Alternative Antriebe Industrieallianz will Hochlauf von Wasserstoff-Lkw beschleunigen

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Mehrere große Industrieunternehmen wollen gemeinsam den Wasserstoff-Lkw in Europa voranbringen. Deutschland soll dabei als Ausgangspunkt dienen.

Daimler Truck will ab 2027 Lkw mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor auf den Markt bringen.(Bild:  Daimler Truck)
Daimler Truck will ab 2027 Lkw mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor auf den Markt bringen.
(Bild: Daimler Truck)

Daimler Truck, Volvo, Toyota, Bosch sowie mehrere Energie- und Tankstellenunternehmen wollen den Wasserstoff-Lkw in Europa voranbringen. Auf der Nutzfahrzeugmesse IAA Transportation in Hannover kündigten die Unternehmen an, Fahrzeuge, Wasserstoffversorgung und Tankstellennetz stärker aufeinander abzustimmen. Das soll den Hochlauf der Technik bis 2030 erleichtern.

Neben Fahrzeugherstellern und Zulieferern beteiligen sich Air Liquide, Total Energies, Teal Mobility und MB Energy an der Kooperation. Geplant sind unter anderem leistungsfähige Wasserstofftankstellen, an denen bis zu 100 Lkw pro Tag versorgt werden können. Dabei soll sowohl gasförmiger als auch flüssiger Wasserstoff zum Einsatz kommen.

Auf Fahrzeugseite bereitet Daimler Truck ab Ende 2026 den Kundeneinsatz einer Kleinserie von 100 Brennstoffzellen-Lkw der nächsten Generation vor. Zudem sollen 2027 erste Lkw mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor auf den Markt kommen. Auch Volvo arbeitet sowohl an Brennstoffzellen- als auch an Wasserstoff-Verbrennungsmotoren. Für einen wirtschaftlichen Betrieb müssten allerdings sowohl Fahrzeug- als auch Kraftstoffkosten sinken, so die Branche. Zudem fordert die Industrie unter anderem Förderprogramme, Mautvorteile für emissionsfreie Fahrzeuge und einen beschleunigten Ausbau der Tankstelleninfrastruktur.

Die Unternehmen sehen Wasserstoff vor allem als Ergänzung zum batterieelektrischen Antrieb bei schweren Lkw mit hohen Reichweiten, großen Nutzlasten und kurzen Betankungszeiten. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen in der EU 2,3 Prozent der Neuzulassungen schwerer Lkw über zwölf Tonnen auf emissionsfreie Modelle – allerdings handelte es sich überwiegend um Batterie-Lkw. 

Hersteller wie Daimler Truck, MAN, Volvo und DAF bieten entsprechende Fernverkehrs-Trucks bereits an oder fahren deren Produktion hoch. Auch beim Infrastrukturausbau setzt die EU stark auf Strom: Bis 2030 sind entlang des Fernstraßennetzes Lkw-Ladeparks im Abstand von höchstens 60 Kilometern vorgesehen, Wasserstofftankstellen dagegen alle 200 Kilometer.

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