40 Jahre Citroën BX GTi Kante zeigen auch beim Sport

Von Steffen Dominsky 4 min Lesedauer

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Als die GTI-Welle bereits eine Vielzahl an Herstellern erfasst und entsprechende Modelle, allen voran in der Kompaktklasse, hervorgebracht hatte, fühlte man sich auch in der Nähe von Paris animiert und präsentierte einen BX mit genau diesem Kürzel.

Mode kann durchaus sehr unterschiedlich interpretiert werden. Citroën tat es auch im Fall BX auf seine Weise – und hatte damit großen Erfolg.(Bild:  Citroën / Slg. Immo Mikloweit)
Mode kann durchaus sehr unterschiedlich interpretiert werden. Citroën tat es auch im Fall BX auf seine Weise – und hatte damit großen Erfolg.
(Bild: Citroën / Slg. Immo Mikloweit)

Bekanntlich sind Geschmäcker verschieden. Ein gutes Beispiel dafür ist eine bekannte Automobilmarke aus Frankreich – genau Citroën! Bereits vor dem 2. Weltkrieg produzierten die Franzosen Fahrzeuge wie den Traction Avant, die ziemlich anders als die anderen waren. Vom auch zu dieser Zeit entwickelten 2CV („Ente“) ganz zu schweigen. Diesen „Trend“ setzte die Marke nach dem Krieg mehr als konsequent fort, wofür Modelle wie DS, CX und GSA stehen. Doch auch der BX, der 1982 erschien und die Lücke zwischen den beiden letztgenannten füllen sollte, war typisch Citroën. Während sämtliche Autobauer zu dieser Zeit immer mehr dem Windkanal huldigten und ihre Modelle immer stromlinien- und damit gleichförmiger werden ließen, setzte der Hersteller aus Poissy, nordwestlich von Paris, genau aufs Gegenteil. Mehr Kante als beim BX ging quasi nicht.

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Doch das nach wie vor Gegen-den-Strom-Schwimmen zahlte sich aus – dieses Mal noch. Das vom italienischen Karosseriebauer Bertone unter der Leitung von Marcello Gandini entworfene Modelle entwickelte sich zu einem der größten Erfolge von Citroën – mit über 2,3 Millionen produzierten Exemplaren bis zum Ende der Produktion im Jahr 1994. Im Juli 1986 verpasste der Hersteller seinem BX innen und außen ein Update („Serie II“): Die vorderen Blinker wurden großflächiger und erhielten eine farblose Verglasung, zudem wurde das Armaturenbrett vollständig umgestaltet. Der Citroën-typische Walzentacho und Bedienungssatelliten wichen normalen Analoginstrumenten und konventionellen Bedienelementen. Außerdem erschien ein neues Topmodell der Reihe: der BX GTi.

1985 noch mit Doppelvergasern!

Zwar gab es in Form BX Sport bereits eine leistungsstarke Variante der kantigen Fließhecklimousine. Doch erstens fehlte der der mittlerweile bei solchen Modellen zum guten Ton gehörende Zusatz „GTI“ und zweitens war diese 1985 erschiene Version sage und schreibe (immer) noch mit zwei Solex-Doppelvergasern des Typs 40 ADDHE ausgestattet, wie man sie bereits in den 70ern verbaute. Zum Vergleich: der 1976 eingeführte Golf GTI besaß von Anfang an eine Benzineinspritzung (Bosch K-Jetronic). Und so war das, was Citroën vor genau 40 Jahren präsentierte, noch allzu logisch: das Modell BX GTi. Mit 125 PS (92 kW) nominell sogar ein PS schwächer wie der Sport, dafür aber jetzt mit einer Einspritzanlage versehen (Bosch L-Jet- bzw. Motronic).

Genauer gesagt steckt unter der Motorhaube des BX GTi, dank der Übernahme durch Peugeot 1976, in Form des „XU9“ waschechte Peugeot-Technik. Der Vierzylinder-Zweiventilmotor mit besagten 125 PS erzeugt 175 Nm Drehmoment bei 4.500 1/min und bringt den Keil in 8,5 Sekunden auf 100 km/h und sehr nah an die 200-km/h-Marke heran. Diese Fahrleistung verdankt das BX-Topmodell nicht nur seinem Antrieb, sonder auch seiner Aerodynamik (CW-Wert: 0,34), sondern auch seinem Leergewicht von nur 1.025 kg (Leistungsgewicht: 8,2 kg/PS).

Sportmodell mit Veloursitzen

Doch nicht nur in der Modellbezeichnung und Kraftstoffaufbereitung unterschied sich der Neuling von seinem Vorgänger. Optisch kam dieser deutlich dezenter daher, verzichtete auf verbreiterte Kotflügel und fetten Heckspoiler. Dennoch sollte er die sportlichen Qualitäten des BX Sport mit verbessertem Komfort verbinden, so, wie es sich für eine echte Familienlimousine gehört. So ist zwar auch der GTi mit der bekannten hydropneumatischen Federung ausgestattet, im Vergleich zu anderen Versionen der Baureihe wurde sie straffer abgestimmt, um seinen sportlichen Charakter zu unterstreichen. Dennoch: Im Gegensatz zu etlichen Mitbewerber bot und bietet der BX GTi deutlich mehr Komfort. Vier Scheibenbremsen, Servolenkung und optionales ABS ermöglichten ein sportliches wie ebenso sicheres Fahren.

Selbstverständlich auch in Sachen Ausstattung unterschied sich der BX-GTi von den zivileren Modellen. Höhenverstellbare Veloursitze, einen elektrisch verstellbaren Beifahrerspiegel, Zentralverriegelung, ein spezielles Kombiinstrument mit sechs Anzeigen, eine Warnleuchte für nicht ordnungsgemäß geschlossene Türen sowie eine Radio-Vorinstallation gab's ab Werk. Als Sonderausstattung konnten Käufer Ledersitze, ein elektrisches Schiebedach, einen Bordcomputer, Leichtmetallfelgen, eine Klimaanlage und ein HiFi-Paket ordern.

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16V: die BX-Rakete

Doch so keineswegs schlecht bzw. wenig die 125 PS des BX GTi waren: Die Konkurrenz setzte bereits vielfach auf die neueste Zauberformel namens „16V“. Aber erst zum Modelljahr 1988 brachten die Franzosen ihren BX GTi 16V. Der wird von dem neuen 1,9-Liter-Motor „XU9J4“ angetrieben, der satte 160 PS (118 kW) bei 6.500 1/min leistet und den „Plastikkeil“ in 7,9 Sekunden auf 100 km/h bzw. bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 218 km/h beschleunigt. Äußerlich punktet der BX GTi 16V mit karosseriefarbenen Zierleisten, Seitenschwellern und Leichtmetallrädern. Innerlich mit einem komplett in Schwarz gehaltenen Innenraum und Sitze mit verbessertem Halt sowie einem Dreispeichen-Sportlenkrad.

Ein Jahr später, 1989, erschien der BX GTi 4x4. Sein permanenter Allradantrieb baut auf einem Verteilergetriebe an der Vorderachse und einem Sperrdifferenzial an der Hinterachse auf (Drehmomentverteilung 53:47 Prozent Vorder-/Hinterachse. Elektrisch lässt sich zudem das Mitteldifferenzial sperren, was den Wagen durchaus geländegängig macht. Ab 1990 wurde die gesamte Baureihe auf bleifreies Superbenzin umgestellt, wodurch sich die Leistung des GTi 16V auf 147 PS (108 kW) und die dies GTI auf 120 PS (88 kW) reduzierte. Im Juli 1991 wurden Leichtmetallfelgen und das Sportlenkrad aus der 16-V-Version zur Serienausstattung beim normalen GTi. Ein Jahr später gab's sogar eine Klimaanlage serienmäßig. Im Juli 1993, ein Jahr vor Einstellunf der Baureihe, verschwand der BX GTi aus dem Programm.

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