Neue Markenstrategie Kia streicht das „Motors“ aus dem Firmennamen

Autor: Andreas Wehner

Erst das Logo, jetzt die dazugehörige Strategie: Kia passt sein Geschäft an den sich verändernden Markt an. Die Koreaner wollen künftig mehr Mobilitätsanbieter als reiner Autohersteller sein. Bis die Händler konkrete Veränderungen umsetzen müssen, wird es allerdings noch dauern.

Firmen zum Thema

Ho Sung Song, Präsident und CEO der Kia Corporation, zur Veränderung des Unternehmensnamens: „Wir verdeutlichen damit, dass wir unseren Horizont erweitern und uns in neuen und aufstrebenden Geschäftsfeldern etablieren.“
Ho Sung Song, Präsident und CEO der Kia Corporation, zur Veränderung des Unternehmensnamens: „Wir verdeutlichen damit, dass wir unseren Horizont erweitern und uns in neuen und aufstrebenden Geschäftsfeldern etablieren.“
(Bild: Kia)

Kia will vom reinen Autohersteller zum Mobilitätsanbieter werden. Um die Abkehr vom traditionellen, produktionsbasierten Geschäftsmodell zu symbolisieren, streicht das koreanische Unternehmen den Begriff „Motors“ aus seinem Namen. „Wir verdeutlichen damit, dass wir unseren Horizont erweitern und uns in neuen und aufstrebenden Geschäftsfeldern etablieren“, sagte Ho Sung Song, Präsident und CEO der Kia Corporation, am Freitag.

Bei einen Online-Event präsentierte Kia seine neue Markenstrategie. Die nimmt getreu dem neuen Markenslogan „Movement that inspires“ die Fortbewegung der Menschen in den Fokus. Deren Erwartungen daran, wie sie sich fortbewegen möchte, habe sich geändert. Dem wolle Kia mit flexiblen Mobilitätsprodukten und – dienstleistungen Rechnung tragen.

Eine wichtige Rolle soll dabei die Elektromobilität spielen. Kia wolle die führende Position auf dem globalen Elektroautomarkt einnehmen, kündigte Ho Sung Song an. Bis 2025 will die Marke einen Anteil von 6,6 Prozent erreichen. Der weltweite Jahresabsatz an Kia-Stromern soll bis 2026 auf 500.000 Einheiten steigen. Das Produktportfolio soll dazu bis 2027 um sieben neue batterieelektrische Modelle wachsen, die in verschiedenen Segmenten antreten werden.

Das erste neue Elektroauto, das wie die kommenden Modelle auf der neuen Elektro-Plattform des Mutterkonzerns Hyundai basiert, will Kia noch im ersten Quartal dieses Jahres vorstellen. Es wird gleichzeitig das erste Fahrzeug sein, das das neue Kia-Logo trägt. Mit der Vorstellung des neuen Erkennungszeichens der Marke läuteten die Koreaner in der vergangenen Woche ihren Transformationsprozess offiziell ein.

Spezialfahrzeuge auf „Skateboard-Plattformen“

Darüber hinaus will Kia mit verschiedenen Partnern für Firmenkunden eine Reihe zweckgebundener Spezialfahrzeuge (Purpose-Built Vehicles, PBV) entwickeln, die auf flexiblen, so genannten „Skateboard-Plattformen“ basieren. Durch modular aufgebaute Karosserien können sie die spezifischen Mobilitätsanforderungen unterschiedlicher Branchen erfüllen. Dabei geht es beispielsweise um Fahrzeuge für Carsharing- und Lieferdienste, aber auch Niederflurfahrzeuge für den Logistikbereich.

Auf Kooperationen und Partnerschaften setzt das Unternehmen auch in anderen Geschäftsbereichen der Mobilität. So investierte Kia 2018 in Grab, den größten südostasiatischen Anbieter von Mitfahrdiensten, Lebensmittelzustellung und Zahlungslösungen, und im März 2019 in Ola, ein indisches Unternehmen, das Peer-to-Peer-Ridesharing, Ridehailing, Taxidienste, Lebensmittelzustellung und andere Mobilitätsdienste anbietet. Mit „Kia Mobility“ bieten die Koreaner in Italien und Russland flexible Fahrzeugmiete an. Das Modell soll auf andere Märkte ausgedehnt werden. In Madrid betreibt Kia mit dem Energiekonzern Repsol ein Carsharing-Joint-Venture.

Neues Erscheinungsbild für die Händler

Am Nachmittag informierte der deutsche Importeur seine Händler. „Unsere wichtigste Botschaft ist eine positive: Wir sind auf die Zukunft vorbereitet“, sagte Steffen Cost, Geschäftsführer von Kia Deutschland, im Gespräch mit »kfz-betrieb«. Konkrete Pläne für neue Dienstleistungen und Mobilitätsangebote gibt es in Deutschland aktuell noch nicht.

„Selbstverständlich arbeiten wir an unterschiedlichen Konzepten, wie wir unser Geschäft weiterentwickeln können“, erläuterte Cost. Mit der Umsetzung werde man aber erst starten, wenn es einen sinnvollen Business-Case gebe – sowohl für den Importeur als auch für den Handel.

Auch die Optik der Autohäuser wird sich verändern. „Es wird eine neue SI geben“, bestätigte Cost. Mit der Umsetzung werde Kia aber frühestens in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres beginnen. „Wichtig ist: Wir werden das mit Augenmaß tun“, sagte der Geschäftsführer.

(ID:47070432)

Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«