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Oliver Zipse wird neuer BMW-Chef

| Autor: Andreas Wehner

Letztlich hat sich der Favorit durchgesetzt: Oliver Zipse tritt die Nachfolge von Harald Krüger an der Spitze des Münchner Autobauers an. Er soll schnell eine neue Strategie präsentieren und übernimmt das Ruder bereits im August. Die Herausforderungen sind groß.

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Oliver Zipse soll BMW in den kommenden Jahren durch den Wandel führen.
Oliver Zipse soll BMW in den kommenden Jahren durch den Wandel führen.
(Bild: BMW)

Am Ende gab es keine Überraschung: Oliver Zipse wird neuer Chef des Autobauers BMW. Das habe der Aufsichtsrat am Donnerstag in Spartanburg entschieden, teilte BMW mit. Damit hat sich der Favorit um die Nachfolge von Harald Krüger durchgesetzt. Dieser hatte vor zwei Wochen nach offenbar massiver interner Kritik erklärt, seinen im April 2020 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern.

Bis zum nächsten Frühjahr muss Zipse jedoch nicht warten. Der neue Konzernchef tritt sein Amt bereits zum 16. August an, Krüger scheidet einen Tag zuvor in beiderseitigem Einvernehmen aus dem Vorstand aus. Der 53-jährige Krüger stand vier Jahren an der Spitze des Konzerns. Unter ihm bewahrte sich BMW eine saubere Weste im Dieselskandal und schloss wichtige Partnerschaften bei Mobilitätsdiensten und beim autonomen Fahren.

Der 55-jährige Zipse ist seit 2015 Produktionsvorstand bei BMW – schon damals wurde er im Amt Nachfolger von Harald Krüger. Er studierte Informatik und Mathematik in den USA sowie Maschinenbau in Darmstadt. Danach hat Zipse sein gesamtes Berufsleben in dem Konzern verbracht: 1991 startete er als Trainee und war seitdem in verschiedenen leitenden Funktionen tätig, unter anderem als Strategiechef. Er gilt als umgänglich, aber durchsetzungsstark. „Er wird der BMW-Group zusätzliche Impulse bei der Gestaltung der Mobilität der Zukunft verleihen“, erwartet Aufsichtsratschef Norbert Reithofer.

Presseberichten zufolge soll Zipse schon bis zur IAA im September eine neue Strategie präsentieren. Krüger war vor allem vorgeworfen worden, dass BMW seinen Vorsprung bei der Elektromobilität verspielt habe. Zipse soll das wieder gerade rücken. Zuletzt hatte jedoch auch Krüger ein Forcieren der Elektromobilität angekündigt. Dieses Jahr kommt der Elektro-Mini, nächstes Jahr der erste vollelektrische SUV iX3, und im Jahr 2023 sollen schon 25 elektrifizierte Modelle auf der Straße sein.

Anders als VW setzt BMW jedoch nicht komplett auf batterieelektrische Fahrzeuge. Zwar sind mehrere solche Modelle für die Zukunft angekündigt, allerdings hat BMW jetzt schon einen großen Teil seiner Palette als Plug-in-Hybride im Angebot. Auch die Brennstoffzelle soll eine wichtige Rolle spielen. BMW arbeitet in der Wasserstoff-Technologie mit Toyota zusammen und könnte schon in Kürze ein eigenes Brennstoffzellenfahrzeug präsentieren.

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Wie andere Hersteller auch hat BMW aktuell mit schwächelnder Nachfrage zu kämpfen. Vor allem Zollstreitigkeiten machen dem Autobauer zu schaffen. Zudem stehen hohe Investitionen in Zukunftstechnologien an.

Als zweiter Kandidat um die Nachfolge als BMW-Konzernchef galt Klaus Fröhlich. Der Entwicklungschef steht aber mit 59 Jahren kurz vor Erreichen der Altersgrenze. Diese Regelung könnte jedoch gelockert werden. Presseberichten zufolge denkt man bei BMW darüber nach, die Regelung zu lockern, um Fröhlich, dessen Vertrag im kommenden Jahr ausläuft, länger ans Unternehmen zu binden. Eine Entscheidung darüber hat der Aufsichtsrat jedoch bisher nicht getroffen. Auch über die Nachfolge von Oliver Zipse soll erst in einer der folgenden Sitzungen des Kontrollgremiums entschieden werden.

BMW rechnet im laufenden Jahr mit einem Gewinneinbruch und streicht wenig gefragte Modell- und Motorvarianten, will im Gegensatz zu anderen Autoherstellern aber keine Stellen abbauen. Bei den Verkaufszahlen hatte Mercedes BMW vor drei Jahren überholt, aber jetzt könnte sich Zipse die Krone zurückholen.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«