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Nissan widerspricht Spekulationen um Europa-Rückzug

| Autor: Yvonne Simon

Einer Agenturmeldung zufolge will der japanische Autohersteller Europa den Rücken kehren und sich auf die Märkte USA und China sowie das Heimatland beschränken. Nissan Center Europe weist diese Spekulationen zurück.

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Über die Zukunftspläne von Nissan dürfte spätestens Ende Mai Klarheit herrschen.
Über die Zukunftspläne von Nissan dürfte spätestens Ende Mai Klarheit herrschen.
(Foto: Nissan)

Nissan Center Europe weist Gerüchte um einen Rückzug des Herstellers aus Europa zurück. Ausgelöst hatte die Spekulationen am Montag eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters, die von mehreren Medien aufgegriffen wurde. Dem Bericht zufolge will sich der Hersteller auf die Märkte USA, China und Japan konzentrieren und Europa den Rücken kehren. Als Quelle nannte Reuters „mit den Plänen vertraute Menschen“.

Guillaume Pelletreau, Geschäftsführer von Nissan Center Europe, teilte am Dienstag dagegen mit: „Nissan treibt uneingeschränkt die Stärkung des europäischen Produktportfolios voran als Teil seiner Verpflichtung, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in der Region zu steigern.“ Dabei verweist der Manager auf die Markteinführung des Juke im November letzten Jahres. Zudem habe man mit umfangreichen Umbauarbeiten im britischen Werk Sunderland begonnen, das derzeit für den Produktionsstart des neuen Nissan Qashqai vorbereitet werde. „Und nicht zuletzt forcieren wir auch die Elektrifizierung unseres Line-Ups, das wir zudem mit vollkommen neuen Modellen ergänzen werden“, so Pelletreau weiter.

Gegenüber den Händlern habe Nissan Center Europe ebenfalls bereits Stellung bezogen und die Gerüchte dementiert, heißt es vom Händlerverband.

In der Reuters-Meldung steht allerdings auch, dass der Fokus auf wenige Kernmärkte nicht bedeute, dass die Japaner in Europa gar nicht mehr aktiv sein wollen – Nissan werde versuchen, mit den SUVs Quashqai und Juke präsent zu bleiben.

Neue Aufteilung der Kräfte in der Allianz

Reuters zufolge ist außerdem geplant, den Wettbewerb unter den Partnern der Nissan-Renault-Mitsubishi-Allianz zu verringern. Mitsubishi soll demnach die Führung bei Plug-in-Hybrid-Technologien und auf den asiatischen Märkten abseits von Japan und China übernehmen. Renault soll sich auf Elektrofahrzeuge und den europäischen Markt konzentrieren.

Dass sich die Allianzpartner künftig jeweils auf einen Kernmarkt fokussieren wollen, war allerdings schon länger klar – bereits im Januar hatte das Bündnis ein neues Rahmenwerk vorgestellt: Nissan solle einen Schwerpunkt auf China legen, Mitsubishi auf Südostasien und Renault auf Europa. Außerdem wurde damals bereits angekündigt, dass jeweils ein Hersteller bei einer Schlüsseltechnologie anführend sein soll.

Am 28. Mai will Nissan im Rahmen einer Pressekonferenz seine künftige Strategie präsentieren – spätestens dann dürfte Klarheit herrschen.

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 Yvonne Simon

Yvonne Simon

Redakteurin Management & Handel