E-Mobilität Kfz-Gewerbe fordert Prämie für gebrauchte Stromer

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

E-Autos kommen bei den Kunden an. Noch besser würde der Hochlauf funktionieren, wenn die Bundesregierung ihre E-Prämie auf gebrauchte Stromer ausweiten würde, so die Ansicht des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg.

Die E-Prämie kommt an, wie der Absatz von Neuwagen zeigt. Auch für junge Gebrauchte sieht das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg Bedarf an einer Förderung.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die E-Prämie kommt an, wie der Absatz von Neuwagen zeigt. Auch für junge Gebrauchte sieht das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg Bedarf an einer Förderung.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Fast jeder dritte neue Pkw im Südwesten fährt elektrisch, bei den Gebrauchten gut jeder 20. Elektroautos gewinnen sowohl bei Neuwagen als auch bei Gebrauchten Marktanteile, allerdings nicht im gleichen Tempo. Das geht aus der Bilanz des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg zum dritten Quartal hervor. Der Verband sieht darin eine Schieflage, denn die Bundesförderung gilt bislang nur für Neuwagen. Er schlägt vor, sie auf junge gebrauchte Elektroautos auszuweiten.

Von Juli bis September wurden im Land 101.791 Pkw neu zugelassen, 33.192 davon rein elektrisch. Der Elektroanteil lag damit bei 32,6 Prozent, nach 21,0 Prozent im Vorjahresquartal. Bei den Besitzumschreibungen (211.753 Pkw) waren 11.459 Fahrzeuge Elektroautos, ein Anteil von 5,4 Prozent nach 3,9 Prozent im Vorjahreszeitraum. Der Gebrauchtwagenmarkt insgesamt ging um 4,6 Prozent zurück. Bundesweit lag der Elektroanteil bei 32,0 Prozent der Neuzulassungen und 5,2 Prozent der Besitzumschreibungen, Baden-Württemberg liegt auf beiden Märkten leicht darüber.

Auf jeden neuen Pkw kamen in Baden-Württemberg zwei gebrauchte, beim Elektroauto ein gebrauchtes auf drei neue. Der Anteil reiner Benziner und Diesel an den Neuzulassungen sank auf 25,8 Prozent (Vorjahr: 35,7 Prozent), bei den Gebrauchten liegt er mit 80,9 Prozent (Vorjahr: 84,1 Prozent) weiterhin deutlich höher.

Förderung soll unkompliziert über den Handel laufen

Die Bundesförderung von bis zu 6.000 Euro je Fahrzeug hat laut Verband Anfang Oktober die Marke von 100.000 Bewilligungen erreicht. Rund die Hälfte ging an Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 45.000 Euro. Ein Zuschuss von mehreren Tausend Euro rücke den Neuwagen rechnerisch an den ein- bis dreijährigen Gebrauchten heran, so der Verband. Diese Fahrzeuge nähmen die Autohäuser in Zahlung und verkauften sie auf eigene Rechnung weiter.

Der Verband schlägt vor, die Förderung auf junge gebrauchte Elektroautos auszuweiten, und zwar einfach und über den Handel, ohne zusätzlichen Aufwand für die Betriebe. Voraussetzung soll ein standardisierter Nachweis über den Zustand der Antriebsbatterie sein, damit die Mittel nur in geprüfte Fahrzeuge fließen. Die Werkstätten im Land könnten diese Prüfung leisten.

Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen hatten in ihrem gemeinsamen Papier der Autoländer vom 17. September festgehalten, dass bisherige Kaufanreize einseitig auf Neuwagen zielen. In einem Schreiben an Ministerpräsident Cem Özdemir unterstützten der Zentralverband des Kraftfahrzeuggewerbes und der Landesverband Ende September die Öffnung für Gebrauchte.

„Über den Gebrauchtwagenmarkt kommen die meisten Menschen zu ihrem Auto, und dort trägt der Handel das Restwertrisiko“, sagt Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des Verbands. „Eine Förderung, die auch junge Gebrauchte erreicht, öffnet den Einstieg für Haushalte, denen ein neues Elektroauto auch mit Prämie zu teuer bleibt, und stützt die Restwerte. Bezahlbare Elektromobilität ist eine Standortfrage für das Autoland Baden-Württemberg.“

Die 90.905 Elektroautos, die seit Januar im Land neu zugelassen wurden, können in den kommenden Jahren als junge Gebrauchte auf den Markt kommen, viele davon aus Leasingverträgen und Firmenflotten. Ob sie einen zweiten Käufer finden und zu welchem Preis, zeige sich dann bei Inzahlungnahme, Aufbereitung und Batterieprüfung in Autohaus und Werkstatt.

(ID:50992635)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung