks, der zunächst entfernt werden muss. Dazu kommt, dass die Werkstatt den Lieferzustand des Teiles nicht kennt. Ist beispielsweise die Tür noch bestückt, müssen also An- und Einbauteile erst demontiert werden? Wie geht man mit dem gebrauchten hochwertigen Scheinwerfer um, der eventuell am zu reparierenden Fahrzeug nicht angelernt werden kann? Und was passiert in Sachen Garantie – wer übernimmt diese für gebrauchte Teile? Es gibt bei diesem Thema noch viele weitere ungeklärte Punkte.

Die Würzburger Karosserie- und Schadenstage (WKST) am 21. und 22. März 2025 im Vogel Convention Center gehen diesen Fragen auf den Grund. Hier wird ein Unfallschaden auf dreierlei Weise repariert: mit gebrauchten und neuen Teilen sowie durch Instandsetzen statt Erneuern. Letzteres ist sicherlich die Reparaturmethode, die am wenigsten CO2-Emissionen verursacht.

Neben der technischen und kostenmäßigen Sicht auf das Thema spielt auch die rechtliche Seite eine wichtige Rolle: Was wird dem Geschädigten geschuldet? Muss er akzeptieren, dass sein Fahrzeug mit gebrauchten Teilen repariert wird? Auch darauf gehen die WKST ein – und zwar höchstrichterlich, das heißt durch einen Richter des BGHs.

Die WKST führen die Fachmedien »Fahrzeug+Karosserie« und »kfz-betrieb« mit Unterstützung der Sponsoren Automechanika, Carbon, Dekra, Fix Auto und Nexa Autocolor sowie der Kooperationspartner ZKF und Kanzlei Voigt durch. 2024 besuchten über 1.200 Teilnehmer die WKST mit insgesamt 90 Ausstellern.

Würzburger Karosserie- und Schadenstage 2025

Würzburger Karosserie- und Schadenstage

Was bedeutet Nachhaltigkeit im K&L Betrieb? Bei den Würzburger Karosserie- und Schadenstagen am 21./22. März 2025 werden die wichtigsten Aspekte der Nachhaltigkeit bei der Reparatur und im betrieblichen Umfeld aufgegriffen, mögliche Risiken gegenüber gestellt und die Außenwirkung sowie Chancen beim Recruiting und der Kundengewinnung betrachtet.

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