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»kfz-betrieb« Auto-Check: Mitsubishi Eclipse Cross – Jein!

| Autor: Jakob Schreiner

Ein günstiger Einstiegspreis und viel Serienausstattung machen den Mitsubishi Eclipse Cross durchaus attraktiv. Die Motor-Getriebe-Kombination und das Infotainmentsystem trüben allerdings das Bild.

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Mitsubishi erweitert sein SUV-Angebot um den kompakten Eclipse Cross.
Mitsubishi erweitert sein SUV-Angebot um den kompakten Eclipse Cross.
(Bild: Schreiner/»kfz-betrieb«)

Große Hoffnungen ruhen auf dem ersten neuen Mitsubishi-Modell für Europa seit fünf Jahren. Es soll die Erfolgsgeschichte der japanischen Marke in Deutschland fortschreiben und die Zulassungszahlen weiter nach oben schrauben. Die Rede ist vom neuen Mitsubishi Eclipse Cross, der im Januar in Deutschland gestartet ist und sich zwischen Outlander und ASX ansiedelt. »kfz-betrieb« hatte die Möglichkeit, den japanischen Hoffnungsträger einige Zeit zu fahren. So viel vorweg: Der Eclipse Cross hat einen gemischten Eindruck hinterlassen. Mit einigen Argumenten überzeugt er, mit anderen nicht – irgendwas zwischen Ja und Nein, ich meine Jein …

Unser Testwagen rollte in der höchsten Ausstattungsvariante Top für 34.890 Euro als 1,5-Liter-Benziner auf den Hof – mit CVT-Getriebe und Allradantrieb sowie den aufpreispflichtigen Extras Infotainmentsystem „MMCS“ (400 Euro), Panorama-Glasschiebedach (1.000 Euro) und der Farbe „Platinum-Grau Metallic“ (590 Euro). Die 18-Zöller sind in dieser Ausstattungsvariante serienmäßig an Bord, ebenso wie eine 360-Grad-Kamera, ein Totwinkelassistent, ein adaptiver Tempomat, ein Head-up-Display sowie viele weitere elektronische Helferlein und Extras.

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Das Heck des Mitsubishi Eclipse Cross ist gewagt, fällt auf und polarisiert. Design ist ja bekanntlich Geschmacksfrage, wohingegen die dritte Bremsleuchte, welche die Heckscheibe teilt und die freie Sicht nach hinten behindert, nicht mit diesem Argument gerechtfertigt werden kann. Deutlich gefälliger ist die Front des SUVs, die von einem markanten Kühlergrill, den Chromelementen und den schmalen Bi-LED-Schweinwerfern geprägt ist. Das Profil des Eclipse Cross erinnert wegen der nach hinten abfallenden Dachlinie an ein Coupé.

Mit 4,41 Metern Länge und einem Radstand von 2,67 Metern verfügt das japanische SUV über ein großzügiges Platzangebot. Dabei hat man nicht nur vorn genügend Freiraum und sitzt auf äußerst bequemen, elektrisch verstellbaren Sitzen – auch die Fondpassagiere freuen sich dank der um 20 Zentimeter verschiebbaren Rücksitzbank über komfortable Platzverhältnisse. Zumindest wenn man nicht viel größer als 1,80 Meter ist und mit dem Kopf an das nach hinten abfallende Dach stößt. Ähnlich wie bei der dritten Bremsleuchte gilt hier nicht: „Form follows function“.

Das Kofferraumvolumen gibt Mitsubishi mit mindestens 359 Litern an, wenn die Rücksitzbank nach ganz hinten gefahren ist. Bei umgeklappter Rücksitzbank passen bis zu 1.159 Liter in den Kofferraum.

Der Innenraum: solide bieder

Im Gegensatz zum Äußeren wirkt der Eclipse im Inneren fast schon bieder. Alles ist auf den ersten Blick aufgeräumt und da, wo es hingehört. Wie gesagt – auf den ersten Blick. Schaut man genauer hin, stört die Position der Bedientasten für das Kombiinstrument. Die sind hinter dem Lenkrad positioniert und nur umständlich erreichbar. Und um die vielen darunterliegenden Knöpfe für die einzelnen Assistenzsysteme sowie das Head-up-Display zu bedienen, muss man schon genau hinschauen, um nicht danebenzutreffen.

Trotzdem ist aber ein deutlicher Qualitätszuwachs bei den verwendeten Materialien im Innenraum zu verzeichnen. Auch die Verarbeitung bleibt, bis auf ein Manko, tadellos. Bei schlechten Straßenverhältnissen war bei unserem Testwagen ein deutliches Klappergeräusch von der Rücksitzbank zu vernehmen.

Sound top – Infotainment Flop

Richtig gut war das Rockford-Fostgate-Soundsystem unseres Testwagens, das mit neun Lautsprechern und dem Subwoofer im Kofferraum gute Arbeit leistet und einen klaren Sound liefert. Der kann dank vieler Einstellungsmöglichkeiten an den persönlichen Geschmack und das Musikgenre angepasst werden kann.

Insgesamt konnte das Infotainmentsystem aber nicht überzeugen: Die Bedienung erfolgt nicht intuitiv, und die einzelnen Menüpunkte sind zu unübersichtlich angeordnet. Hier ist definitiv Einarbeitungszeit nötig, um alle Funktionen zu entdecken und zu bedienen. Dabei wirken die Darstellungen auf dem Sieben-Zoll-Touchscreen eher altbacken, und auch etwas mehr Rechenleistung, beispielsweise für ein ruckelfreies Rein- und Rauszoomen in der Karte des Navis, wäre wünschenswert gewesen.

Die verbauten Bi-LED-Schweinwerfer leuchteten die Straße optimal aus und ermöglichten eine gute Nachtsicht. Auch die automatische Abblendfunktion leistete während der Testfahrt einwandfreie Arbeit. Nicht ohne Beanstandung kann der adaptive Tempomat bleiben: Dieser bremste das Fahrzeug teils ruckartig ab und hatte Schwierigkeiten beim Spurwechsel. Vereinzelt gab das System auf der Autobahn bei einer Fahrbahnverengung durch eine Baustelle Warnhinweise, obwohl kein Auto oder Hindernis da war.

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Über den Autor

 Jakob Schreiner

Jakob Schreiner

Redakteur Ressort Service & Technik