Tankrabatt Nicht jede Entlastung kam beim Verbraucher an

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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In zwei Wochen läuft der Tankrabatt aus. Laut der Monopolkommission ist die Entlastung weitgehend bei den Verbrauchern angekommen, doch nicht in allen Regionen gleich gut. Von einer Verlängerung raten die Experten ab. Gleichzeitig sinken die Preise spürbar und anhaltend.

Die Kraftstoffpreise sinken derzeit, doch mit dem Auslaufen des Tankrabatts dürften sie wieder deutlich steigen.(Bild:  Grimm /bearbeitet mit Gemini 3.1)
Die Kraftstoffpreise sinken derzeit, doch mit dem Auslaufen des Tankrabatts dürften sie wieder deutlich steigen.
(Bild: Grimm /bearbeitet mit Gemini 3.1)

Der in zwei Wochen auslaufende Tankrabatt ist nach Ansicht der Monopolkommission „zu einem großen Teil, aber nicht vollständig“ bei den Verbrauchern angekommen. In einer ersten Bilanz schätzt das unabhängige Beratergremium der Bundesregierung, dass von den 16,7 Cent Steuererleichterung pro Liter je nach Kraftstoff zwischen 15 und 16 Cent weitergegeben wurden. Von den insgesamt 1,6 Milliarden Euro der Steuersenkung kommen demnach 100 bis 200 Millionen nicht bei den Verbrauchern an. 

Für die Auswertung verglichen die Experten die Spritpreise in Deutschland und Frankreich – sie schätzten dabei nach eigenen Angaben konservativ. Bei Diesel fiel der auf dieser Basis ermittelte Preisrückgang durch den Tankrabatt in vier von sechs untersuchten Wochen mit 14 oder 15 Cent pro Liter niedriger aus als die Steuersenkung von 16,7 Cent. Bei Superbenzin der Sorten E5 und E10 fiel die Weitergabe abgesehen von den ersten beiden Wochen etwas besser als bei Diesel. Ende Mai lag sie mit 19 Cent pro Liter sogar für eine Woche klar über der Steuersenkung, zuletzt aber wieder darunter.

Im Norden und Westen wurde am meisten weitergegeben

Auffällig ist laut der Auswertung, dass der Rabatt je nach Region unterschiedlich weitergegeben wurde. Im Nordwesten Deutschlands war der Preisrückgang demnach mit 16,7 bis 17,3 Cent am höchsten und im Osten mit 16 bis 16,4 Cent nur knapp unter der Steuersenkung. Im Süden ergab sich mit 13,3 bis 14,9 Cent allerdings eine deutlichere Lücke. 

„Diese Ergebnisse deuten insgesamt darauf hin, dass der unvollständige und regional unterschiedliche Preiseffekt des Tankrabatts kein Phänomen der Tankstellenebene ist, sondern ein Symptom unzureichenden Wettbewerbs auf der vorgelagerten Marktstufe“, heißt es in der Analyse. Wie viel von der Steuersenkung bei den Verbrauchern ankomme, dürfte vor allem von Raffinerien und Großhandel abhängen. „Die Befunde sprechen folglich für ein strukturelles Wettbewerbsproblem auf dieser Ebene.“

Insgesamt begrüßt die Monopolkommission, dass der Tankrabatt Ende des Monats ausläuft. Neben der unvollständigen Weitergabe sieht sie weiter Nachteile der Maßnahme: Sie sei teuer, entlaste überproportional Vielfahrende und Fahrzeuge mit hohem Verbrauch und dämpfe zudem das Preissignal, mit dem die kriegsbedingte Rohölknappheit die Verbraucherinnen und Verbraucher eigentlich zu einem sparsameren Verbrauch anhalten sollte.

Kraftstoffpreise sinken auf breiter Front

Das Auslaufen des Rabatts könnte in eine Phase generell sinkender Spritpreise fallen. Laut dem ADAC nähern sich die Kosten für einen Liter Benzin oder Diesel langsam wieder den Werten vor Kriegsbeginn an. Am Montag kostete ein Liter Diesel im bundesweiten Tagesdurchschnitt 1,816 Euro, wie der Autofahrerclub mitteilt. Das waren zwar nur 1,3 Cent weniger als am Vortag, es war aber bereits der siebte Tag mit Rückgängen in Folge. Superbenzin der Sorte E10 verbilligte sich um 0,9 Cent auf 1,868 Euro. Damit war Diesel am Montag nur noch 7 Cent pro Liter teurer als am letzten Tag vor Kriegsbeginn, E10 um 9 Cent. Auf eine Tankfüllung von 50 Litern sind das 3,50 beziehungsweise 4,50 Euro. In der Spitze hatte Diesel sich in der Krise um mehr als 70 Cent pro Liter verteuert, E10 um mehr als 40 Cent.

Zudem deuten auch die Zahlen vom Dienstagmorgen auf weiter sinkende Preise hin: Um 8.45 Uhr kostete ein Liter Diesel im bundesweiten Durchschnitt 1,764 Euro - 2,1 Cent weniger als zur gleichen Zeit am Vortag. Ein Liter E10 kostete 1,826 Euro - 1,6 Cent weniger als 24 Stunden zuvor. Die Momentaufnahme vom Dienstag ist zwar ein Indiz für die weitere Preisentwicklung, der Tagesdurchschnitt kann aber deutlich von ihr abweichen. Seit Einführung der 12-Uhr-Regel ist Sprit am Morgen und Vormittag typischerweise eher billig. Mittags machen die Preise dann einen starken Sprung nach oben und werden im Verlauf des Nachmittags wieder günstiger.

Zuletzt sind die Ölpreise deutlich gesunken – auch weil die Zeichen im Nahen Osten auf Entspannung stehen. Der ADAC hatte allerdings moniert, dass dies nur langsam bei den Verbrauchern ankomme.

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