Mazda: Händler sollen 2015 Gas geben

Autor / Redakteur: Elvira Minack / Martin Achter

Die Importmarke nimmt ihre Händler in die Pflicht: Im kommenden Jahr soll der Wachstumskurs weitergehen, wie Deutschlandgeschäftsführer Schmid auf einer Tagung des Händlerverbands forderte.

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Mahnte die Mazda-Händler, die Preise nicht durch einen Unterbietungswettbewerb im Internet kaputt zu machen: der im Amt bestätigte Präsident des Händlerverbandes Werner Prange.
Mahnte die Mazda-Händler, die Preise nicht durch einen Unterbietungswettbewerb im Internet kaputt zu machen: der im Amt bestätigte Präsident des Händlerverbandes Werner Prange.
(Foto: Minack)

„Das hatten wir noch nie“, raunt ein Mazda-Händler dem anderen im Kongresszentrum des Hilton-Hotels in Dresden zu. Gerade hatte Josef A. Schmid, Geschäftsführer von Mazda Motors Deutschland, auf der Händlerverbandstagung in der sächsischen Landeshauptstadt gesprochen und eine positive Bilanz für das Geschäftsjahr 2014 gezogen. Plötzlich gehen die Saaltüren auf und Servicekräfte kommen herein mit Tabletts, auf denen gefüllte Sektgläser stehen. Die Importeursmarke will ihrer Händlerschaft damit Dankeschön sagen.

Für Schmid hat diese Geste einen guten Grund: Für ihn sind die Mazda-Händler die Gewinner auf dem deutschen Automobilmarkt. Zum Ende des dritten Quartals haben sie 7.900 Fahrzeuge mehr verkauft als im Vergleichszeitrum 2013 und dabei die Privatzulassungen um 25 Prozent gesteigert. 41 Prozent der Händler haben Ende Oktober bereits ihr Vorjahresziel erreicht.

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Die Importeursmarke will jetzt allerdings nicht auf die Bremse treten, wie Schmid betonte. In diesem Jahr soll Mazda bis zum Jahresende einen Neuwagenabsatz von 52.000 Einheiten erreichen. 2015 sollen es dann 60.500 Fahrzeuge werden. Rückenwind bekämen die Händler unter anderem durch vier Modell-Neueinführungen, sagte der Deutschlandgeschäftsführer.

Schmid stellte jedoch vor den versammelten Vertragspartnern die Frage, ob das Händlernetz fit für diesen Wachstumsschritt sei. Um die Ziele zu erreichen, seien im Handel mehr Begeisterung und Leidenschaft nötig. Vor allem bei den Verkaufsberatern gebe es Reserven. Kritisch zu bewerten sei unter anderem, dass ein Drittel der Händler nicht auf Kunden-E-Mails antworte, viele das Kundenzufriedenheitsinstrument nicht auswerteten und auch die Möglichkeiten des Händler-Betriebsvergleichs nicht nutzten.

Trotz strittiger Themen zwischen Händlerschaft und Importeur: In der alljährlichen Zufriedenheitsumfrage geben die Mazda-Partner dem Importeur seit 2010 bessere Noten, was sich in steigenden Werten äußert; 77 Prozent von ihnen fühlen sich auf Augenhöhe behandelt. Ein Treiber der Zufriedenheit ist, dass die Verkaufszahlen durch neue Modelle und die Optimierung des Standortnetzes Schub erhalten.

Schwierige Themen aber, wie etwa die neue Marketing-Richtlinie, der Style-Guide für die Händler-Internetseiten oder die neue Außen-CI inklusive des neuen Schauraumkonzeptes sind beim Großteil der Partner noch gar nicht im Tagesgeschäft angekommen. Darauf wies Werner Prange, Präsident des Mazda-Händlerverbandes, in seinem Rechenschaftsbericht hin. Für die meisten Händler werde dies erst 2015 akut. Prange empfahl den Händlern, sich dennoch zügig mit den Neuerungen vertraut zu machen, genauso wie mit dem überarbeiteten Margen- und Bonussystem, das zum 1. Januar 2016 kommen soll.

Prange kritisierte bei der Verbandstagung den extremen Preiswettbewerb, den einzelne Händler betreiben und sich gegenseitig unterbieten. Dies dürfte nicht weitergehen. Großes Thema für 2015 sei daneben die Implementierung einer händlereigenen Fahrzeugbörse.

Kleine Veränderungen im Vorstand

Die Mazda-Händler wählten bei der Verbandstagung in Dresden auch einen neuen Vorstand. Dessen Besetzung blieb – von einer Veränderung abgesehen – gleich. Für Hans Till, Mitbegründer der Händlervereinigung, rückte Thomas Beimfohr als Beisitzer nach. Till will jedoch weiter im Verband aktiv bleiben und künftig seine Erfahrungen in der Ausschussarbeit weitergeben, wie er ankündigte.

Für Präsident Prange bedeutet die Wahl die vierte Amtszeit auf seinem Posten. Der Chefrepräsentant der Mazda-Händlerschaft wird im kommenden Jahr wichtige Themen anpacken müssen: Auf der Agenda stehen unter anderem Verhandlungen über die Anpassung des Margen- und Bonussystems.

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