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Neuzulassungen im März: Zehn Marken verlieren mehr als 50 Prozent

Autor / Redakteur: Christoph Seyerlein / Christoph Seyerlein

Unter dem Einfluss der Corona-Krise hat der deutsche Automarkt im März wie erwartet schwer gelitten. Im Vergleich zum Vorjahresmonat brachen die Neuzulassungen um 37,7 Prozent ein. Nur drei Fabrikate hatten kein zweistelliges Minus zu verkraften.

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(Bild: Grimm / »kfz-betrieb«)

Die Corona-Pandemie hat den deutschen Neuwagenmarkt im März wie erwartet hart getroffen. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Freitag mitteilte, bedeuteten 215.119 neu zugelassene Pkw im Vergleich zum Vorjahresmonat ein Minus von 37,7 Prozent. Die Anzahl der gewerblichen Neuzulassungen ging um 39,6 Prozent zurück, ihr Anteil lag dennoch bei 61,9 Prozent. Das Privatkundengeschäft büßte 34,4 Prozent ein. Nach drei Monaten befindet sich der deutsche Automarkt damit um mehr als 20 Prozent unter dem eigenen Vorjahresniveau.

Von den Fabrikaten lag im März genau eine im Plus: Subaru erreichte mit 522 Neuzulassungen 1,6 Prozent mehr als im März 2019. Bei allen anderen war das Ergebnis rückläufig. Und das teils heftig: Am stärksten erwischte es Smart mit einem Minus von 84,4 Prozent, es folgten Alfa Romeo (-63,2 %) und Mazda (-57 %). Mit Peugeot (-55,5 %), Suzuki (-55,4 %), Honda (-52,1 %), Opel (-51,8 %), Citroen (-50,7 %), Renault (-50,7 %) und Ford (-50,3 %) verloren sieben weitere Marken im Vergleich zum Vorjahresmonat mehr als die Hälfte an Volumen. Ein einstelliges Minus konnten im März lediglich Lexus (-2,8 %) und Tesla (-4,4 %) vorweisen.

Im Gesamtjahr liegen damit aktuell lediglich fünf Fabrikate nach den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahr bei den Neuzulassungen im Plus. Dabei handelt es sich um Lexus (+50,3 %), DS (+13,4 %), Jaguar (+4,7 %), Porsche (+3,5 %) und Seat (+3,1 %).

Den höchsten Marktanteil erzielte im vergangenen Monat VW mit 18,9 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen Mercedes (9,4 %) und BMW (9,3 %). Die erfolgreichste Importmarke – sofern man Ford mit einem Marktanteil von 5,9 Prozent im März zu den deutschen Fabrikaten zählt – war Skoda mit einem Marktanteil von 5,6 Prozent.

Laut KBA schrumpften im März auch sämtliche Segment, mit Ausnahme der Wohnmobile. In jener Klasse verzeichnete die Behörde ein Plus von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Am deutlichsten fiel der Rückgang bei den Mini-Vans mit -67,3 Prozent aus. Aber auch die lange Zeit boomenden SUVs bekamen die Schwäche des Markts zu spüren: Ihre Neuzulassungen brachen um 37,5 Prozent ein. Zulassungsstärkstes Segment war trotz eines Rückgangs um 37,2 Prozent bei den Einheiten die Kompaktklasse mit 21,1 Prozent Marktanteil.

Alternative Antriebe legen trotz Corona zu

Neuwagen mit Benzinmotor verzeichneten mit -48,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat im März schwerere Einbußen als Diesel-Modelle (-39,3 %). Der Marktanteil der Benziner betrug exakt 50 Prozent, Diesel lagen bei 31,6 Prozent.

Positiv entwickelte sich trotz der Corona-Krise dagegen die Nachfrage nach Fahrzeugen mit alternativem Antrieb. Größter Gewinner verglichen mit dem März 2019 waren Plug-in-Hybride (+207,9 %). Gemeinsam mit den Vollhybriden kamen sie im März auf einen Marktanteil von 13,4 Prozent. Bei den reinen Elektroautos gab es 56,1 Prozent mehr Neuzulassungen als noch vor einem Jahr. Ihr Marktanteil lag im vergangenen Monat bei 4,8 Prozent. Und auch Erdgasfahrzeuge kamen häufiger auf die Straße als noch vor einem Jahr (+8,6 %). Der Absatz von flüssiggasbetriebenen Pkw brach dagegen ein (-89,8 %). Der durchschnittliche CO2-Ausstoß ging im März um 4,9 Prozent auf 149 Gramm pro Kilometer zurück.

Andere europäische Länder trifft es noch härter

Auch die Autoproduktion war im März klar rückläufig. Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) vermeldete, liefen im vergangenen Monat in Deutschland 287.900 Autos vom Band. Das waren 37 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Zurückzuführen ist das auf die Produktionsstopps aller Hersteller wegen der Corona-Pandemie. 234.500 jener neu gebauten Fahrzeuge gingen in den Export.

Im europäischen Vergleich kam der deutsche Automarkt übrigens noch vergleichsweise glimpflich davon. In Italien brachen die Neuzulassungen im März um 85 Prozent ein, in Frankreich um 72 Prozent und in Spanien um 69 Prozent.

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