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Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg: Einbußen von 3,3 Milliarden bis Juni

Autor / Redakteur: Doris Pfaff / Doris Pfaff

Die Situation im Kfz-Gewerbe spitzt sich von Woche zu Woche zu. Das zeigt eine Umfrage des Landesverbands Baden-Württemberg. Soforthilfen und Kredite allein könnten den zu erwartenden Umsatzeinbruch nicht abfedern.

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Bedingt durch die Corona-Krise sind die Werkstätten nicht ausgelastet. Aufträge werden reihenweise storniert.
Bedingt durch die Corona-Krise sind die Werkstätten nicht ausgelastet. Aufträge werden reihenweise storniert.
(Bild: Schreiner/»kfz-betrieb«)

Über 40 Prozent der Kfz-Betriebe in Baden-Württemberg fürchten, in den nächsten Wochen zahlungsunfähig zu werden. Das ist das Ergebnis einer weiteren Blitzumfrage, die der Kfz-Landesverband Baden-Württemberg unter seinen Mitgliedern gemacht hat. „Dass knapp 60 Prozent der Befragten diese Sorgen noch nicht teilen, zeigt, dass das Kfz-Gewerbe an sich gesund ist“, sagt Hauptgeschäftsführer Carsten Beuß.

Zudem machten die reinen Werkstattbetriebe deutlich mehr als die Hälfte der Mitglieder aus und seien noch nicht so stark von der Corona-Krise betroffen wie die Autohäuser, die den Autohandel schließen mussten. Viele Betriebe verließen sich auch auf die Zusage der Landespolitik, dass schnell Zuschüsse ausbezahlt werden. Aber: Fast 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sich ihre Situation im Vergleich zur Vorwoche verschärft habe.

Auch Umsatz in den Werkstätten bricht weg

Drei Viertel der befragten Werkstätten in Baden-Württemberg kämpften inzwischen mit Stornierungen: „Unsere Werkstätten, die schon deshalb offen bleiben müssen, um Wartung und Reparaturen an systemrelevanten Fahrzeugen wie Kranken-, Rettungs- und Notarztwagen zu gewährleisten, könnten zusätzlich Wartungsaufträge gebrauchen. Es wäre schön, wenn insbesondere Privatleute die Zeit für Wartungsdienstleistungen und Reparaturen nutzen würden“, sagt Beuß. Ohne zusätzliche Aufträge werde das Werkstattnetz ausgedünnt.

Neben der Einführung von Kurzarbeit rechneten 15 Prozent damit, vorübergehend schließen zu müssen. Wie sich die Lage tatsächlich entwickelt, hänge auch stark davon ab, wie die Hersteller agieren und die versprochenen Hilfen funktionieren: „Nach der ersten Hoffnungswelle gab es inzwischen eine erste Frustwelle, weil Anträge auf Soforthilfe ins Leere liefen, nachdem vorher große Hoffnungen geschürt wurden“, so Beuß. Dabei ging es häufig darum, ob und wie privates Vermögen eingesetzt werden muss, bevor Hilfen beantragt werden können.

Nach der Ankündigung des Wirtschaftsministeriums am Samstagnachmittag, die Vergabepraxis noch einmal zu überprüfen und den „Einsatz liquider Mittel auf den unmittelbaren betrieblichen Kontext zu beschränken, um privates Vermögen der Antragsteller so weit wie möglich zu schonen“, geht Beuß davon aus, „dass wir alle Antragsteller aus dem Kfz-Gewerbe dazu auffordern, jetzt aktiv zu werden und Anträge erneut einzureichen.“

Soforthilfeprogramm muss Einbußen auffangen

Das Soforthilfeprogramm „für die kleineren unter unseren Betrieben“ könne aber nur ein erster Schritt sein. Das Kraftfahrzeuggewerbe Baden-Württemberg brauche auch Hilfen für Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten: „Wir fordern ein Zuschussprogramm für alle Kfz-Betriebe, denn auf die Sofortauszahlung der Gelder für kleine Betriebe und Werkstätten muss ein Zuschussprogramm auf der Basis der jetzt durch die Corona-Maßnahmen wegbrechenden Umsätze folgen.“

Kredite könnten der Situation nicht allein gerecht werden. Allein der Autohandel werde bis Juni mindestens 3,3 Milliarden Umsatz einbüßen, „eventuell sogar mehr, weil jetzt eigentlich die umsatzstarken Frühjahrsmonate kommen.“ Baden-Württemberg solle deshalb ein Zuschussprogramm auflegen, das sich beispielsweise an den Umsätzen des Vorjahres orientieren könne und einen Teilausgleich vorsehe. „Nur so kann sichergestellt werden, dass aus der Angst vor Zahlungsunfähigkeit nicht echte Konkurse werden“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Kfz-Landesverbands.

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