Kreislaufwirtschaft Neues Bündnis startet Reifenrecycling

Von Malika Matkarimova 1 min Lesedauer

Pirelli, Pyrum, Synthos und BASF kooperieren künftig bei der Wiederverwertung von Altreifen. Das gemeinsame Ökosystem soll zertifizierte Grundstoffe für die Reifenproduktion liefern.

Ruß aus Pyrolyse (Symbolbild): Auf diese Weise können aus Altreifen wieder Materialien für neue Pneus gewonnen werden.(Bild:  Rosenow – VCG)
Ruß aus Pyrolyse (Symbolbild): Auf diese Weise können aus Altreifen wieder Materialien für neue Pneus gewonnen werden.
(Bild: Rosenow – VCG)

Pirelli, Pyrum, BASF und Synthos schließen sich zusammen, um Altreifen zu neuen Sekundärrohstoffen aufzubereiten. Mit dem gemeinsamen Projekt „Tyre-to-Tyre“ wollen die Partnerunternehmen den Anteil an recycelten Materialien in der Reifenproduktion erhöhen. Als Ausgangsmaterial nutzen sie Altpneus, die deutschlandweit gesammelt werden – unter anderem in einigen Driver-Filialen und im Rahmen von Motorsportaktivitäten – sowie Ausschussreifen aus dem Pirelli-Werk in Breuberg.

Den ersten Schritt der industriellen Prozesskette übernimmt das Recyclingunternehmen Pyrum. Mittels einer thermischen Zersetzung unter Sauerstoffausschluss (Pyrolyse) spaltet der Betrieb die Altgummis in zwei Sekundärrohstoffe auf: wiedergewonnenen Industrieruß und sogenanntes Pyrolyseöl. Der aufbereitete Ruß fließt laut Mitteilung direkt in die europäischen Reifenwerke von Pirelli zurück und ersetzt dort anteilig neuen Ruß.

Das gewonnene Pyrolyseöl liefert Pyrum wiederum an BASF. Der Chemiekonzern speist die Flüssigkeit zusammen mit fossilen Rohstoffen in seinen Produktionsprozess ein, um Vorprodukte wie Butadien und Styrol herzustellen. Aus diesen zirkulären Materialien fertigt der Kunststoffhersteller Synthos anschließend zertifizierten Synthesekautschuk. Im letzten Schritt des Kreislaufs nutzt Pirelli diesen Kautschuk, um daraus neue Reifen zu produzieren.

Nach Darstellung der beteiligten Unternehmen lässt sich echte Kreislaufwirtschaft im Reifensegment nicht durch ein einzelnes Unternehmen realisieren, sondern erfordere ein industrielles Ökosystem mit Partnern, die einander ergänzende Kompetenzen einbringen.

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