Innung München: „Wir schaffen das, weil wir es können“

Autor / Redakteur: Holger Zietz / Christoph Baeuchle

Großer Aufmarsch in München: Im Rahmen der Handwerksmesse hat die Kfz-Innung München-Oberbayern ihre Ausbildungsabsolventen frei gesprochen. Zur Feier kamen rund 1.000 Gäste.

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Die Kfz-Innung München-Oberbayern hat eine große Freisprechungsfeier veranstaltet.
Die Kfz-Innung München-Oberbayern hat eine große Freisprechungsfeier veranstaltet.
(Bild: Zietz)

Im Rahmen der Internationalen Handwerksmesse hat die Kfz-Innung München-Oberbayern ihre Freisprechungsfeier veranstaltet. Insgesamt 460 von über 800 Ausbildungsabsolventen waren mit ihren Familien und Freunden nach München gekommen, um nach alter Handwerkstradition die Freisprechung ihres Obermeisters zu empfangen. „Ab heute sind Sie für Ihre Arbeit als Gesellinnen und Gesellen selbst verantwortlich“, sagte Obermeister Hans Medele.

Für Medele war es die letzte Freisprechungsfeier in seiner Funktion als Obermeister der Innung München-Oberbayern, da er Ende März nicht mehr zur Wiederwahl antritt. Er lobte das duale Ausbildungssystem im deutschen Handwerk als weltweites Vorbild. „Selbst Ex-US-Präsident Barack Obama hat in einer Rede an die Nation das deutsche Ausbildungswesen und die fundierte Ausbildung junger Menschen in Theorie und Praxis gelobt.“

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Dass in Ländern wie Griechenland oder Spanien aktuell nahezu jeder zweite Jugendliche ohne berufliche Perspektive die Schule verlasse, sei dramatisch. In Deutschland sei die duale Ausbildung im Handwerk eine feste Stütze der Wirtschaft, sagte der Obermeister.

Wie stark das oberbayerische Kfz-Handwerk im Bereich Ausbildung engagiert ist, machte Medele an einigen Zahlen deutlich. Insgesamt bilde das Kfz-Gewerbe in Oberbayern mit seinen 2.000 Innungsbetrieben derzeit über alle Ausbildungsjahre 4.500 junge Menschen aus – davon 4.100 Kfz-Mechatroniker und rund 400 Automobilkaufleute. „Im Herbst 2016 haben wir über 1.200 neue Ausbildungsverhältnisse im oberbayerischen Kfz-Gewerbe abgeschlossen.“

Auch für Klaus-Dieter Breitschwert, Präsident des Bayerischen Kfz-Gewerbes, war es seine letzte Freisprechungsfeier bei der Kfz-Innung München in seiner jetzigen Funktion. Er kandidiert im September nicht mehr für die Wiederwahl als Präsident des bayerischen Landesverbands. Er appellierte an die Absolventen: „Bleiben Sie dem Kfz-Gewerbe erhalten, denn wir brauchen Sie.“

Gute Aussichten für den Nachwuchs

Die beruflichen Aussichten für die Nachwuchskräfte sind in der Branche gut. Im Gebiet der Kfz-Innung München-Oberbayern werden jährlich rund 360.000 Neuwagen zugelassen. Das sorgt für entsprechend viel Arbeit in den rund 2.000 Autohäuser und Werkstätten der Kfz-Innung.

Breitschwert verwies auf die Chancen, die der Wandel für die Betriebe und ihre Angestellten mit sich bringt. Die Kombination von Theorie und Praxis, die das duale Ausbildungssystem präge, sorge für hoch qualifizierte Facharbeiter. Die Kfz-Berufe bleiben auch künftig spannend und werden den Wandel überstehen: „Wir schaffen das, weil wir es können.“

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