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Konkurrenzloser Laderaum
Denn Innenraum des Jazz hat Honda um den Tank herum konstruiert, der unter den Vordersitze liegt. Diese Position hat einen riesigen Vorteil (dazu später mehr), aber auch Nachteile. Dazu gehören die hohe Sitzposition und die ungenügende Verstellbarkeit der Sitze in Längsrichtung. Für größere Fahrer wird es hinter dem Lenkrad etwas eng.
Hinten hingegen – und nun kommen wir zum Vorteil – bietet der Jazz soviel Bein- und Kopffreiheit wie ein Mittelklasseauto. Und dann dieser Kofferraum! Die „Magic Seats“ von Honda sind weiterhin unerreicht in ihrer Variabilität. die Sitzflächen lassen sich hochklappen wie Kinosessel, was mit einem Handgriff einen zweiten Laderaum schafft. Und klappt man die hintere Bank komplett um, versinkt sie tief in dem Raum, den bei anderen Autos der Tank einnimmt. So entsteht ein Laderaum mit einem Volumen von 1.314 Litern – konkurrenzlos in der Kleinwagenklasse.
Wirklich sportlich fährt sich der Jazz nicht
Der 1,5-Liter-Motor ist beim Jazz gebunden an die Ausstattungsvariante Dynamic. Mit der Sportlichkeit schießt Honda allerdings stellenweise über das Ziel hinaus. Die exaltierte Karosserieoptik mit ihren Spoilern, Kanten und kontrastfarbenen Applikationen wirkt eher peinlich als souverän, zumal das staksige Fahrverhalten des hochbauenden Microvans dem dynamischen Anspruch nicht gerecht wird. Auch die Federung dürfte vielen Jazz-Kunden zu hart sein.
Bei der Ausstattung hat der seit 2015 angebotene Jazz den Anschluss an die moderne Konkurrenz stellenweise verloren – was man je nach persönlichem Geschmack aber auch begrüßen kann. Statt virtueller Instrumente gibt es noch einen analogen Tacho und Drehzahlmesser. Der Bordcomputer ist ein pixeliges monochromes Display, das aber immerhin eine Verkehrszeichenerkennung beinhaltet. Die Navigationsfunktion für 600 Euro Aufpreis stellt Garmin bereit, aber die Einbindung in die Honda-Software klappt nicht störungsfrei. Auf den Testfahrten stürzte das Navi einmal komplett ab (Radio und alle anderen Funktionen waren aber weiter verfügbar).
Insgesamt ist der Honda Jazz mit dem neuen 1,5-Liter-Motor ein sympathischer und äußerst praktischer Kleinwagen, bei dem nur die bemühte Sportlichkeit überflüssig und unauthentisch wirkt. Den neuen Motor gibt es nur in Verbindung mit der Ausstattungsvariante Dynamic für 19.990 Euro.
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